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- Interview mit Rainer Wend zum Nachhaltigkeitsbericht 2010
"Fortschritte in allen Nachhaltigkeitsprogrammen"
Interview mit Rainer Wend, Zentralbereichsleiter Politik und Unternehmensverantwortung, anlässlich der Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsbericht 2010 am 23. Mai 2011.
Herr Wend, was zeichnet den Nachhaltigkeitsbericht 2010 aus?
Rainer Wend: Der Bericht zeigt, wie vielfältig unsere Anstrengungen sind, die wir unternehmen, um uns für Umwelt, Bildung und Gesellschaft einzusetzen. Und er unterstreicht, dass wir in allen Bereichen Fortschritte machen. Wir sehen zum Beispiel, dass sich unsere Investitionen in neue Flug- oder Fahrzeuge positiv auf unsere CO2-Bilanz auswirken und dass unsere Kunden unseren CO2-neutralen GOGREEN-Service sehr gut annehmen - mit weiter steigender Tendenz.
Welche konkreten Ergebnisse können Sie nennen?
Rainer Wend: Wir konnten unsere CO2-Effizienz weiter steigern und haben unser selbstgestecktes Zwischenziel - die Verbesserung unserer eigenen Energieeffizienz im Vergleich zum Jahr 2007 um 10 Prozent bis 2012 - bereits zwei Jahre früher als geplant erreicht. Für diese Fortschritte und unsere nachhaltigen Aktivitäten im Allgemeinen wurden wir zum wiederholten Male in verschiedenen angesehenen internationalen Indices sehr gut bewertet. Und im Bildungsbereich haben wir im letzten Jahr Partnerschaften mit der internationalen, gemeinnützigen Organisation Teach For All und dem Kinderhilfswerk SOS begonnen. Im Rahmen beider Partnerschaften setzen wir uns gezielt für bessere Bildungs- und Berufschancen ein. Das ist eine lohnende, sinnvolle Investition für die Gesellschaft und im zweiten Schritt auch für uns als weltweiter Arbeitgeber.
Ihre Programme und Maßnahmen sind also nicht ganz uneigennützig?
Rainer Wend: Kunden, Mitarbeiter und Investoren erkennen sehr schnell, ob echtes Engagement dahinter steckt. Wir haben von Anfang an großen Wert darauf gelegt, den Nutzen für unser Unternehmen ebenso klar zu identifizieren wie den Nutzen für die Gesellschaft und die Umwelt. Dabei muss die Wahrnehmung unserer Verantwortung fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit sein. Nur so kann sie zu messbaren Ergebnissen kommen. Nur so können wir auch gesellschaftlich einen Beitrag leisten. Und nur so können wir unternehmerisch erfolgreich.
Ein Logistiker mit großer Flugzeug- und Fahrzeugflotte, der sich für die Umwelt stark macht - ist das nicht ein Widerspruch in sich?
Rainer Wend: Die Logistikbranche ist das Rückgrat des globalen Handels. Ihre Transportleistung macht das heutige Ausmaß der weltweiten wirtschaftlichen Zusammenarbeit erst möglich. Gleichzeitig steht die Logistikbranche für etwa 14 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Daraus ergibt sich eine klare Aufgabe: Logistiker müssen Teil der Lösung sein und ihre strategische Stellung für eine emissionsarme globale Wirtschaft einsetzen. Hierzu zählt beispielsweise der Einsatz verbrauchsarmer Fahrzeuge und Flugzeuge. Vor allem aber müssen wir auch die Entwicklung optimierter Systeme und innovativer Kundenlösungen vorantreiben, die es erlauben, jeden Warentransport effizient und damit umweltschonend zu gestalten.
Was tun Sie konkret für die Umwelt?
Rainer Wend: Wir bieten umfassende GOGREEN-Lösungen an: Dazu gehören beispielsweise detaillierte CO2-Berichte und ein Ausgleich der entstandenen Emissionen für unsere Logistikkunden. Weiterhin bieten wir ihnen intermodale Transportlösungen an, also den kombinierten Transport per Luft, Wasser, Strasse und Schiene, was eine Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu 40 Prozent bedeuten kann. Und mit unserem GOGREEN-Versandservice können unsere Kunden ihren Transport CO2-neutral gestalten. Der Ausgleich erfolgt über anerkannte Klimaschutzprojekte. Und die Nachfrage gibt uns recht: Wir beobachten ein steigendes Interesse bei unseren Kunden an nachhaltigen Dienstleistungen, die sie auch für ihre eigene Wertschöpfungskette nutzen können. In unserer Studie "Delivering Tomorrow: Zukunft Nachhaltige Logistik" geben zum Beispiel rund 57 Prozent der befragten Geschäftskunden an, dass sie einen umweltfreundlichen Logistikdienstleister einem billigeren Anbieter vorziehen würden.
Aber wir schauen uns auch selbst genau auf die Finger: Unser Carbon Accounting und Controlling hilft uns, durch verbesserte Transparenz konkretes Einsparpotenzial im Konzern zu identifizieren und unternehmerische Entscheidungen auch unter Berücksichtigung ihrer Energieffizienz zu treffen. Wir können genau verfolgen, wo wir zuviel Energie oder Treibstoff verbrauchen und mit konkreten Maßnahmen wie bei der Routenplanung oder Fahrerschulung ansetzen.
Ihre Nachhaltigkeitsstrategie umfasst neben dem Umweltschutz auch die Katastrophenhilfe- wie sieht es hier aus?
Rainer Wend: Wir waren im letzten Jahr vier Mal mit unseren Katastropheneinsatzteams nach Naturkatastrophen im Einsatz. Unsere Hilfe ist wichtig, wie wir vor allem in Pakistan gesehen haben. Unsere Teams waren insgesamt drei Wochen vor Ort, um Hilfslieferungen am Flughafen für den Weitertransport ins Land vorzubereiten. Wir arbeiten als zuverlässiger Partner mit den Vereinten Nationen zusammen. Für uns ist das die Bestätigung, dass wir hier den richtigen Ansatz verfolgt haben, unsere Kernkompetenz Logistik nach Naturkatastrophen einzusetzen.
Die Motive für Ihr Engagement im Bildungsbereich sind nicht ganz so selbsterklärend. Warum setzen Sie sich als Logistikunternehmen für Bildung ein?
Rainer Wend: Aufbauend auf unseren Partnerschaften mit Teach For All und SOS Kinderdörfer weiten wir gerade unser Engagement für mehr Bildungsgerechtigkeit aus. Ich bin der Meinung, dass Bildung ein Schlüssel für den Erfolg des einzelnen, aber auch für Gesellschaften an sich ist. Als weltweiter Arbeitgeber von fast einer halben Million Menschen liegt es nahe, sich für einen besseren Zugang zu Bildung zu engagieren.
Was ist für Sie das wichtigste Ergebnis des diesjährigen Berichts?
Rainer Wend: Natürlich sticht unser frühzeitig erreichtes Emissionszwischenziel hervor und macht mich auch ein Stück weit stolz. Diese Errungenschaft ist eine Bestätigung unserer erfolgreichen Anstrengungen der letzten Jahre und zugleich Ansporn für die Zukunft. Darüber hinaus ist es mir sehr wichtig zu sehen, dass viele unserer Mitarbeiter stolz auf ihr Unternehmen sind und sich in unseren Programmen engagieren. Das gilt für unsere Katastropheneinsatzteams genauso wie für die vielen Freiwilligen, die sich zum Teil in ihrer Freizeit für lokale Projekte einsetzen und so unsere Nachhaltigkeitsstrategie "Verantwortung leben" aktiv umsetzen.
Für weitere Informationen für Journalisten stehen Ihnen unsere Pressesprecher gerne zur Verfügung.
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