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Globalisierung der Produktion und des Wirtschaftsverkehrs
Im Verlauf der letzten zwanzig Jahre haben sich die Möglichkeiten für weltweiten Handel und Wirtschaftsverkehr dramatisch erweitert:
- Zuerst ist der Fall alter politischer, ideologischer und zolltechnischer Grenzen zwischen den Ländern und Regionen zu nennen, wie insbesondere der Fall des "Eisernen Vorhangs" und der Zusammenbruch der sozialistischen Wirtschaftsordnungen, die Fortschritte der Integration Europas, aber auch anderer Weltregionen wie z.B. Südamerikas (MERCOSUR) und Nordamerikas (NAFTA) und des pazifischen Raums (ASEAN). Schließlich schreiten weltweite Bemühungen um den Abbau von Handelsbarrieren durch das weltweite allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT, die Organisation für ökonomische Kooperation und Entwicklung OECD zwar langsam, aber kontinuierlich fort.
- Zum anderen haben die Fortschritte der Informations- und Kommunikationstechnologie seit den 1990er Jahren - am prominentesten die "Vernetzung" der Welt bis in ihre letzten Winkel durch das kostengünstige Internet - aber auch Entwicklung weiterer weltweit akzeptierter faktischer Standards, wie der Windows-basierten PC-Systeme, des EDIFACT, der EANCodierung, nicht zuletzt der englischen Sprache als Weltsprache der Wirtschaft im Bereich der Kommunikation, dazu beigetragen, dass die Zeitbedarfe und Kosten des Suchens von Geschäftspartnern, wie der alltäglichen Abwicklung von Geschäftsvorfällen um Größenordnungen weit günstiger geworden sind als noch in den 1980er Jahren. Ergänzt werden diese Bemühungen durch die fortschreitende Standardisierung auch im Bereich von Verpackungen und Ladegefäßen durch die International Standards Organization ISO. In der Sprache der Ökonomen ist die Wirkung dieser Aktivitäten die kontinuierliche Senkung der Transaktionskosten im weltweiten Wirtschaftsverkehr.
- Es ist damit für die Unternehmen der Industrie und des Handels interessanter geworden, die Netzwerke ihrer Lieferanten und Kunden weiter und weiter - über den gesamten Globus - zu spannen. Sie können sich die Materialien, Arbeitskräfte, das Know-how und die Rahmenbedingen für ihre Aktivitäten in denjenigen Ländern und Regionen der Welt suchen, die ihnen das günstigste Preis-/Leistungsverhältnis versprechen - und sie tun dies immer häufiger und immer mutiger. Die Transaktionskosten für solche weiträumigen Verlagerungen von Wertschöpfungsaktivitäten (in der Logistikersprache die "Dislozierung") wirken weit weniger als Barriere internationaler Wirtschaftszusammenarbeit wie in früheren Zeiten, die von hohen Zöllen, komplizierten Dokumentenabwicklungen, teuren, langsamen, unzuverlässigen Kommunikations- und Transportmöglichkeiten gekennzeichnet waren.
Globalisierung bringt aber auch andere, von den Unternehmen weniger geschätzte Effekte:
Es ist eine für viele Branchen bisher ungekannte Verschärfung des weltwirtschaftlichen Wettbewerbs eingetreten. Unternehmen können nicht nur neue Kunden und Lieferanten in allen Teilen der Welt suchen und die Vorteile genießen, die sich damit erschließen. Sie müssen sich auch gefallen lassen, dass auf ihren angestammten Märkten neuer Wettbewerb aus aller Welt auftaucht, der nicht selten massive Kostenvorteile aus seinen Heimatländern mitbringt. Waren- und Kommunikationsströme verstärken und begegnen sich zwischen allen Kontinenten und Ländern, wie die folgende Abbildung illustriert.