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"Mit beschränkten Mitteln große Herausforderung meistern"
Dieser Kopf ist voller Ideen - und er hat den Mut sie umzusetzen: Hermann Franck arbeitet seit mehr als 20 Jahren für den Konzern und ist der geistige Vater des Paketroboters. Sechs Jahre lang dauerte es von der Idee bis zur Marktreife der cleveren Maschine. Franck hat alle Höhen und Tiefen gemeistert und wurde dank seiner Kreativität und seines Durchhaltevermögens von Deutsche Post DHL zum "Erfinder des Jahres 2008" gekürt.
Hermann Franck, Erfinder des Paketroboters.
Herr Franck, sind Sie eine Erfindernatur oder war die Idee des Paketroboters ein einmaliger Gedankenblitz in Sachen Erfindung?
Franck: Seitdem ich lebe, leide ich unter diesen Ideen (lacht) - schon bevor ich bei der Post begonnen haben. Ich sehe etwas und verknüpfe es gedanklich mit etwas anderem. So versuche ich beispielsweise generell die Dinge von der betrieblich und der technischen Seite zu sehen.
Ich habe lange, erst als technischer Leiter, später als Betriebsabteilungsleiter, im Frachtzentrum in Bremen gearbeitet. Gerade das Ein- und Ausladen von Containern gehört zu den monotonen und belastenden Arbeiten. Für mich war es naheliegend, darüber nachzudenken, wie sich dieser Prozess automatisieren lässt - und so begann die Robotergeschichte. Aber das ist nicht die einzige Idee die zur Praxis wurde ...
Sie haben schon vorher etwas erfunden?
Franck: Und nachher ... In den 70er Jahren habe ich mal ein Gebrauchsmuster für einen Tretroller für Erwachsene beim Patentamt angemeldet. Meine Idee kam zwei Jahrzehnte zu früh: Ich bat die Idee einem Hersteller an, doch der wollte sie nicht haben. Leider verfällt so ein Patentschutz nach zehn Jahren - heute gibt es diese Tretroller überall zu kaufen.
Nach dem Paketroboter hatte ich die Idee für die "Roboterzelle light". Das ist ein System, mit dem sich Paletten entladen lassen.
Ein Paketroboter der ersten Generation
Für den Paketroboter wurden Sie vom Konzern als Erfinder des Jahres 2008 gewürdigt. Wie reagiert denn ihre Umwelt auf ihre Ideen - und später auf den Erfolg?
Franck: Anfangs wurde ich für die Idee, einen Paketroboter zu entwickeln, von vielen Leuten belächelt. Meine Frau hat mich sehr unterstützt - auch wenn es für sie vermutlich eine Belastung gewesen ist. Schließlich steckt viel Arbeit in dem Projekt und über die Zeit galt es technisch wie finanziell auch das ein oder andere Tief zu meistern. Aber letztlich haben wir da etwas auf die Beine gestellt, was andere für unmöglich gehalten haben.
Was waren die größten Herausforderungen bei der Erfindung, bzw. der Umsetzung des Paketroboters?
Franck: Die Paketkantenerkennung. Bei allem, was wir gemacht haben, war unser Anspruch das Ganze möglichst günstig zu lösen. Ich nenne das Afrikatechnik - mit beschränkten Mitteln auch große Herausforderung meistern. Ein System, das die Kanten eines Paketes so erkennt wie es bei uns nötig war, gab es einfach noch nicht. Ein Post-Kollege hat sich daraufhin hingesetzt und einen Sensor für uns entwickelt.
Rückblickend - würde Sie Ihre Idee noch mal einreichen?
Franck: Ja - trotz der vielen Arbeit, die ein solches Projekt mit sich bringt. Es ist schon sehr aufregend und spannend von Anfang bis zum Ende dabei gewesen zu sein. Wir haben in den fünf Jahren soviel erlebt wie manche Leute vermutlich in ihrem ganzen Leben nicht. Wenn man überlegt, dass wir mit einer Kreissäge und einem Akkuschrauber angefangen haben und nachher Studenten, die bei dem Projekt mitgeholfen haben, sogar ihre Diplomarbeit über den Paketroboter geschrieben haben. Dann haben wir auch noch den Robotikpreis gewonnen - und von dem Preisgeld sind wir mit dem Team zum Abschluss nach Riga geflogen.
Und wo sehen Sie noch Innovationspotential in der Logistik?
Franck: Besonders bei den Be- und Entlade-Prozessen von Containern. In Briefzentren herrscht bereits ein hoher Grad der Automatisierung - das große Potential gerade in Sachen Automatisierung sehe ich Frachtzentren.
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