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- Interview mit Frank Appel zum GARD-Training in Bangladesh
"Die Katastrophenvorsorge an immer mehr Flughäfen verbessern"
Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL, erläutert das "Get Airports Ready for Disaster" (GARD) Training in Bangladesch, ein gemeinsam mit den Vereinten Nationen entwickeltes Programm.
Postchef Frank Appel
Mit den Katastrophenhilfsteams, den sogenannten Disaster Response Teams, engagiert sich der Konzern Deutsche Post DHL seit einigen Jahren nach Naturkatastrophen. Was hat Sie dazu bewegt, dieses Engagement jetzt auch noch auf die Katastrophenvorsorge auszuweiten?
Frank Appel: Wir haben festgestellt, dass unsere Einsätze auf Flughäfen in Krisenregionen einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung von Krisensituationen leisten und in der schwierigen Situation nach einer Naturkatastrophe eine wichtige Lücke schließen können. Durch unser Engagement sind wir uns der Bedeutung guter Vorbereitungen auf den Notfall sehr bewusst geworden. Mit einem nationalen Katastrophenbereitschaftsplan können die nationalen Behörden im Erstfall schnell reagieren und kritische Verzögerungen vermeiden.
GARD setzt genau hier an: mit der Vorbereitung auf den Ernstfall. GARD ist eine konsequente Weiterentwicklung unserer bisherigen Einsätze nach Naturkatastrophen. Neben der Abwicklung von eintreffenden Hilfsgütern an Flughäfen in Krisengebieten, können wir mit GARD unabhängig von einer Katastrophe unser Logistikwissen an örtliche Behörden weitergeben.
Wie fiel Ihre Wahl auf Bangladesch?
Frank Appel: Ziel ist es, Flughäfen in besonders gefährdeten Gebieten zu unterstützen. Wie die jüngsten Einstufungen der Internationalen Strategie zur Katastrophenminimierung der Vereinten Nationen zeigen, ist Bangladesch vor allem durch Überschwemmungen und Zyklone besonders gefährdet. Die meisten Einwohner des Landes leben in den tief liegenden Delta- und Küstenregionen. Dadurch sind die Auswirkungen von Naturkatastrophen in Bangladesch besonders verheerend, sowohl was die Zahl der Opfer als auch die Auswirkungen auf die Existenzgrundlagen angeht.
Naturkatastrophen lassen sich weder verhindern noch vorhersagen. Durch den Einsatz unseres Logistikwissens können wir aber helfen, Flughäfen in besonders gefährdeten Regionen wie Bangladesch auf die Abwicklung eintreffender Hilfsgüterlieferungen vorzubereiten. So bietet das Programm den Menschen vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit ähnlichen, früheren Trainings?
Frank Appel: Bangladesch ist das dritte Land nach Indonesien und Nepal, in dem das GARD-Programm durchgeführt wird. In Nepal hat GARD fünf Flughäfen beim Ausbau ihrer Kapazitäten unterstützt - die Resonanz auf das Programm war hier überwältigend positiv. Die Regierung von Nepal überlegt jetzt sogar, die GARD-Methode der Bewertung von Notfallkapazitäten in ihren nationalen Katastrophenschutzplan zu integrieren - eine eindeutige Bestätigung der Vorteile und Wirksamkeit unseres Trainingsansatzes!
Aufgrund unserer Erfahrung im Bereich der Katastrophenlogistik wissen wir, dass gut auf den Ernstfall vorbereitete Flughäfen eine wesentliche Rolle in humanitären Einsätzen spielen. Eine gut funktionierende Katastrophenbereitschaft an Flughäfen kann Leben retten. Wir sind sehr stolz auf den Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dies durch ihr freiwilliges, zeitliches und fachliches Engagement möglich machen.
Wie gewinnen Sie einzelne Länder für Ihr GARD-Training zur Katastrophenvorsorge?
Frank Appel: Das GARD-Programm haben wir gemeinsam mit den Vereinten Nationen und auf der Grundlage der Erfahrungen unserer Disaster Response Teams in bislang mehr als 20 Einsätzen entwickelt. Im Rahmen unserer engen Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) erhalten wir Unterstützung vor Ort und bei der Organisation der Trainings. Gemeinsam informieren wir Regierungen über das Trainingsangebot. Auch das Renommee, das wir uns mittlerweile durch unsere Katastropheneinsätze erarbeitet haben, hilft uns, dieses Programm bekannt zu machen.
Empfindet Deutsche Post DHL eine besonders starke Verantwortung für Gesellschaften, die von Naturkatastrophen getroffen werden?
Frank Appel: Als weltweit aktives Unternehmen beschäftigen wir 470.000 Mitarbeiter, die fast jedes Land der Welt vertreten. Im Katastrophenfall fühlen wir uns dafür verantwortlich sicherzustellen, dass unsere Beschäftigten wohlauf und in Sicherheit sind. Unser We Help Each other Fund - ein interner Hilfsfonds für betroffene Kolleginnen und Kollegen - unterstützt Mitarbeiter in Krisensituationen.Mit unserer Kernkompetenz, der Logistik, können wir gezielte Hilfe an einer wichtigen Schnittstelle der Katastrophenhilfseinsätze bieten. Häufig müssen die Behörden vor Ort eine Vielzahl von Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Dementsprechend dankbar sind sie für die Unterstützung, die wir ihnen bieten können.
Für weitere Informationen für Journalisten stehen Ihnen unsere Pressesprecher gerne zur Verfügung.
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