SOS-Kinderdörfer: Mentoring in Madagaskar
Madagaskar, die Insel vor der Ostküste des südlichen Afrika, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Gute Arbeitsplätze sind rar. Die schwierigen Lebensbedingungen verursachen viel Elend. Davon sind am stärksten Kinder, insbesondere Waisen, betroffen. Im Rahmen von GoTeach, dem konzernweiten Programm zur Bildungsförderung, hat Deutsche Post DHL (DPDHL) mit den SOS-Kinderdörfern eine Partnerschaft geschlossen. Die internationale soziale Entwicklungsorganisation engagiert sich für Kinder in den Bereichen Betreuung, Bildung und Gesundheit. In Madagaskar ist SOS-Kinderdörfer mit 20 Programmen vertreten, die rund 4.400 Kinder und Jugendliche erreichen. Wichtigstes Anliegen der Organisation ist es, ihnen einen Familienverband und eine faire Chance im Leben zu bieten.
Die Partnerschaft begann, als sich Mamy Rakotondraibe, Leiter DHL Express Madagaskar, und Faneva Raharimanantsoa, zuständig für Kommunikation bei SOS-Kinderdorf Madagaskar, auf einer Tagung der Handelskammer in der Hauptstadt Antananarivo trafen. Die SOS-Kinderdörfer suchten nach einem Partner. Auch wenn die finanziellen Mittel begrenzt waren, bot DHL Madagaskar eine ebenso wertvolle Ressource: das Wissen und die Erfahrung seiner Mitarbeiter.
Die Lebensbedingungen seien für viele äußerst schwierig, erklärt Irina. „Wenn sie dann vor der Frage stehen, die Ausbildung fortzusetzen oder von der Schule abzugehen, entscheiden sich die meisten für Letzteres.“ Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch,70 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als fünf US-Dollar pro Tag. „Seit 2010 bemühen wir uns darum, die Lebensbedingungen einer kleinen Gruppe von Jugendlichen zu verbessern“, fährt sie fort. „Bei 20 Millionen kommt das natürlich nur wenigen zugute. Aber wenn wir auch nur einen Jugendlichen dazu inspiriert haben, für eine bessere Welt zu kämpfen, ist das vielleicht genau die Person, die das Land braucht, um die Entwicklung voranzutreiben.“ Der schönste Moment für sie sei ein Ausflug zur Fluglinie Air Madagascar gewesen. Die Kinder hatten noch nie ein Flugzeug aus der Nähe gesehen, geschweige denn Gelegenheit gehabt, auszuprobieren, wie man sich als Passagier fühlt.
Die Partnerschaft sieht vor, dass je vier bis fünf Mitarbeiter einen jungen Erwachsenen über einen Zeitraum von zehn Monaten begleiten und einen Einblick in ihren Arbeitsalltag geben. Die Mentees gewinnen einen ersten Eindruck von der Arbeitswelt und werden so motiviert, ihre eigene Ausbildung voranzutreiben. Und die Mitarbeiter sind stolz darauf, den Jugendlichen ein Vorbild zu sein. An der Partnerschaft vor Ort wirken rund 90 Prozent der Konzernbeschäftigten in Madagaskar mit – vom Senior Manager bis zum Lagerarbeiter. Ihr Engagement und die Zeit, die sie investieren, um Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, sind von unschätzbarem Wert.