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- 09.11.2010: Konzernergebnisse 9M 2010
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Umwelt schonen und Profitabilität steigern – die Logistik als Motor für nachhaltige Geschäfte
Nachhaltige Logistik ist für die Branche Herausforderung und Chance zugleich. Es gilt im Zeichen des Klimawandels nicht nur, die eigene CO2-Bilanz in den nächsten Jahren signifikant zu verbessern. Die Logistiker müssen auch dem wachsenden Bedarf der Kunden nach umweltgerechten Angeboten genügen.
"Delivering Tomorrow: Zukunftstrend Nachhaltige Logistik. Wie Innovation und "grüne" Nachfrage eine CO2-effiziente Branche schaffen"
Große Industrieunternehmen fordern die Unterstützung ihrer Logistik-Dienstleister, wenn es darum geht, ihre CO2-Emissionen zu senken. Für sie ist Logistik dabei längst mehr als eine reine Standarddienstleistung zur Abwicklung ihres Geschäfts. Sie ist vielmehr ein strategischer Stellhebel, um der eigenen Verantwortung für die Eindämmung des Klimawandels gerecht zu werden.
Für jene Logistik-Dienstleister, die diesen Trend erkannt und in ihre Strategie integriert haben, bietet das Umdenken auf Kundenseite große Chancen, Marktanteile zu gewinnen. "Unsere Branche kann und wird die Entwicklung hin zu einer CO2-effizienteren Wirtschaft vorantreiben - und gleichzeitig den Geschäftserfolg sogar noch steigern. Auch wenn viele noch einen Widerspruch zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz sehen: Wer seine Geschäfte umweltschonender führt, hat gute Chancen, auch seine Profitabilität nachhaltig zu steigern", erklärt Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL.
Wachsende Nachfrage nach "grüner" Logistik
Dass im Verhältnis zwischen Logistik-Anbietern und -Nachfragern Umweltaspekte künftig eine wesentlich stärkere Rolle spielen werden, ist eine zentrale Erkenntnis der Studie "Delivering Tomorrow: Zukunftstrend Nachhaltige Logistik", die Deutsche Post DHL als weltweite Nummer eins der Branche kürzlich veröffentlicht hat. Das umfangreiche Datenmaterial der Studie, die unter anderem auf einer Befragung von 3.600 Geschäftskunden und Endverbrauchern in Indien, China, den USA, Brasilien, Großbritannien und Deutschland basiert, belegt den wachsenden Bedarf für "grüne" Logistik-Dienstleistungen. Insbesondere in Asien stufen 70 Prozent der befragten Verbraucher den Klimawandel als das drängendste Problem ein.
Doch das Interesse an nachhaltigen Logistik-Angeboten ist auch in anderen Ländern groß: So versendete Deutsche Post DHL im Jahr 2009 im Auftrag ihrer Kunden weltweit 705 Millionen GoGreen-Sendungen, fast fünf Mal so viele wie im Jahr zuvor. Und im Jahr 2010 wurde dieser Wert bereits nach neun Monaten wieder erreicht. Für diesen Service, den der führende Logistikdienstleister in 36 Ländern anbietet, werden die beim Transport und der Bearbeitung von Kundensendungen erzeugten CO2-Emissionen gemessen und durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen.
Know-How im Carbon Accounting gefragt
Eine weitere Erkenntnis der Studie: Immer mehr Kunden fragen bei ihren Logistik-Anbietern Erfahrungen im CO2-Accounting und im Management von Kohlendioxid-Emissionen nach. "Besonders interessant für uns sind Logistik-Anbieter mit einem umfassenden betrieblichen Carbon-Accounting-System. Die Feststellung der CO2-Bilanz ist für uns deshalb besonders wertvoll, weil wir dadurch den Klimaeinfluss unserer Wertschöpfungskette verstehen und Emissionsherde und weiteres Verbesserungspotenzial identifizieren können", sagt zum Beispiel Lars Siebel, Leiter des globalen Logistikeinkaufs der Henkel AG & Co KGaA, in der Studie von Deutsche Post DHL. Know-how in diesem Bereich wird deshalb ein wesentlicher Erfolgsfaktor für zukünftige Marktführer in der Logistik sein.
Für die Logistik-Industrie selbst sind nachhaltige Lösungen und Technologien die Eckpfeiler für eine Verbesserung der eigenen CO2-Bilanz. Schon heute kann die Branche ihren CO2-Ausstoß durch eine effizientere Gestaltung ihres Vertriebsnetzes senken. Die richtigen Transportmittel, eine optimalere Nutzung von Ladekapazitäten und eine effizientere Routenplanung sind ausschlaggebende Faktoren. Allerdings geht aus der Studie auch klar hervor, dass etwa die umfassende Einführung von LKW-Flotten mit Hybridantrieben oder elektrisch betriebenen Fahrzeugen aufgrund der gewaltigen Investitionen einer gemeinsamen Anstrengung von Industrie, Automobilherstellern und Politik bedarf.
Viele der befragten Geschäftskunden glauben zudem, dass eine Verschärfung der politischen Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren notwendig ist. Konzernchef Frank Appel mahnt hier allerdings zu einem international abgestimmten Vorgehen: "Sobald für CO2-Emissionen ein Preis festgesetzt ist, wird es für Entscheidungsträger besonders wichtig, einheitliche Regelungen sicherzustellen. Denn sollten unterschiedliche Regelungen nebeneinander bestehen bleiben, würde es nur zu einer regionalen Verlagerung kommen - und damit ist niemandem gedient."
"Logistik kann Vorbild für andere Branchen sein"
Während also die Diskussion um eine sachgerechte Umsetzung von Klimazielen in den nächsten Jahren auf allen Ebenen weiter geführt werden dürfte, berücksichtigen führende Industrieunternehmen das Thema CO2-Reduzierung immer stärker auch in ihren täglichen Entscheidungen. In diesem Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit sieht Deutsche Post DHL-Chef Frank Appel auf Basis der Studienergebnisse eine Führungsrolle für seine Branche: "Aufgrund ihres weltweiten Transportnetzes, ihrer Fachkompetenz und der Positionierung entlang der gesamten Lieferkette kann die Logistik-Branche ein Vorbild für viele andere Sektoren sein, die selbst ihre Emissionen reduzieren wollen. Wir können und müssen als Motor für nachhaltige Geschäfte wirken."