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Übergang zur post-industriellen Gesellschaft
Marktsättigung, neue Demographie, Wertdichte-Steigerung und das Wachstum des Dienstleistungssektors
Seitdem die Menschen sich systematisch mit den Fragen der Wirtschaft auseinandersetzen, wurde als Schlüsselproblem erfolgreichen Wirtschaftens die vernünftige Verwaltung von Knappheit und Mangel gesehen: insbesondere die optimale Nutzung knappen Kapitals, knapper Arbeitskraft und knapper natürlicher Ressourcen. In immer mehr Märkten der globalen Wirtschaft ist seit der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts der Schlüssel zum Erfolg aber nicht mehr der rationale Umgang mit Knappheit. Erfolgreich ist heute, wer es schafft, sich in einer Welt zu behaupten, die von Überangebot und Überfluss gekennzeichnet ist: von zu großen Angebotskapazitäten für stagnierende Gütermärkte, von zu vielen ähnlichen Produkten, die um die Kaufkraft der Kunden konkurrieren, von zu vielen Informationen, die die Aufmerksamkeit der Menschen suchen.
Wesentliche Gründe für diesen fundamentalen Wandel sind in dem Übergang der reifen, reichen Länder der Welt von der "industriellen" zur "Post-industriellen Gesellschaft", deren "neuer Demographie" und neuen Material- und Servicetechnologien zu suchen:
- Die Bevölkerungszahlen stagnieren. Wo sie das nicht tun, basiert Wachstum auf Zuwanderung und damit auf Entwicklungen zu "multi-kulturellen", damit heterogeneren Gesellschaften.
- Das Durchschnittsalter der Menschen steigt. Die Haushalte werden kleiner und mobiler.
- Immer mehr Geld wird für die "nicht-materiellen" Bedürfnisse der Kommunikation, Unterhaltung, Gesundheit und vieler weiterer Arten von "Services" ausgegeben. Relativ weniger Kaufkraft wird für die Befriedigung der materiellen Bedürfnisse des Essens und Trinkens, der Bekleidung, der Ausstattung der Haushalte mit "Hartwaren" und den Bau von Wohnungen benötigt.
- Selbst da, wo materielle, Güterflüsse auslösende Produkte weiter benötigt werden, führen neue Materialien und Technologien zu kleinerer, leichterer ("Miniaturisierung"), mit mehr Service angereicherter Produktion erhöhter Wertdichte.
Problemlösungen statt Produkte
Eine Lösung, mit der die Unternehmen heute diese neue Aufgabenstellung zu bewältigen versuchen, heißt "Individualisierung" bzw. "Massen-Individualisierung" ("Mass-customization") der Sortimente und Produkte, zumeist verbunden mit der Anreicherung oder dem Ersatz materieller Produkte durch Mehrwert-Dienste und verbesserte Qualitäten. Nicht mehr "Produkte"; sondern "Problemlösungen" ("Solutions") sind gefragt. Beispiele aus den Branchen der Automobilwirtschaft, der Computerindustrie, der Modeunternehmen, aber auch von Maschinenbauern und Unternehmen vieler anderer Branchen erweisen, dass unter den Rahmenbedingungen der post-industriellen Gesellschaften besonders diejenigen Unternehmen erfolgreich sind, denen es gelingt, ihren Kunden situations- und bedarfsgerechte, deshalb hoch individualisierte und servicebetonte Lösungen anzubieten, ohne dabei an "explodierenden" Sortimenten, Lagerbeständen und Produktionskosten zu ersticken.Animationen
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