Flotte
| Flugzeugflotte | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Düsenflugzeuge gesamt | 229 | 136 |
| ICAO NOx Emissionsstandards1) | ||
| CAEP/2 | 149 | 103 |
| CAEP/4 | 93 | 68 |
| CAEP/6 | 38 | 38 |
| ICAO Lärmstandards2) | ||
| Chapter 3 | 229 | 136 |
| Chapter 4 | 96 | 85 |
| Mit Hush Kits (Schalldämpfung) ausgestattet | 82 | 24 |
- 1)
- Die von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organization, ICAO) in „ICAO Annex 16 - Volume 2“ festgelegten NOx Emissionsstandards für Düsenflugzeuge begrenzen die zulässige Menge an Stickoxiden. Die Anforderungen nach CAEP/2 sind weniger anspruchsvoll als die nach CAEP/4 und CAEP/6. Die Emissionsgrenze nach CAEP/6 gilt nur für nach dem 1. Januar 2008 hergestellte Flugzeuge.
- 2)
- Die von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organization, ICAO) in „ICAO Annex 16 – Volume 1“ festgelegten Lärmstandards regeln Anforderungen für Flugzeuge mit Düsenantrieb. Chapter 3 stellt geringere Anforderungen als Chapter 4, welches nur für nach dem 1. Januar 2006 hergestellte Flugzeuge gilt.
Im Jahr 2009 haben wir als erstes Unternehmen die Boeing 767 Extended Range Freighter (ERF) in Europa registriert. DHL Express nahm 2009 drei 767ERF für den transatlantischen Expressdienst in Betrieb. Dieses Flugzeug gilt weithin als eines der effizientesten und umweltfreundlichsten seiner Klasse. Dank fortschrittlicher Triebwerkstechnologie wird erwartet, dass die mit Winglets ausgestattete 767ERF im Vergleich zum Vorgängermodell jährlich bis zu 30.000 Tonnen CO2 einsparen wird.
Im selben Jahr nahm das Jointventure zwischen DHL Express und Lufthansa Cargo AG die erste von acht Boeing 777 Freighters in Betrieb. Sie fliegt unter der Woche für DHL auf einer transatlantischen Route zwischen Leipzig und Nordamerika und wird am Wochenende von Lufthansa eingesetzt. Die 777, das leiseste Flugzeug seiner Klasse, verbraucht 20 % weniger Kraftstoff als eine Boeing 747-400 Special Freighter und 16 % weniger als eine McDonnell Douglas MD-11 Freighter.
Bei der Reduzierung unserer CO2-Emissionen ist auch die optimale Auslastung unserer Kapazitäten von großer Bedeutung. Aufgrund des konjunkturellen Abschwungs im Jahr 2009 wirkten sich ungenutzte Kapazitäten negativ auf unsere CO2-Effizienz aus. Der Einsatz nicht voll beladener Flugzeuge erhöhte die Emissionen je Sendung.
Wir arbeiten ständig an unserer Kapazitätsauslastung – etwa mit unserem Programm zur Auslastung von Frachtflugzeugen. Um jedes Flugzeug möglichst sinnvoll einzusetzen, verfolgen wir vier Schritte zur optimalen Beladung mit Frachtcontainern. So werden unnötige Flüge vermieden, Kosten gesenkt und die CO2-Effizienz verbessert:
- Checks am Schreibtisch und vor Ort führen zu besseren Instruktionen an die Streckenkoordinatoren.
- Die Entwicklung von Tools und Methoden zur Kapazitäts-Prognose sowie ein verbessertes Reporting erleichtern die Entscheidungen über den Einsatz von Flugzeugen.
- Schulung und Zertifizierung von Betriebspersonal in Beladungstechniken optimieren die Beladung von Flugzeugen.
- Ein Wettbewerb weckt Umweltbewusstsein und motiviert das Personal, langfristig effiziente Beladungstechniken zu nutzen.
Über den Einsatz unserer eigenen Flugzeuge hinaus benötigen wir für den Transport der Güter unserer Kunden auch Kapazitäten von Partner-Fluglinien. Die Sparte Luftfracht von DHL Global Forwarding unterhält einen reibungslosen Einkaufs- und Leistungsprozess mit allen großen Fluggesellschaften. DHL Global Forwarding hat umweltfreundliches Beförderungsmanagement als unabdingbare Vorgabe bei der Wahl eines Vertragspartners eingeführt. Grundlage ist die „Green Carrier Scorecard“, eine Umwelt-Bewertungsskala für Fluggesellschaften, in der unmittelbar nach den Streckennetzdaten umweltfreundliche Leistungen als Schlüsselkriterium ausgewiesen werden.
Unseren Kunden bieten wir, wo möglich, eine Vielzahl standardisierter und maßgeschneiderter Seefracht- und Intermodal-Lösungen. So unterstützte DHL Global Forwarding im Jahr 2009 den Kunden Hewlett-Packard bei der Optimierung seines Transportnetzes. Wir verlagerten die Transporte eines großen Teilbereichs der Logistikkette von Schiene und Straße auf den Seeweg, was die CO2-Emissionen um 41 % senkte. DHL Global Forwarding half dem Kunden darüber hinaus, durch den Einsatz von LKW mit höherer Ladekapazität auch die Landtransporte effizienter zu gestalten. Durch die Transportverlagerung und die zusätzliche Verbesserung der Ladekapazität beim Landtransport sparen wir jährlich 2.600 Tonnen CO2 ein.
Wir ersetzen Fahrzeuge, wenn neuere Technologien und sparsamere Modelle verfügbar und erschwinglich sind, die den Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß in unserem täglichen Betrieb reduzieren. Der Austausch wird auf der Grundlage der „Total Cost of Ownership“ vorgenommen. Die Treibstoffkosten sind in dieser Rechnung berücksichtigt. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir die Emissionsstandards unserer rund 46.000 Fahrzeuge in Deutschland erneut verbessert (siehe Grafik). Da wir beinahe 60 % unserer Flotte in Deutschland und rund 85 % in Europa betreiben, konzentrieren wir unsere Berichterstattung auf diesen Bereich. Nahezu die Hälfte unserer Fahrzeuge in Europa ist mit EURO 4 oder höher eingestuft.
| Straßenfahrzeuge EURO-Emissionsstandards | 2008 Deutschland1) |
2009 Deutschland1) |
2009 Europa (ohne Deutschland) |
2009 Insgesamt (Europa einschließlich Deutschland) |
|---|---|---|---|---|
| EURO 1 und andere | 786 | 330 | 11 | 341 |
| EURO 2 | 6.351 | 6.208 | 29 | 6.237 |
| EURO 3 | 20.115 | 17.483 | 3.981 | 21.464 |
| EURO 4 | 26.078 | 27.720 | 7.537 | 35.257 |
| EURO 5 | 301 | 909 | 517 | 1.426 |
| EEV 12) | 160 | 163 | 0 | 163 |
- 1)
- [PwC»] In der obigen Tabelle sind nur die Daten für Deutschland Gegenstand der Prüfungsbescheinigung der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC). [«]
- 2)
- EEV – „Enhanced Environmentally Friendly Vehicle”, gegenwärtig die anspruchsvollste europäische Abgasnorm
Die Deutsche Post wählte 2009 den Nutzfahrzeughersteller IVECO als Partner für die Straßenflotte. Gemäß einer im Februar 2009 getroffenen Vereinbarung werden in den nächsten drei Jahren etwa 4.500 unserer 7.500 Paketzustellfahrzeuge gegen neue Fahrzeuge von IVECO ausgetauscht. Das eigens für die Deutsche Post entwickelte, mit einem Partikelfilter ausgestattete Dieselfahrzeug ist eines der umweltfreundlichsten Modelle seiner Klasse auf dem Markt.
Wir testen und implementieren alternative Fahrzeugtechnologien und Kraftstoffe, wie etwa in unserem laufenden Pilotprojekt mit Hybrid-LKW in Deutschland und Großbritannien oder in der Erprobung von Biokraftstoffen. So arbeiten wir an der Reduzierung des CO2- und Rußpartikelausstoßes. Wir testen und betreiben über 1.000 nicht konventionelle Fahrzeuge in unserer Flotte. Sie werden mit fossilen Brennstoffen wie Erdgas angetrieben und reduzieren daher die ausgestoßene Partikelmenge. Auch alternative Technologien und erneuerbare Kraftstoffe werden eingesetzt, um CO2-Emissionen zu senken.
| Insgesamt | 544 | 1.040 |
| Fahrzeuge mit nicht-konventionellen Antrieben | 2008 | 2009 |
|---|---|---|
| Elektro / Brennstoffzelle | 4 | 12 |
| Diesel Hybrid | 4 | 25 |
| Biodiesel / Rapsöl / NExBTL | - | 93 |
| LPG (Flüssiggas) | 231 | 173 |
| Ethanol | - | 342 |
| CNG (Erdgas) / Biogas | 305 | 395 |
2009 präsentierte die Deutsche Post DHL zusammen mit ihren Partnern die ersten Ergebnisse eines gemeinsamen Pilotprojekts. Im Mittelpunkt stand die Nutzung von Kraftstoffen aus nachhaltigen Quellen. Seit Mitte des Jahres 2008 testen die Daimler AG, der Energiekonzern OMV, das finnische Ölunternehmen Neste Oil und der Konzern Deutsche Post DHL zehn Mercedes-Benz-LKW, die mit dem nachhaltig produzierten, erneuerbaren Dieselkraftstoff NExBTL betrieben werden. Die in Deutschland unter Alltagsbedingungen eingesetzten LKW sind bereits über eine Million Kilometer gefahren. Damit liefern sie wertvolle Daten für die Weiterentwicklung von Biodiesel-Motoren sowie für die Nutzung künftiger Generationen alternativer Kraftstoffe.
Der Feldversuch belegt, dass die Verbrennung alternativer Kraftstoffe aus hydriertem Pflanzenöl (hydrotreated vegetable oil, HVO) den Schadstoffausstoß erheblich verringert. Abgesehen von einer potenziellen CO2-Reduktion um mindestens 40 % im Vergleich zu herkömmlichem Diesel reduzieren HVOs den Ausstoß von Stickstoffen um bis zu 15 % und den von Partikeln um bis zu 30 %.
Das Pilotprojekt gilt außerdem als wichtiges Projekt, um bindende Standards und Vorschriften zu entwickeln, die nicht nur die Umweltverträglichkeit sicherstellen sondern auch die technische und wirtschaftliche Machbarkeit bei der Verwendung von Biokraftstoffen prüfen.
Zur Schärfung des Umweltbewusstseins sowie zur Verbesserung der Fahrtechnik unserer Mitarbeiter veranstalten wir laufend Fahrtrainings und Aufklärungskampagnen wie die „Global Road Safety“-Initiative. Das motiviert unsere Fahrer zu kraftstoffsparendem Fahren.
Deutsche Post und DHL riefen ihre Mitarbeiter in Deutschland auf, aktiv zu werden und ihre Ideen für umweltfreundliche Fahrtechniken einzubringen. Im Rahmen des Wettbewerbs „Spritsparidee 2009“ gingen über 7.000 Mitarbeiterideen ein.
Anpassung der Zustellroute an das topographische Profil:
Rudolf Hoppert, Preisträger des Spritsparwettbewerbs, untersuchte das topographische Profil seiner täglichen Zustelltour. Er fand heraus, dass der Start-Stopp-Betrieb auf einer steilen Straße zu einem enorm hohen Verbrauch führt. Rudolf Hoppert änderte daraufhin seine Tour: Er fuhr zuerst den Berg hinauf und lieferte auf dem Weg nach unten aus. Die Erfahrung teilte er seinen Kollegen mit, woraufhin in vielen anderen Bezirken die Bergaufwege umgekehrt wurden. Diese Idee führt zu einer Reduzierung des Treibstoffverbrauchs um mehr als 2 % und ist in allen Regionen einfach umzusetzen.
Rund 80 % des CO2-Fußabdrucks unseres Konzerns entstehen durch fremd vergebene Transportleistungen. Insbesondere bei den Straßentransporten ist es schwer, Transparenz und Engagement zu erzielen, da wir eine große Zahl von Subunternehmern beschäftigen und es nur begrenzt Industriestandards gibt.
In der ersten Jahreshälfte 2009 haben wir mit über 100 Subunternehmern aus dem Bereich Straßentransport einen überregionalen Piloten gestartet. Dieser Versuch hat uns einen Eindruck davon vermittelt, wie viele zur CO2-Effizienzsteigerung unserer externen Straßentransporte verwertbare Informationen wir aus dem Markt erwarten könnten. Im Sommer 2009 haben wir die Erkenntnisse des Pilotversuchs ausgewertet und darauf aufbauend eine bereichsübergreifende Expertengruppe zum Thema „Subunternehmermanagement im Straßentransport“ gegründet. Unser Ziel ist es, mehr Transparenz hinsichtlich der CO2-Emissionen und Ambitionen zur Effizienzsteigerung unserer wichtigsten Partner in diesem Bereich zu gewinnen.
Darüber hinaus setzen wir uns für eine Erhöhung der CO2-Standards sowie für eine Verbesserung der Datenquellen in der Logistikbranche ein. Denn nur so lassen sich Vergleichbarkeit und Engagement von Subunternehmern steigern.
Feedback
Allgemeiner Begriff für Stickstoffoxide (NO, NO2 und N2O), die während der Verbrennung vor allem bei hohen Temperaturen entstehen und einen maßgeblichen Anteil der Schadstoffe in Fahrzeug- und Flugzeugemissionen ausmachen.
Expressdienste befördern meist hochwertige Sendungen zuverlässig und mit hoher Geschwindigkeit. Der Transport erfolgt im Gegensatz zum Kurierdienst nicht exklusiv und persönlich, wird aber "aus einer Hand" abgewickelt.
Winglets (wörtlich: Flügelchen) sollen Flugzeuge effizienter machen, indem sie die Luftströmung in der Nähe der Flügelspitzen beeinflussen.
In einer Bilanz ist das gesamte Vermögen (= Aktiva) sowie Eigen- und Fremdkapital (= Passiva) einer Gesellschaft aufgelistet. Die Aktiengesellschaft veröffentlicht die Bilanz nach Ende eines Geschäftsjahres und gibt damit einen Überblick über ihre Vermögens- und Schuldverhältnisse.
Dieses Verfahren soll Verbrauchern und Unternehmen helfen, alle direkten und indirekten Kosten von Produkten oder Systemen abzuschätzen, die im gesamten Besitzzeitraum anfallen.
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