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- Interview mit Rainer Wend über das Engagement des Disaster Response Team
"Als global agierendes Unternehmen haben wir auch eine globale Verantwortung!"
Rainer Wend, Zentralbereichsleiter Politik und Nachhaltigkeit bei Deutsche Post DHL, über die Verlängerung der Partnerschaftsvereinbarung zum Katastrophenmanagement mit dem Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN OCHA).
Rainer Wend, Zentralbereichsleiter Politik und Unternehmensverantwortung bei Deutsche Post DHL.
Worum geht es bei der Zusammenarbeit mit UN OCHA?
Wir arbeiten mit UN OCHA in Notfallsituationen nach Naturkatastrophen zusammen. Unter dem Mandat der Vereinten Nationen entsenden wir unsere Katastropheneinsatzteams (Disaster Response Teams - DRTs) in das Katastrophengebiet. Die speziell geschulten Logistikexperten der DRTs übernehmen die Organisation der Hilfsgüterlogistik an Flughäfen vor Ort. Durch professionelle Sortierung und Lagerung werden Engpasse in der Lieferkette verhindert.
Warum engagiert sich Deutsche Post DHL in der Katastrophenhilfe?
Schätzungen zufolge kamen im Jahr 2009 allein 11.000 Menschen durch Naturkatastrophen ums Leben. Als global agierendes Unternehmen haben wir auch eine globale Verantwortung. Durch unsere Präsenz auf der ganzen Welt können wir unsere globale Infrastruktur und Expertise optimal nutzen. Wir können sehr schnelle und effiziente Hilfe leisten. In Katastrophenfällen ist das absolut entscheidend.
Und warum eine Partnerschaft mit UN OCHA?
In 2003 haben wir zum ersten Mal am Flughafen der Stadt Bam in der Nähe der pakistanisch-iranischen Grenze gearbeitet. Nach einem verheerenden Erdbeben wurde der Flughafen von Hilfsgütern der internationalen Gemeinschaft geradezu überschwemmt und stieß sehr bald an seine Grenzen: Hilfsgüter lagen an der Start- und Landebahn verstreut und kamen nicht bei jenen an, die sie benötigt hätten. Dann griffen wir ein und brachten mit einigen unserer Logistikexperten die Lage schnell unter Kontrolle. Daraufhin beschlossen das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten und wir in 2005, eine formelle Partnerschaft einzugehen, damit Logistikexperten so schnell wie möglich vor Ort sind.
Welche Vorteile ergeben sich aus der Zusammenarbeit für Deutsche Post DHL und UN OCHA?
Während sich UN OCHA um die Kooperation mit den örtlichen Behörden kümmert, kann sich unser Team ganz auf seine Kernkompetenz konzentrieren: die Abfertigung und Sortierung von Gütern. Unsere DRTs sind binnen 72 Stunden nach Anforderung durch UN OCHA einsatzbereit. So können wir sofort vor Ort aktiv werden und die UN-Hilfsmaßnahmen in einer entscheidenden Phase unterstützen.
Wie lange bleiben die Katastropheneinsatzteams vor Ort?
Das hängt von der jeweiligen Situation ab: von einigen Tagen bis zu drei Wochen oder noch länger. Unser Einsatz in Pakistan während der Flutkatastrophe in diesem Jahr dauerte beispielsweise mehr als fünf Wochen.
Entstehen keine Probleme, wenn Mitarbeiter mehrere Wochen nicht zur Arbeit erscheinen, weil sie in einer Katastrophenregion eingesetzt werden?
Wir sind auf das Engagement unserer Mitarbeiter sehr stolz und das Feedback ist sehr positiv – sowohl in Bezug auf die DRTs, als auch in Bezug auf andere Programme zur Corporate Responsibility. Ich bin davon überzeugt, dass jedes soziale Engagement die Entwicklung einzigartiger Fähigkeiten fördert, von denen die Mitarbeiter auch bei ihrer regulären Tätigkeit profitieren. Davon abgesehen, werden die Experten vor Ort in der Regel nach einigen Tagen ausgewechselt, um stets die größtmögliche Hilfe leisten zu können.
Welche Erfahrungen haben Sie mit der Zusammenarbeit?
Die Zusammenarbeit mit UN OCHA verläuft seit 2005 sehr erfolgreich. Allein im Jahr 2010 halfen wir mit unseren DRTs nach den verheerenden Erdbeben in Haiti und Chile, dem Tropensturm, der in Guatemala Überschwemmungen und heftige Erdrutsche auslöste, und während der Flutkatastrophe in Pakistan. Über die letzten Jahre konnten wir mit unseren Partnern ein gut funktionierendes Netzwerk aufbauen und möchten die Zusammenarbeit mit UN OCHA in den kommenden drei Jahren noch weiter auszubauen.
Für weitere Informationen für Journalisten stehen Ihnen unsere Pressesprecher gerne zur Verfügung.
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