- Startseite
- Presse
- Specials
- Glücksatlas Deutschland 2011
- Zusammenfassung der Studie
Glücksatlas Deutschland 2011 - Kurzfassung der ersten Glücksstudie im Auftrag der Deutschen Post
Mit einem Lebenszufriedenheitswert von aktuell 7,0 (auf einer Skala von 0 bis 10) sind die Deutschen heute so glücklich wie zuletzt 2001. Die Lebenszufriedenheit war 2005 auf einem Tiefpunkt, vor allem wegen der damals hohen Arbeitslosigkeit und schlechten wirtschaftlichen Lage. Seither erholte sie sich und lag noch 2009 bei 6,8. Die Finanzkrise 2008/09 hat die Lebenszufriedenheit der Deutschen nur wenig getrübt.
Besonders erfreulich ist, dass der Abstand zwischen Ost- und Westdeutschland im Glücksniveau aktuell nur noch 0,3 Punkte beträgt. Ostdeutschland stand 1991 bei einem Zufriedenheitswert von 6,0, Westdeutschland damals bei 7,3 Punkten. Der Abstand zwischen Ost- und Westdeutschen betrug 1991 somit 1,3 Punkte. Heute sind es nur noch 0,3 Punkte - der niedrigste Wert seit der Einheit.
Das Glücksranking der Regionen
Obwohl der Süden in punkto Einkommen und Wirtschaftskraft dem Norden überlegen ist, liegt der Norden bei der Lebenszufriedenheit an der Spitze. Hamburg ist mit 7,38 Punkten die glücklichste Region Deutschlands, gefolgt von Niedersachsen/Nordsee (7,14), Bayern-Süd (7,10), Franken (7,09), Schleswig-Holstein (7,04), Baden (7,01), Niedersachsen/Hannover (6,99), Württemberg (6,94), Nordrhein/Köln (6,94), Rheinland/Pfalz-Saarland (6,91), Nordrhein/Düsseldorf (6,90), Westfalen (6,87), Sachsen (6,79), Hessen (6,77), Berlin (6,68), Sachsen-Anhalt (6,57), Mecklenburg-Vorpommern (6,56), Brandenburg (6,56) und Thüringen (6,45).
Der Spitzenplatz Hamburgs erklärt sich zwar auch durch das mit Abstand höchste Pro-Kopf-Einkommen, aber die Hanseaten sind darüber hinaus überdurchschnittlich gesund, haben eine gute Altersstruktur und leiden weniger unter Stress wie etwa die Württemberger. Dagegen schlagen sich in Thüringen die hohe Arbeitslosigkeit und die schlechte Einkommenslage deutlich in der Lebenszufriedenheit nieder. Unter dem Bundesdurchschnitt liegen die Thüringer jedoch auch bei sozialen Kontakten und bei kulturellen und sportlichen Aktivitäten. Der Osten holt jedoch auf. Die Zuwächse bei den Zufriedenheitswerten sind dort seit 2005 deutlich größer als im Westen: Insbesondere Sachsen hat den Anschluss an den Westen gefunden und Hessen knapp überholt.
Was macht uns glücklich?
Der Glücksatlas 2011 umfasst die wichtigsten Glücksfaktoren. Dazu zählt der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen, Alter und Geschlecht: So sind Männer und Frauen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr am glücklichsten. Am unzufriedensten sind die Deutschen im mittleren Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Ab 60 wird das Niveau von 30-Jährigen wieder erreicht. Die unzufriedensten Ruheständler leben in Thüringen. Allerdings ist der Ost-West Unterschied in der Lebenszufriedenheit bei den Jungen unter 30 Jahren bereits weitgehend verschwunden.
Frauen sind etwas glücklicher als Männer, der Abstand beträgt bis zum Alter von 65 Jahren 0,16 Punkte. Ab einem Alter von 60 Jahren sind die Männer zufriedener. Frauen sind vor allem in den neuen Bundesländern glücklicher als Männer.
Der Glücksatlas 2011 gibt auch einen Überblick, welcher Glückswert einzelnen Lebensbereichen zukommt: So erhöht eine intakte Partnerschaft die Zufriedenheit um 0,4 Punkte gegenüber dem Status ohne Partner, bei Männern beträgt er sogar 0,5 Punkte. Heirat, Scheidung und Tod des Partners bringen gravierende Einschnitte für das Zufriedenheitsniveau. Besonders glücklich sind Verwitwete, wenn sie einen neuen Partner gefunden haben.
Am unzufriedensten sind geschiedene Personen, die keinen neuen Partner haben. Kinder haben keine messbaren Auswirkungen auf die Lebenszufriedenheit der Eltern. Die Sorgen und Aufwendungen für Kinder scheinen die Glückserlebnisse durch Kinder zu neutralisieren. Freunde und soziale Kontakte spielen eine große Rolle für die Zufriedenheit. Wer sich wöchentlich mit Freunden trifft, ist um mehr als 0,2 Punkte zufriedener als Menschen mit schwachen sozialen Beziehungen.
Gesundheit und Glück hängen eng zusammen: Wer seine Gesundheit als gut bezeichnet, ist um 0,4 Punkte zufriedener als eine Person mit nur "zufriedenstellender" Gesundheit. Personen mit sehr guter Gesundheit liegen sogar um 0,7 Punkte darüber. Sport ist ein Glücksfaktor, auch unabhängig von den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Er schlägt, wöchentlich betrieben, mit 0,11 Punkten zu Buche.
Glücksfaktor Geld
Zunächst bestätigt der Glücksatlas 2011 Erkenntnisse der internationalen Glücksforschung, dass ein höheres Einkommen auch eine höhere Lebenszufriedenheit bewirkt. Wer sein monatliches Einkommen um 250 Euro steigert, wird ausgehend von einem Nettoeinkommen von 1500 Euro um 0,05 Punkte glücklicher. Ein Gewöhnungseffekt tritt erst bei Nettoeinkommen von über 5000 Euro auf. Entscheidend ist auch der Statusvergleich mit dem Einkommen der Arbeitskollegen oder Nachbarn. Große Ungleichheit senkt die allgemeine Lebenszufriedenheit.
Der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts hat nur einen indirekten Einfluss auf die Lebenszufriedenheit der Deutschen. Das konjunkturelle Auf und Ab wirkt sich aus: Eine Rezession senkt das Glücksniveau, ein Aufschwung hebt es, vor allem, wenn sich dabei die Beschäftigungslage verbessert. Ein höheres Konsumniveau hebt die Zufriedenheit jedoch nur kurzfristig, weil sich die Menschen daran gewöhnen und auf das frühere Glücksniveau zurückfallen.
Glücksfaktor Arbeit
Ein besonderer persönlicher Glückshemmer ist Arbeitslosigkeit. Auch für die allgemeine Lebenszufriedenheit ist die Erwerbstätigkeit wichtig: Die gegenwärtig gute Lage am Arbeitsmarkt trägt erheblich dazu bei, dass die Lebenszufriedenheit von 6,8 in 2009 auf 7,0 in 2011 gestiegen ist.
Arbeit hat für die Deutschen einen sehr hohen Stellenwert: 90 Prozent der Berufstätigen ist ihr Beruf sehr bzw. ziemlich wichtig. 57 Prozent der berufstätigen Männer wie Frauen bemühen sich bei ihrer Arbeit, immer ihr Bestes zu geben, lediglich zwölf Prozent arbeiten nur, um Geld zu verdienen. Wer mit seiner Arbeit ausgesprochen zufrieden ist, weist auch eine überdurchschnittliche Lebenszufriedenheit auf. Die Lebenszufriedenheit von Arbeitslosen liegt hingegen mit 4,7 Punkten (auf einer Skala 0 bis 10) aktuell weit unter der von Erwerbstätigen mit 7,1. Besonders schwer wiegt für Arbeitslose die Unsicherheit über die eigene Zukunft und die Verschlechterung ihrer materiellen Situation.
Angesichts der hohen Erwartungen ist die Arbeitszufriedenheit der meisten Deutschen bemerkenswert groß. Das ergibt die Allensbach-Umfrage unter 1.800 repräsentativ befragten Bundesbürgern ab 16 Jahren. Die Mehrzahl sieht das meiste, was sie von ihrem Beruf erwartet, in der Praxis als erfüllt an: 76 Prozent derjenigen, die es für besonders wichtig halten, dass ihnen ihre Arbeit Spaß macht, sehen das als erfüllt an. 70 Prozent empfinden ihre Arbeit als abwechslungsreich. Allerdings können nur 56 Prozent Familie und Beruf gut vereinbaren. Und nur die Hälfte derjenigen, denen flexible Arbeitszeiten besonders wichtig sind, finden sie in ihrem Beruf auch tatsächlich vor.
Die Umfrage zeigt, dass 49 Prozent der Berufstätigen, die Arbeitsbelastung als "genau richtig" einschätzt. Nur 3 Prozent halten sich für stark überfordert, 25 Prozent immerhin für "zum Teil überfordert". Ausschlaggebend für eine hohe Arbeitszufriedenheit sind in hohem Maße immaterielle Faktoren wie: die Anerkennung der eigenen Leistung, dass die Arbeit Spaß macht und den eigenen Fähigkeiten entspricht, große Entscheidungsfreiheit, nette Kollegen und Mitarbeiter und ein sicherer Arbeitsplatz.