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- Interview mit Frank Appel: Bericht zur Unternehmensverantwortung 2010
"Nachhaltigkeit im Focus der Konzernstrategie"
Am 26. April hat die Deutsche Post DHL ihren Nachhaltigkeitsbericht 2009/2010 vorgestellt. Konzernchef Frank Appel blickt auf die Zwischenbilanz der umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie.
Postchef Frank Appel: "Das individuelle Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter macht mich stolz"
Herr Appel, wie bewerten Sie den Nachhaltigkeitsbericht 2010?
Frank Appel: Der Nachhaltigkeitsbericht 2010 ist ein Beleg dafür, dass der Erfolg für nachhaltiges Wirtschaften und Handeln nicht an Worten abzulesen ist, sondern an Taten. Der Bericht bietet ein Kaleidoskop an Aktivitäten und der vielfältigen Umsetzung unserer Strategie und der zugehörigen Programme. Wir kommen unseren Zielen in den Bereichen Umwelt, sozialem Engagement und Verantwortung beständig näher.
Sie haben die Corporate Responsibility zum integralen Bestandteil Ihrer Strategie 2015 gemacht. Warum?
Wir sind das größte Logistikunternehmen und gehören zu den größten Arbeitgebern der Welt. Das ist Chance und Verpflichtung zugleich. Es ist die Chance, ein erfolgreiches Unternehmen zu sein und erste Wahl für Mitarbeiter, Kunden und Investoren zu werden. Es ist aber auch die Verpflichtung darauf zu achten, was um uns herum geschieht. Nachhaltigkeit heißt für uns: einerseits verantwortungsvoll planen und wirtschaften, andererseits sich der gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen und entsprechend zu agieren. Nur so können wir erste Wahl werden und auch wirtschaftlich erfolgreich sein.
Wie verbinden Sie Geschäft und Verantwortung?
Da gibt es viele Beispiele. Ich nenne hier nur einmal unser GoGreen Klimaschutzprogramm: Wir wollen unsere CO2 Effizienz bis 2020 um 30% im Vergleich zu 2007 verbessern. Auf dem Weg dorthin haben wir 2009 im Vergleich zu 2008 unsere CO2 Effizienz um 3 Punkte verbessern können.
Solche Schritte gelingen nur, wenn wir selbst viel tun, aber wir brauchen auch unsere Kunden und Subunternehmer mit in diesem Boot. Alte Flugzeuge werden zum Beispiel sukzessive mit neuen, treibstoffärmeren ausgetauscht und bei unserer Fahrzeugflotte nutzen wir bessere Routenplanungssysteme und schulen unsere Mitarbeiter in Fahrertrainings. Wir bieten unsere GoGreen Services in fast 30 Ländern an, und die Kunden nehmen das Angebot an. Wir konnten damit 2009 den CO2 Ausstoß von über 700 Millionen Sendungen über Klimaschutzprojekte ausgleichen. Im Nachhaltigkeitsbericht gibt es viele weitere Beispiele.
Frank Appel (mit dem damaligen Bundesminister für Arbeit und Soziales, Franz Josef Jung) bei der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2009.
Wir reden aber nicht nur vom Umweltschutz. Können Sie andere Beispiele nennen?
Natürlich geht es nicht nur um Umweltschutz. Deshalb haben wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie "Verantwortung leben" ja auf drei Gebiete ausgerichtet: Umwelt, Katastrophenhilfe und Bildung. Unsere Disaster Response Teams waren wieder mehrfach im Einsatz, und wir haben mit "Get Airports Ready for Disaster" ein wichtiges Präventionsprojekt zusammen mit UNDP begonnen. Und unsere Partnerschaft mit Teach First Deutschland trägt erste Früchte. Ich möchte betonen, dass all unsere Programme nur mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihrem Engagement funktionieren. Und wir auch nur mit Ihnen nachhaltig wirken können.
In Ihrer Strategie 2015 betonen Sie das Thema "Respekt und Resultate" - gehört das zur Ihrer Mitarbeiterstrategie?
Unbedingt. Wir führen jedes Jahr eine Mitarbeiterbefragung durch, die sehr umfassend die Stimmung, Perspektiven und Meinungen in unserem Konzern abfragt. Im letzten Jahr haben rund 370.000 Kolleginnen und Kollegen daran teilgenommen. Mit diesem Feedback entstehen dann entsprechende Programme, die Antworten auf die Anliegen der Kollegen geben sollen. In der Mitarbeiterstrategie liegt eine besondere Priorität auf dem Ausbau von Respekt und Resultaten, also etwa darauf, wie Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern umgehen oder wie wir die aktive Entwicklung von Karrierepfaden für talentierte Mitarbeiter fördern können.
Worauf sind Sie besonders stolz, wenn Sie in den Nachhaltigkeitsbericht schauen?
Stolz bin ich, wie schnell und effizient wir in der Lage waren, mit unseren Disaster Response Teams unmittelbar in den Katastrophengebieten in Haiti und in Chile professionelle und wertvolle Hilfe zu leisten. Aber auch unsere Kooperation mit Teach First Deutschland kann auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken und wird kontinuierlich weiter wachsen. Ich bin außerdem sehr zufrieden, dass wir mit dem Klimaschutzprogramm gute Fortschritte machen das ist wichtig für die Umwelt, für uns als Unternehmen, aber letztendlich auch für unsere Kunden, die zunehmend Wert auf ein nachhaltiges, verantwortungsvolles Verhalten legen.
Sehr schön ist, dass unser nachhaltiges Engagement in allen drei Bereichen auch international wahrgenommen wird: Im letzten Jahr sind wir mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für unsere nachhaltige Unternehmensstrategie ausgezeichnet worden und die Vereinten Nationen haben unser Engagement in einem persönlichen Brief mit "bemerkenswert" gewürdigt - diese Anerkennung der Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das individuelle Engagement macht mich sehr stolz.
Für weitere Informationen für Journalisten stehen Ihnen unsere Pressesprecher gerne zur Verfügung.
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