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"Zugang zu Bildung als Unternehmensverantwortung"
Postchef Frank Appel: "Wir haben einen Weg gefunden, unternehmerischen Erfolg und gesellschaftliches Engagement in Einklang zu bringen."
Warum engagiert sich Deutsche Post DHL eigentlich für Bildung?
Frank Appel: Eine Frage, die uns häufig gestellt wird: Warum investieren wir eigentlich so viel Zeit, Engagement und Herzblut in ein Programm wie GoTeach? Die Antwort ist ganz einfach: Weil wir Verantwortung tragen und weil wir Verantwortung nicht als Last oder Instrument zur Imageverbesserung begreifen. Sondern als Chance, die Welt, die uns umgibt, positiv mitzugestalten.
Sind Sie ein Weltverbesserer, Herr Appel?
Das sehe ich nicht so. Natürlich wollen wir etwas bewirken, aber wir maßen uns nicht an, für jedes Problem, ob lokal oder global, eine Lösung zu haben. Wir sind Unternehmer. Das heißt, dass wir bei allem was wir tun, unseren Kunden und unseren rund 500.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der ganzen Welt und natürlich auch unseren Aktionären verpflichtet sind. Das Besondere an unserem vielfältigen Engagement ist, dass wir einen Weg gefunden haben, unternehmerischen Erfolg und gesellschaftliches Engagement in Einklang zu bringen.
Was heißt das konkret?
Für Kinder und Jugendliche Zugang zu Bildung zu schaffen ist ein wichtiges Anliegen für uns. Gleichzeitig sind wir als global agierender Logistikkonzern auf gut ausgebildete Mitarbeiter nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt angewiesen. Unser Engagement für GoTeach hat also eine soziale und eine unternehmerische Dimension.
Eine Win-Win-Situation?
Ja, auch wenn ich den Begriff nicht besonders mag, weil er sich für mich so anhört, als könne man eine Situation kreieren, bei der allen Beteiligten der Erfolg quasi in den Schoß fällt. Das ist nicht der Fall. Die Erfolge unserer Living Responsibility-Programme wie GoTeach (Bildung), GoHelp (Katastrophenmanagement) und GoGreen (Umweltschutz) sind das Ergebnis harter, täglicher Arbeit von vielen Menschen rund um den Globus.
Wie entstand die Kooperation mit Teach For All und welche Idee steht dahinter?
Wir sind von der Grundidee der Organisation überzeugt, global Verantwortung für zukünftige Generationen zu übernehmen und dies regional umzusetzen. Daher gehörten wir 2009 auch zu den Gründungspartnern des deutschen Ablegers von Teach For All. Teach First Deutschland entsendet exzellente Hochschulabsolventen an Haupt-, Real- und Gesamtschulen, um die Schüler zwei Jahre lang in ihrem Lernalltag unterstützen. Das reicht von der Gruppen- und Einzelförderung bis zu zusätzlichen Nachmittagsangeboten und Hausaufgabenbetreuung. Die Jugendlichen profitieren von der zusätzlichen Zeit und der Aufmerksamkeit, die ihnen entgegengebracht wird. Die "Lehrer auf Zeit" profitieren ebenfalls, weil sie lernen Schüler zu motivieren, anzuleiten und mit ihnen im Team zu arbeiten. Das ist im Grunde nichts anderes als das, was auf viele dieser jungen Menschen später im Berufsleben zukommen wird.
Das funktioniert?
In jedem Fall. Das Interesse übertrifft alle unsere Erwartungen: Viele deutsche Schulen haben sich bis zum Beginn des Schuljahres bei Teach First Deutschland beworben. Der Erfolg von Teach First Deutschland hat uns darin bestärkt, die Zusammenarbeit mit Teach For All international auszuweiten.
In welchen Ländern wird sich Deutsche Post DHL konkret engagieren?
Wir werden Teach For All dabei unterstützen, die Tätigkeiten in Argentinien, Chile, Peru und Indien auszuweiten. In Spanien und Brasilien helfen wir, neue nationale Teach For All Organisationen aufzubauen. In diesen Ländern hat Deutsche Post DHL jeweils eine starke Marktpräsenz und damit auch die Ressourcen, die für die Unterstützung notwendig sind. Gleichzeitig sind die Bildungsprobleme in diesen Regionen häufig fundamental. Perspektivisch ist auch noch eine weitere geographische Ausdehnung unserer Kooperation denkbar.
Welche Bedeutung hat die Ausweitung der Kooperation für Ihre Mitarbeiter?
Diese Frage würde ich gerne umkehren: Welche Bedeutung haben unsere Mitarbeiter für die Kooperation? Der Erfolg der Projekte hängt stark von den Ideen unserer Mitarbeiter ab. Im Rahmen von Teach For All geht es vor allem um ein Coaching der "Lehrer auf Zeit" oder um die Unterstützung der Organisatoren von Teach For All bei größeren Veranstaltungen. Denkbar ist aber auch, dass Mitarbeiter von Deutsche Post DHL selbst als "Lehrer auf Zeit" tätig werden. Ich bin mir sicher, dass darüber hinaus noch viele weitere Ideen entstehen werden, wie der Einzelne seine Stärken für den guten Zweck von Teach For All einsetzen kann.
Für weitere Informationen für Journalisten stehen Ihnen unsere Pressesprecher gerne zur Verfügung.
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