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- 2008
- 30. Apr. 08: Tarifeinigung: Moderater Abschluss, Streikgefahr gebannt
Tarifeinigung: Moderater Abschluss - Streikgefahr gebannt
- Deutsche Post und Ver.di vereinbaren Kündigungsschutz, Lohnerhöhung und Mehrarbeit
- Scheurle: "Positive Nachricht für Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre"
Bei den Tarifverhandlungen für die rund 130.000 Arbeitnehmer der Deutschen Post haben das Unternehmen und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di heute ein Ergebnis erzielt. Beide Parteien einigten sich auf eine Verlängerung des Kündigungsschutzes, eine Erhöhung der Löhne der tariflichen Mitarbeiter sowie eine wöchentliche Mehrarbeit.
Konkret haben die Deutsche Post und Ver.di vereinbart, den Beschäftigungspakt bis zum 30. Juni 2011, also um 39 Monate, zu verlängern. Der Beschäftigungspakt schließt insbesondere betriebsbedingte Beendigungskündigungen aus. Damit setzt die Deutsche Post ihre langjährige Tradition der Arbeitsplatzsicherheit für ihre Mitarbeiter fort.
Die tariflichen Beschäftigten des Unternehmens erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro sowie zum 1. November 2008 eine Lohnsteigerung in Höhe von 4,0 Prozent. Verdi hatte ursprünglich 7 Prozent gefordert. Darüber hinaus wurde für Dezember 2009 eine weitere Lohnerhöhung um 3,0 Prozent vereinbart und damit Planungssicherheit für mehr als zwei Jahre erreicht. Die wöchentliche Arbeitszeit der tariflichen Mitarbeiter wird bei 38,5 Stunden belassen.
Als Ausgleich dafür hat die Deutsche Post die Reduzierung bezahlter Pausen durchgesetzt, d.h. die Mitarbeiter leisten zukünftig bei gleicher tariflicher Bezahlung pro Woche rund 50 Minuten Mehrarbeit. Die von Ver.di ursprünglich erhobene Forderung nach zehn zusätzlichen Arbeitszeitverkürzungs- bzw. Urlaubstagen ist vom Tisch.
Die Arbeitszeit der Post-Beamten wird - abweichend von der für andere Bundesbeamte geltenden Regelung - bei 38,5 Wochenstunden belassen. Dies jedoch nur unter der Voraussetzung, dass der Bundesfinanzminister zustimmt. Auch für diese Beschäftigtengruppe werden die bezahlten Pausenzeiten reduziert, so dass auch hier die genannte faktische Mehrarbeit über die 38,5 Wochenstunden hinaus zum Tragen kommt.
Die Laufzeit des Tarifvertrags, der noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Ver.di-Tarifkommission steht, geht bis zum 30. Juni 2010.
Der Personalvorstand der Deutschen Post, Walter Scheurle, zeigte sich zufrieden, dass es zu einer Einigung am Verhandlungstisch gekommen ist: "Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir einen für beide Seiten tragfähigen Kompromiss erzielt", so Scheurle. "Die langfristige Einigung ohne weiteren Arbeitskampf ist eine positive Nachricht für unsere Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre und gibt dem Unternehmen Planungssicherheit."
Für weitere Informationen für Journalisten stehen Ihnen unsere Pressesprecher gerne zur Verfügung.