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- Bilanzpressekonferenz II/2005: Rede Dr. Klaus Zumwinkel und Dr. Edgar Ernst
Rede Dr. Klaus Zumwinkel und Dr. Edgar Ernst
Anlässlich der Bilanzpressekonferenz zum 1. Halbjahr 2005 am 28. Juli 2005 in Bonn
Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich begrüße Sie herzlich zur Bilanzpressekonferenz 1. Halbjahr 2005 des Konzerns Deutsche Post World Net in Bonn.
Im ersten Halbjahr 2005 tragen unsere Anstrengungen für das laufende Geschäftsjahr bereits erste Früchte, wenngleich wir uns auch noch einigen Herausforderungen gegenübersehen.
Die Weltkonjunktur entwickelte sich uneinheitlich. Wichtige Einflussfaktoren sind der Rohölpreis und die unterschiedlichen Wachstumsraten der Wirtschaft in der Welt.
In den USA zeigt sich das konjunkturelle Umfeld nach wie vor positiv: mit steigenden Investitionen und einem soliden Arbeitsmarkt. Das Vertrauen der Konsumenten erreichte im Juni den höchsten Stand seit drei Jahren.
Im Euroraum haben wir ein unterschiedliches Bild: Länder wie Frankreich und Spanien stellen eine Aufhellung des Geschäftsklimas fest, während andere Länder wie z.B. Italien sich nach wie vor in einem Abwärtstrend befinden.
Auch in Deutschland bleibt die Inlandsnachfrage schwach, wenngleich der Ifo-Geschäftsklima-Index sich erstmals wieder leicht im Plus zeigt.
Asien zeigt weiterhin eine erfreuliche Entwicklung: China wächst anhaltend kräftig und auch in Japan fasst die Konjunktur zunehmend Tritt.
Insgesamt rechnet man für dieses Jahr mit einem Wachstum des Weltsozialproduktes von rund 4% und mit einem Wachstum des Welthandels von rund 7%. Und von dem wachsenden Welthandel profitiert unser Unternehmen, das den Welthandel transportiert, stark.
Meilensteine 1. Halbjahr 2005 des Konzerns Deutsche Post World Net
Das erste Halbjahr 2005 war gekennzeichnet durch die Herausforderungen im In- und Ausland.
Hier ist vor allem unser USA-Geschäft zu nennen, wo es gilt, den erfolgreich eingeschlagenen Pfad fortzuführen. Wir sehen uns, mit deutlich mehr Zuversicht als noch zu Beginn des Jahres, auf dem richtigen Weg. Wir konnten unsere Zustellqualität auf dem nationalen Markt auf 97% erhöhen, was unsere Kunden nun mit steigenden Umsätzen honorieren. Die Qualitätssteigerung in den USA und andere Maßnahmen führten zu einem verbesserten Ergebnis. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Prognosen in dem wichtigen Markt USA erreichen werden.
Aber es gibt darüber hinaus weitere Highlights aus dem ersten Halbjahr, die ich Ihnen gerne berichten möchte.
Zum 1. Juli wurde die Akquisition der Distributionslogistik für Groß- und Stückgut von Karstadt-Quelle wirksam. Bereits zum 1. April 2005 hatten wir die Distributionslogistik für die Karstadt-Quelle Warenhäuser übernommen. Insgesamt haben wir 3.700 ehemalige Karstadt-Quelle-Mitarbeiter in unseren Konzern aufgenommen. Die Integration kann nun mit voller Kraft umgesetzt werden. Unser Unternehmensbereich LOGISTIK ist durch diese Akquisition deutlich gestärkt worden.
Im Unternehmensbereich BRIEF wird die Exklusivlizenz nach derzeitigem Gesetzesstand Ende 2007 auslaufen. Dann wird der Postmarkt vollständig liberalisiert sein. Wir haben uns mit unseren Planungen auf dieses Datum eingestellt. Die Deutsche Post erbringt heute im Rahmen ihrer Exklusivlizenz einen umfangreichen Universaldienst. Durch unsere freiwillige Selbstverpflichtung gehen wir noch über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Somit wird eine ortsnahe Versorgung insbesondere der Privatkunden in Stadt und Land sichergestellt.
Aber: Wir bereiten uns sorgfältig auf die Zeit nach Ablauf der Exklusivlizenz vor. Bereits heute treffen wir Vorbereitungen, ab 2008 eine befriedigende Lösung für unsere Privat- und kleinen Geschäftskunden zu entwickeln. Hierbei gilt es, durch geeignete Konzepte das ökonomisch Notwendige mit den Wünschen unserer Kunden zu verbinden und uns natürlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zu bewegen. Deshalb testen wir ab September 2005 einen neuen Filialtyp. An mehr als 300 Standorten wird ein kundennahes und nachfragegerechtes Basisangebot, das ca. 80-90% des Produktspektrums umfasst, angeboten. Nach erfolgreicher Pilotphase kann das Modell dann ab 2006 bundesweit eingeführt werden.
Aktionärsstruktur
Im ersten Halbjahr 2005 war ein wichtiger Meilenstein die Veränderung der Aktionärstruktur. Am 13. Juni 2005 verkaufte die Kreditanstalt für Wiederaufbau weitere 11,4% ihrer Deutsche Post-Aktien. Am 18. Juli hat der Bund seine restlichen 7,3% der Kreditanstalt für Wiederaufbau übertragen und ist nun nicht mehr Anteilseigner an unserem Unternehmen. Nach über 500 Jahren Bestehen und einer langen gemeinsamen Geschichte mit dem Deutschen Staat, ist dies ein denkwürdiger Moment. Fünf Jahre nach dem Börsengang ist die Deutsche Post-Aktie nicht mehr mehrheitlich im Staatsbesitz. Nun sind erstmals deutlich über 50% der Aktien, nämlich 55,3% im Streubesitz, während der Anteil der KfW 44,7% beträgt.
Wir begrüßen diesen Schritt sehr: er erhöht die Attraktivität der Deutschen Post-Aktie, vor allem für diejenigen, die in der Vergangenheit zögerten, Anteile an einem "Staatsunternehmen" zu erwerben.
Konzernkennzahlen 2005
Nun will ich Ihnen, bevor mein Vorstandskollege Herr Dr. Ernst Ihnen gleich Detailinformationen zu unserer Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz vorstellen wird, die Konzernkennzahlen des 1. Halbjahres 2005 präsentieren.
Insgesamt zeigt sich ein erfreuliches Bild. Der Konzern Deutsche Post World Net konnte den Umsatz um 2,0% von 21,1 Mrd. EUR auf 21,5 Mrd. EUR steigern.
Das operative Ergebnis EBIT stieg von 1,5 Mrd. EUR auf 1,65 Mrd. EUR, was einem Anstieg von 10,6% entspricht.
Beim Konzerngewinn haben wir uns um 30,2% von 721 Mio. EUR auf 939 Mio. EUR verbessert.
Dies spiegelt sich auch in dem deutlich gestiegenen Ergebnis pro Aktie wider. Dies haben wir von 0,65 EUR auf 0,84 EUR erhöht.
STAR
Im ersten Halbjahr 2005 erbrachten die Maßnahmen aus unserem Programm für Wertsteigerung und Integration einen Ergebnisbeitrag in Höhe von 261 Mio. EUR. Seit November 2002 konnten wir daraus akkumuliert einen Ergebnisbeitrag in Höhe von 1,123 Mrd. EUR erzielen. Damit liegen wir ein halbes Jahr vor Abschluss des Programms auf der Zielgeraden.
Insgesamt erwarten wir zum 31. Dezember 2005 kumuliert einen Ergebnisbeitrag von mindestens 1,4 Mrd. EUR.
Auch über das offizielle Programmende hinaus werden wir einzelne Projekte daraus weiterführen. Ein Schwerpunkt wird die weitere Netzwerkintegration in Europa sein. Die Verantwortung dafür wird bis zum Jahresende in die Linienfunktion und damit in die Unternehmensbereiche übergehen.
Aber wir denken bereits über STAR hinaus und planen nach 2005 mittelfristige Maßnahmen, die wir Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen werden.
Umsätze international
Durch die konsequente Umsetzung unserer Internationalisierungsstrategie und den damit verbundenen Akquisitionen, vor allem im Unternehmensbereich BRIEF, ist es uns gelungen, unseren Auslandsanteil wiederum zu steigern.
Nahezu die Hälfte unserer Umsätze, nämlich 49,4% erwirtschaften wir mittlerweile im Ausland.
Aktienentwicklung Deutsche Post und Postbank
Der positive Verlauf unserer Geschäftsaktivitäten und unsere Dividendenpolitik spiegeln sich auch in unserem Aktienkurs wieder. Seit Beginn des Jahres konnte die Deutsche Post-Aktie um rund 20% zulegen, während der DAX bei 13,8% im Vergleichszeitraum lag. Dies ist umso erfreulicher, als wir im vergangenen Jahr unter der DAX-Entwicklung lagen.
Die Postbank-Aktie ist nach wie vor eine Erfolgsgeschichte. Sie entwickelte sich mit 33,2% um mehr als das Doppelte im Vergleich zum DAX und macht uns und den übrigen Aktionären viel Freude.
Nun übergebe ich meinem Kollegen, Herrn Dr. Ernst das Wort, der Ihnen einen Überblick über unsere Finanzkennzahlen geben wird.
Dr. Edgar Ernst
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
lassen Sie mich im Folgenden einen detaillierten Blick auf den Abschluss des 1. Halbjahres 2005 werfen. Zunächst zur Gewinn- und Verlustrechnung.
Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass nach IFRS Standard seit Beginn diesen Jahres die regelmäßigen Goodwill-Abschreibungen wegfallen. Dies führt dazu, dass wir die EBITA-Berichterstattung durch die Präsentation der EBIT-Zahlen ersetzt haben. Im Vorjahreszeitraum sind noch 188 Mio. Euro Goodwill-Abschreibungen im EBIT enthalten.
Die Umsatzerlöse von rund 21,5 Mrd. Euro konnten wir im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 um 2,0% steigern.
Den Auslandsumsatz haben wir um 7,4% auf 10,6 Mrd. Euro erhöht. Damit stammen heute 49,4% unseres Umsatzes aus dem Ausland. Im Vorjahreszeitraum waren dies noch 46,9%.
Unser operatives Ergebnis (EBIT) lag, wie bereits von Herrn Dr. Zumwinkel erläutert, im ersten Halbjahr 2005 mit 1,65 Mrd. Euro um sehr erfreuliche 10,6% über dem Vorjahreswert. Insbesondere die deutlichen Zuwächse in den Unternehmensbereichen EXPRESS, LOGISTIK und FINANZ DIENSTLEISTUNGEN haben hierzu beigetragen.
Der Konzerngewinn liegt im ersten Halbjahr 2005 bei 939 Mio. Euro nach 721 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Anstieg von über 30%.
Aus dem Konzerngewinn leitet sich ein Ergebnis pro Aktie von 84 Eurocent ab. Im 1. Halbjahr 2004 hatte das Ergebnis pro Aktie noch 65 Eurocent betragen.
2. Quartal 2005
Ich will auch einen kurzen Blick auf das 2. Quartal 2005 werfen, das aus unserer Sicht sehr erfreulich verlaufen ist.
Wir konnten im 2. Quartal 2005 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Umsätze um 4,4% steigern, unseren operativen Gewinn (EBIT) sogar um über 20%.
Im Vergleich zum 1. Quartal 2005, im dem wir aufgrund zweier fehlender Arbeitstage - vor allem bei BRIEF - unser Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nur 2,8% steigern konnten, sind wir heute mit den über 20% Ergebnisverbesserung des 2. Quartals 2005 sehr zufrieden; wir haben den geringeren Ergebnisanstieg des 1. Quartals damit auch deutlich wettgemacht.
Der Konzerngewinn stieg um 76% auf 484 Mio. EUR.
Die detaillierten Umsatz- und Ergebniszahlen für das 2. Quartal 2005 finden Sie in Ihren Presseunterlagen.
Segmentberichterstattung
Zum Gesamtumsatz der Unternehmensbereiche von rund 21,5 Mrd. Euro hat der Unternehmensbereich BRIEF im 1. Halbjahr 2005 rund 6,4 Mrd. Euro beigetragen, der Bereich EXPRESS rund 8,8 Mrd. Euro, der Bereich LOGISTIK rund 3,6 Mrd. Euro und der Unternehmensbereich FINANZ DIENSTLEISTUNGEN rund 3,5 Mrd. Euro.
In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erwirtschaftete der Unternehmensbereich BRIEF einen Umsatz, der um 1% über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liegt. Dies ist vor allem auf die positive Entwicklung in unseren Geschäftsfeldern "Value added services" und "Mail International" zurückzuführen.
Im Bereich EXPRESS haben wir den Umsatz um 1,8% auf 8,8 Mrd. Euro gesteigert. Ein starker Treiber dafür war wiederum die Region Asien/Pazifik, in der wir unseren Umsatz um rund 19% steigern konnten.
Einen deutlichen Umsatzanstieg um fast 12% auf 3,6 Mrd. Euro verzeichnet auch der Unternehmensbereich LOGISTIK. Sowohl DHL Solutions als auch DHL Danzas Air & Ocean erzielten ein deutliches Umsatzplus gegenüber dem 1. Halbjahr 2004.
Bei den FDL haben wir einen Rückgang der Erlöse um 3% auf nunmehr 3,5 Mrd. Euro zu verzeichnen. Dies ist auf das weiterhin geringe Zinsniveau zurückzuführen.
Operatives Ergebnis (EBIT)
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) beim BRIEF lag mit rund 1,1 Mrd. Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Mit den Umsatzzuwächsen im internationalen Bereich werden noch nicht so hohe Margen erzielt, um die schwierigere wirtschaftliche Lage in Deutschland und die dadurch geringere BRIEF-Marge auszugleichen.
Im Bereich EXPRESS haben wir unser Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr von 10 auf 163 Mio. Euro stark verbessert. EXPRESS "Americas" weist ein Ergebnis von -197 Mio. Euro aus. Außerhalb "Americas" konnten wir unser Ergebnis von 273 auf 360 Mio. Euro steigern. Dies entspricht einem Zuwachs von fast 32%.
Im Bereich LOGISTIK hat sich das Ergebnis erfreulich deutlich verbessert, und zwar um rund 85 % auf 122 Mio. Euro. Dieses beruht vor allem auf der sehr guten Entwicklung in unserem Geschäftsfeld DHL Danzas Air and Ocean.
Der Bereich FINANZ DIENSTLEISTUNGEN konnte sein Ergebnis um rund 15% auf 379 Mio. Euro steigern. Zu dieser weiterhin sehr erfreulichen Entwicklung trug insbesondere das gute operative Geschäft der Postbank bei.
Der Return on Equity (ROE) als Messgröße für die Rentabilität des eingesetzten Eigenkapitals verbesserte sich im Vergleich zum 1. Hj. 2004 von 12,6% auf 14,0%. Positiv entwickelte sich auch die Cost/Income-Ratio: Sie sank von 70,8% auf 68,6%. Dies belegt, dass es uns gelungen ist, unsere Erträge deutlich zu steigern; zugleich sind unsere Kosten nur unterproportional angewachsen.
Konzernbilanz
Nun möchte ich Ihnen einige ausgewählten Kenngrößen vorstellen.
Die Investitionen in Sachanlagen stieg um 34,5% auf 756 Mio. EUR.
Der operative Cash-Flow sank um rund 25% auf 912 Mio. EUR.
Die Nettoverschuldung beträgt nunmehr rund 600 Mio. EUR und ist somit Ausdruck der gesunden Finanzsituation unseres Unternehmens.
Dividende 2005
Meine Damen und Herren,
wir hatten Sie bereits im Rahmen unserer Bilanzpressekonferenz im März über zwei Themen informiert, die sich positiv auf unsere künftigen Nettogewinne und damit die Ergebnisse pro Aktie auswirken:
- Zum Einen die höheren Abschreibungen in unserer Steuerbilanz, die zu einem verminderten zu versteuernden Ergebnis und zu einer Verminderung unserer Steuerquote in der Konzernbilanz führen,
- Zum Anderen die regelmäßigen Abschreibungen auf den Goodwill, die ab dem 01.01.2005 laut IFRS-Vorschriften wegfallen.
Verbunden mit der erwarteten Ergebnissteigerung wird sich insgesamt eine Erhöhung unseres Nettogewinns um gut 500 Mio. Euro ergeben. Das bedeutet eine Erhöhung des Gewinns pro Aktie um gut 45 Cent.
Wir wollen unsere Aktionäre an dieser positiven Entwicklung im Rahmen unserer Dividende für 2005 beteiligen. Für 2004 hatten wir eine Dividende von 50 Cent pro Aktie gezahlt. Für das laufende Geschäftsjahr beabsichtigen wir, wenn die Geschäfte weiterhin planmäßig verlaufen, unseren Aktionären eine Dividende zu zahlen, die um mindestens ein Drittel über der des Jahres 2004 liegen wird.
Die Nettorendite, also nach Steuern, würde damit zum Kurs vom 25.7.2005 3,3% betragen. Im Vergleich zu alternativen Anlagemöglichkeiten ist dies für unsere Aktionäre sicherlich eine erfreuliche Entwicklung.
Ich meine, mit dieser Dividendenpolitik stützen wir aktiv das Vertrauen in unseren Konzern und in die Aktie der Deutschen Post.
Zusammenfassung
Meine Damen und Herren,
ich darf für Sie die wichtigsten Geschäftsdaten des Konzerns Deutsche Post World Net für das 1. Halbjahr 2005 noch einmal im Überblick zusammenfassen:
- Wir haben den Konzernumsatz um 2,0% auf rund 21,5 Mrd. Euro gesteigert.
- Der Anteil des Auslandsumsatzes stieg auf nunmehr 49,4% an.
- Das Ergebnis von rund 1,65 Mrd. Euro liegt im Rahmen unserer Prognose und der Erwartungen der Kapitalmärkte an uns.
- Das Ergebnis für das 2. Quartal 2005 steigt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 20% an.
- Der Konzerngewinn erhöht sich um 30,2% auf 939 Mio. Euro.
- Das STAR Programm hat 261 Mio. Euro zum Ergebnis des 1. Halbjahres 2005 beigetragen und damit alle Erwartungen erfüllt.
- Die Dividende 2005 wird um mindestens ein Drittel höher ausfallen als 2004.
Meine Damen und Herren, ich meine, diese guten Ergebnisse und Erwartungen belegen die weiterhin fundamentale Stärke und Solidität unseres Konzerns.
Damit darf ich jetzt das Wort an Dr. Zumwinkel zurückgeben.
Dr. Klaus Zumwinkel
BRIEF
Sehr geehrte Damen und Herren, im Folgenden will ich Ihnen über die Ergebnisse und Entwicklungen unserer einzelnen Unternehmensbereiche im 1. Halbjahr 2005 berichten und einen Ausblick geben.
Der Umsatz im Unternehmensbereich Brief stieg auf ohnehin hohem Niveau nochmals leicht um 1,0% auf 6,35 Mrd. EUR an. Durch die Zuwächse im internationalen Geschäft konnten wir die Umsatzrückgänge im nationalen Bereich kompensieren. Unsere Internationalisierungsstrategie, wie z.B. in den USA und den Niederlanden, zeigt zunehmende Erfolge. In Großbritannien werden wir unser bestehendes Geschäftskunden-Netzwerk auf weitere attraktive Zielregionen im Land erweitern.
Unser Hauptumsatzträger "Brief Kommunikation" ist nach wie vor von einer schwachen Binnennachfrage betroffen. Darüber hinaus macht sich auch der steigende Wettbewerb bemerkbar.
Im konjunktursensiblen Geschäftsfeld "Direkt Marketing" konnten wir durch zunehmende Vertriebsaktivitäten den Vorjahresumsatz halten.
Das Geschäftsfeld "Presse Distribution" zeigt im Vergleich zum Vorjahr sogar eine leichte Steigerung.
Wir gehen davon aus, dass der Postmarkt in Deutschland ab 2008 vollständig liberalisiert wird. Um aber Wettbewerbsgleichheit zu schaffen und den Grundgedanken eines europäischen Wirtschaftsraumes ohne Schranken zu erfüllen, muss der europäische Gesetzgeber dafür Sorge tragen, dass die Marktöffnung unter gleichen Bedingungen in allen beteiligten Ländern der EU erfolgt. Ebenso ist es unabdingbar, dass ein konkretes Enddatum der Liberalisierung verbindlich festgelegt ist. Sollte es nicht möglich sein, eine einheitliche Regelung für alle Länder zu finden, müssen weitere Überlegungen für Deutschland angestellt werden, damit es nicht zu einer Beschädigung des Standortes Deutschland kommt.
Im nächsten Jahr, also zum 1.1.2006 wird die Deutsche Post nur noch die Exklusivlizenz für Briefe bis 50 Gramm statt wie bisher 100 Gramm besitzen. Durch die Reduzierung der Gewichtsgrenzen werden weitere 5% unseres Brief-Umsatzes für den Wettbewerb geöffnet. Natürlich werden wir geeignete Maßnahmen ergreifen, um unseren Umsatz stabil zu halten.
Die kürzlich entstandenen Irritationen zum Thema Samstagszustellung möchte ich hier noch einmal deutlich entkräften. Weiterhin gilt: "Jetzt und in Zukunft stellen wir Samstags unseren Kunden ihre Briefe zu".
EXPRESS
Im Express-Bereich konnten wir den Umsatz um 1,8% auf 8,8 Mrd. EUR im Vergleich zum Vorjahr steigern. Das Ergebnis erhöhte sich sogar von 10 Mio. EUR auf 163 Mio. EUR.
In der Region "Europa" ist unser Umsatz stabil auf Vorjahresniveau geblieben. Die wirtschaftliche Entwicklung in einigen Ländern, wie z.B. in Italien und die umfassende Restrukturierung unserer Netzwerke wirkten sich nachteilig auf einige unserer nationalen Umsätze aus. In Deutschland machten sich die Folgen rückläufiger Volumen im Versandhandel in der Umsatzentwicklung bemerkbar.
Generell konnten wir jedoch diese Rückgänge durch Zuwächse im internationalen Geschäft und mit Kunden des online-Handels kompensieren. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch die konsequente Fortführung der Integration und die verstärkte Ausrichtung auf die Bedürfnisse unserer Kunden zukünftig wieder überdurchschnittlich wachsen werden.
In der Region "Americas" konnten wir unseren Umsatz um 4,4% steigern.
Hierbei steht natürlich vor allem unser USA-Geschäft im Fokus. Daher möchte ich hierauf detaillierter eingehen:
Unser Ziel war und ist es, auch unseren Kunden in den USA ein umfassendes Produktportfolio mit der gewohnt hohen DHL-Qualität anzubieten und eine starke dritte Kraft im US-amerikanischen Markt zu sein. Daher investieren wir während der Integrationsphase auch 1,2 Mrd. US-Dollar, um unsere Netzwerkqualität und geographische Abdeckung zu erhöhen. Mit gezielten Marketingkampagnen haben wir unsere Marke deutlich mehr in das Bewusstsein der Konsumenten gerückt.
Natürlich sehen wir uns noch mit umfangreichen Aufgaben konfrontiert. Aber die ersten sehr positiven Auswirkungen geben uns viel Zuversicht für die Erreichung unseres Zieles.
Lassen Sie mich nur einige Beispiele nennen:
- Unser, mit hohen Kosten selbst aufgebautes Ground-Netzwerk ist nahezu vollständig arbeitsfähig. Hierüber werden 50% der DHL Volumina transportiert.
- Wir konnten die Zustellqualität für das ground based parcel network auf 97% und die Overnight on time-delivery (also, die zeitgerechte Zustellung über Nacht) sogar auf 98% erhöhen.
- Auch unseren Kundenservice haben wir deutlich verbessert.
- Unser Luftdrehkreuz in Wilmington, wird plangemäß im Herbst dieses Jahres fertig gestellt.
Wir bekräftigen unser Ziel, die Verluste im Jahr 2005 auf 300 Mio. EUR zu reduzieren und im 4. Quartal 2006 den Break-even zu erreichen.
Asien macht uns nach wie vor große Freude. Hier verzeichnen wir mit 19,1% wieder einmal ein zweistelliges Wachstum. China trägt hierzu überdurchschnittlich bei. In Indien ist die Integration des Nummer 1 Anbieters für nationalen Express Blue Dart in vollem Gange.
Auch die Region EMA wächst deutlich mit 13,7%, wo wir von steigenden Transportvolumina profitieren.
LOGISTIK
Der Unternehmensbereich Logistik hat den Umsatz um 11,8% auf rund 3,6 Mrd. EUR erhöht. Auch das Ergebnis ist um rund 85 % höher als im Vorjahr.
Das Geschäftsfeld Solutions konnte vor allem in Europa Umsatz hinzugewinnen. Bei Air & Ocean stiegen sowohl in der Luft- als auch in der Seefracht die transportierten Volumina und dies erfreulicherweise über alle Regionen hinweg. Vor allem die hohen Exporte von Asien nach Europa haben sich positiv niedergeschlagen.
Zum 1. April 2005 haben DHL Danzas Air & Ocean und Lufthansa Cargo das Joint Venture LifeConEx gegründet. Als erster industriespezifischer Anbieter für die Life-Science-Industrie bietet LifeConEx weltweit integrierte Lösungen für temperaturgeführte Spezialtransporte in den Bereichen Pharma, Biotechnologie und Medizintechnik an. Unsere Kunden profitieren von deutlich verkürzten Lieferzeiten und reduzierten Kosten. Die ersten Monate der Geschäftsaktivität zeigen bereits ein erfreuliches Bild: wir haben bereits 500t transportiert und streben für 2006 die Gewinnschwelle an.
Wie eingangs bereits ausgeführt, haben wir nach der erfolgreicher Übernahme der Karstadt-Quelle Logistik und der 3.700 Mitarbeiter, nun erfolgreich die Integrationsphase angestoßen.
FINANZ DIENSTLEISTUNGEN
Gestern veröffentlichte die Postbank ihre Halbjahreszahlen und Sie alle kennen sicherlich bereits die überaus positive Entwicklung. Daher möchte ich nur einen kurzen Überblick geben:
Der Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen erzielte im ersten Halbjahr 2005 ein Ergebnis von 379 Mio. EUR. Dies entspricht einem Anstieg von 15,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Sehr erfreulich entwickelt sich nach wie vor unser Kerngeschäft, das Retail Banking. Beim Provisionsüberschuss haben wir mit 16,4% zweistellige Zuwachsraten zu verzeichnen. Hier tragen unsere Anstrengungen beim Vertrieb beratungsintensiver Produkte deutliche Früchte. Wir sind besonders stolz darauf, dass wir 362.000 Neukunden gewinnen konnten und es uns gleichzeitig gelungen ist, unseren Verwaltungsaufwand zu senken. Er reduzierte sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 3,3% auf 676 Mio. EUR. Hierdurch wird deutlich, dass es uns gelingt unsere Effizienz durch ein striktes Kostenmanagement kontinuierlich zu verbessern.
Zum 1. Juli haben wir zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs ein Altersvorsorgekonto eingeführt, um uns noch stärker im deutschen Markt für private Altersvorsorge zu positionieren und die Bedürfnisse unserer Kunden abzudecken. Bereits heute sind wir hier ein kompetenter Berater mit einer umfangreichen Produktpalette.
Der Bereich Transaction Banking entwickelt sich wie geplant. Die Restrukturierungsmaßnahmen nach der Übernahme der Einheiten der Deutschen und Dresdner Bank sind abgeschlossen. Nun sind wir dabei die Geschäftsprozesse weiter zu optimieren und zu vereinheitlichen. Dies wird uns auch den Rest des Jahres beschäftigen.
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Schluss kommen.
Wir sehen uns mit der Entwicklung des ersten Halbjahres auf einem guten Weg.
Im Unternehmensbereich BRIEF zeigt unsere Internationalisierungsstrategie die erwünschten Erfolge und hilft uns den unvermeidlichen Umsatzrückgang, den ein zunehmender Wettbewerb in Deutschland mit sich bringt, zu kompensieren. Im 1. Halbjahr wurde im internationalen Brief-Geschäft inkl. Mehrwertleistungen bereits rund 1 Mrd. EUR erwirtschaftet. Dies entspricht einem Anteil von rund 16% am Umsatz des Unternehmensbereiches BRIEF. Aber wir sind zuversichtlich auch durch unsere Aktivitäten bei den nationalen Geschäftskunden unseren inländischen Umsatz zu verteidigen.
Der Unternehmensbereich EXPRESS ist auf dem richtigen Weg. In Europa schreitet die Integration erfolgreich voran. In den USA zeigen die ergriffenen Maßnahmen deutliche Erfolge und die Mannschaft um John Mullen ist mit Eifer dabei weitere Verbesserungen umzusetzen.
Mit den Zukäufen der Logistik von Karstadt/Quelle und unseren Aktivitäten beim Aufbau neuer Geschäftsaktivitäten haben wir im Unternehmensbereich LOGISTIK große Fortschritte gemacht, die mich zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen.
Die Postbank ist nach wie vor eine Erfolgsgeschichte und zahlreiche neue Kunden und positive Geschäftszahlen bestätigen dies.
Insgesamt bin ich zufrieden mit der Entwicklung unseres Konzerns und kann daher abschließend nur noch einmal bekräftigen: wir werden unser Ziel von 3,6 Mrd. EUR EBIT in 2005 erreichen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Für weitere Informationen für Journalisten stehen Ihnen unsere Pressesprecher gerne zur Verfügung.
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