"Disaster Response Teams" leisten Katastrophenhilfe
In Zusammenarbeit mit dem Büro der UN für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) haben wir ein weltweites Netz mit über 400 geschulten Mitarbeitern aufgebaut, die sich freiwillig in den sogenannten Disaster Response Teams (DRT) engagieren und im Katastrophenfall vor Ort zum Einsatz kommen. Sie stehen in den Regionen Amerikas, Naher Osten/Afrika und Asien-Pazifik für Einsätze bereit und können binnen 72 Stunden nach Abruf durch die UN im Katastrophengebiet ihre Arbeit aufnehmen.
Dort übernehmen sie am Flughafen unentgeltlich die logistischen Aufgaben wie die Entladung von Flugzeugen sowie die Lagerung und Inventaraufstellung der ankommenden Hilfsgüter. Unsere Teams sorgen so dafür, dass die Hilfsorganisationen warme Decken, Lebensmittel oder Medikamente schnell und gezielt weitertransportieren können.
Wir sichern die Einsatzbereitschaft mit regelmäßigen Trainings
Damit unsere DRT ständig einsatzbereit bleiben und wir die hohen Anforderungen der UN erfüllen können, schulen wir regelmäßig Mitarbeiter für kommende Einsätze. Darin vermitteln wir den Teilnehmern Grundlagen in der Katastrophenhilfe, im Lagermanagement und gehen darauf ein, worauf in der Abstimmung mit den UN und Hilfsorganisationen zu achten ist. Im Jahr 2012 wurden in vier Schulungen über 120 Mitarbeiter ausgebildet. 2013 planen wir in jeder Region mindestens eine Schulung.
Speedball: Unsere innovative Verpackung im Katastrophenfall
Der Speedball ist unsere Verpackungslösung für Hilfsgüter, die zu Menschen in unzugänglichen Gebieten im Katastrophenfall transportiert werden und z.B. aus dem Flugzeug abgeworfen werden müssen. Unsere Mitarbeiter am Flughafen vor Ort verwenden die besonders strapazierfähigen und wasserdichten DHL-Versandbeutel um Hilfsgüter darin zu verpacken, die für diese Art von Transporten bestimmt sind. Konventionelle Transportmittel wie Transportkisten halten einem Flugzeugabwurf oft nicht stand und sind in der Regel nicht wasserdicht. Mit dem Speedball können bis zu 25 Kilogramm Hilfsgüter verpackt werden.
Absichtserklärungen
Für unsere Einsätze haben wir mit bisher elf Ländern in potenziellen Katastrophengebieten bilaterale Absichtserklärungen (Memorandum of Understanding) geschlossen. Mögliche Einsätze in diesen Ländern werden damit erheblich erleichtert. Außerdem können die Regierungen über die Absichtserklärung unsere DRT auch direkt anfordern. Im Jahr 2012 wurden keine neuen Absichtserklärungen geschlossen.
Einsätze im Jahr 2012
Einsätze in in Guatemala und auf den Philippinen
Im Jahr 2012 forderte die UN unsere DRT für einen Einsatz in Guatemala an. Dort halfen 59 Mitarbeiter, in neun Tagen rund 70 Tonnen Hilfsgüter umzuschlagen. In einem weiteren Einsatz auf den Philippinen unterstützten acht Mitarbeiter eine lokale Hilfsorganisation für die Dauer von vier Tagen.
Einsätze im Jahr 2011
Überschwemmungen – El Salvador, Oktober 2011
Heftige Regenfälle führten im Oktober in ganz El Salvador zu Überschwemmungen und Erdrutschen. 34 Menschen starben, fast 50.000 suchten Zuflucht in Notunterkünften. Über 50 ausgebildete Freiwillige des DRT leben in El Salvador. Dadurch war das Team wesentlich schneller als innerhalb der üblichen 72 Stunden einsatzbereit. Insgesamt 58 Freiwillige des DRT waren 10 Tage lang im Einsatz. Mario Arévalo Meléndez, GoHelp Manager DRT Americas und Security Manager für El Salvador, hat den Einsatz geleitet: „Selbst zu erfahren, wie die Arbeit als Freiwilliger das Leid anderer in schweren Zeiten lindert, macht mich stolz auf mein Unternehmen und mein Team und inspiriert mich, auch weiterhin zu helfen.”
Erdbeben – Christchurch, Neuseeland, 22. Februar 2011
Ein Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala traf Christchurch am 22. Februar 2011. Nach Regierungsangaben wurden mindestens 166 Menschen getötet, viele Tausende wurden verletzt. In Christchurch und Umgebung wurden zahlreiche Gebäude zerstört oder schwer beschädigt. Sechs DHL-Mitarbeiter unterstützten das neuseeländische Rote Kreuz und die Heilsarmee in ihrem rund zweiwöchigen Einsatz dabei, gespendete Hilfsgüter zwischenzulagern und zu inventarisieren.
Einsätze im Jahr 2010
Tropensturm Agatha – Guatemala, Mai 2010
Nachdem die Regierung den Notstand ausgerufen hatte, bat die nationale Katastrophenschutzbehörde (CONRED) am 30. Mai 2010 Deutsche Post DHL um Unterstützung. Ein DRT mit DHL-Mitarbeitern der Region Americas wurde an den Flughafen von Guatemala-Stadt entsandt, um ein professionelles Lagerhaus aufzubauen sowie eintreffende Hilfsgüter zu sortieren und inventarisieren. 32 von 450 DHL-Mitarbeitern in Guatemala sind für DRT-Einsätze geschult. Sie wurden für diesen Einsatz von ihrer regulären Tätigkeit freigestellt wurden. In zehn Tagen bearbeitete das DRT 85,8 Tonnen an Hilfsgütern und packte rund 1.500 Speedballs.
Erdbeben – Concepción, Chile, 27. Februar 2010
Unser DRT mit zehn ehrenamtlichen Mitarbeitern begann seinen Einsatz am 5. März 2010, um den chilenischen Katastrophenschutz ONEMI beim Transport von Hilfsgütern zu unterstützen. An den beiden betroffenen Flughäfen in Santiago de Chile und Concepción sorgte das DRT dafür, dass über 206 Tonnen an Gütern wie Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Decken in rund 10.300 Speedballs verpackt wurden. Das DRT wurde dabei von 65 ehrenamtlichen Mitarbeitern unserer DHL-Niederlassung in Chile unterstützt. In Concepción konzentrierte sich das DRT vor allem auf die Verbesserung des Bestell- und Verteilungssystems. Darüberhinaus transportierten 80 ehrenamtliche DHL-Mitarbeiter für die Hilfsorganisation "Hogar de Christo" ca. 25 Tonnen gespendete Hilfsgüter auf 40 DHL-LKW in die Katastrophenregion.
Erdbeben – Haiti, 12. Januar 2010
Binnen 48 Stunden nach dem Aufruf durch die UN war unser DRT der Region Americas auf dem internationalen Flughafen Toussaint L’Ouverture in Port-au-Prince bereits im Einsatz. Das DRT mit zehn ehrenamtlichen DHL-Helfern schlug bereits in der ersten Woche über 500 Tonnen Hilfsgüter um, die kurzfristig zwischengelagert wurden.
Eine Woche nach dem Erdbeben verlagerte das DRT den Einsatzort von Haiti in die Dominikanische Republik zum Flughafen in Santo Domingo. Im Laufe von 30 Tagen fertigten 36 ehrenamtliche DHL-Mitarberiter mehr als 2.000 Tonnen Hilfsgüter ab und leiteten ein 3.000 m² großes Lager, in dem ankommende Hilfsgüter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gelagert und sortiert wurden.
Überschwemmungen – Pakistan, August 2010
In Abstimmung mit Pakistans Katastrophenschutzbehörde wurde unser DRT im militärischen Teil des Flughafens Islamabad eingesetzt.
30 DHL-Mitarbeiter aus zehn Ländern im Nahen Osten und dem Asien-Pazifik-Raum nahmen Hilfsgüter in Empfang und bereiteten den Weitertransport vor. In Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm wurden während des fünfwöchigen Aufenthalts des DRT rund 4.500 Tonnen Hilfsgüter umgeschlagen und mehr als 2.500 Speedballs gepackt.
Einsätze im Jahr 2009
Taifun Ketsana (Ondoy) – Philippinen, September 2009
Unser DRT der Region Asia-Pacific startete mit 20 ehrenamtlichen DHL-Mitarbeitern seinen dreiwöchigen Einsatz am 2. Oktober 2009 und leistete logistische Untersützung am Flughafen Manila. 450 Tonnen Hilfsgüter – darunter Lebensmittel, Hygieneartikel, Geräte zur Wasseraufbereitung, Zelte und Planen – wurden mit Unterstützung des DRT entladen, zwischengelagert und zum Weitertransport an die Bedürftigen vorbereitet.
Erdbeben – Sumatra, Indonesien, 30. September 2009
Die indonesische Regierung bat die internationale Staatengemeinschaft um Hilfe, und auf Anfrage von OCHA wurde unser DRT zum einwöchigen Einsatz gerufen, um die Verteilung der Hilfsgüter am Flughafen Padang eine Woche lang zu unterstützen. Das DRT setzte sich auf ehrenamtlichen DHL-Mitarbeitern aus Indonesien und Singapur sowie der Region Middle East zusammen.
Der Einsatz in Indonesien war gleichzeitig ein Test. ob das GARD-Training im August erfolgreich war. Einer der Teilnehmer war Mulatno Msi, Leiter Logistik der philippinischen Katastrophenschutzbehörde, war nach dem Beben verantwortlich für die Entgegennahme der Hilfsgüter und konnte so sein erworbenes Wissen direkt anwenden.
Tsunami – Samoa, 29. September 2009
Ein DRT aus zwei ehrenamatlichen DHL-Mitarbeitern der Region Asia-Pacific berieten die Vereinten Nationen und lokale Behörden für logistischer Maßnahmen und stellten damit die Weichen für eine effiziente Abwicklung der Hilfslieferungen. Ihr Einsatz endete am 12. Oktober 2009.
Wirbelsturm – El Salvador, 9. November 2009
Das DRT mit ehrenamtlichen DHL-Mitarbeitern der Region Americas leistete logistische Hilfe in zwei Lagerhäusern, in denen nationale und internationale Hilfslieferungen mit Trinkwasser, Baumaterialien, Lebensmitteln, Kleidung und Decken zwischengelagert wurden. Vier ehrenamtliche DHL-Mitarbeiter unterstützen die örtliche Organisation "Civil Protection" beim Aufbau der Logistik für die Hilfslieferungen.
Einsätze 2005 bis 2008
Wirbelstürme und Überschwemmungen – Lateinamerika, Herbst 2008
Nachdem im September und Oktober 2008 eine Serie heftiger Wirbelstürme die Karibik verwüstet hatte, waren DRT-Helfer in Honduras und auf den Turcs- und Caicos-Inseln im Einsatz. Sie berieten in logistischen Fragen und unterstützten lokale Hilfsorganisationen beim Aufbau von zwei Lagern. Zu schweren Überschwemmungen kam es im November 2008 in Panama. Zehntausende Menschen waren betroffen, viele von ihnen kampierten in Notunterkünften. Vor allem Trinkwasser und Decken wurden dringend benötigt. Hier half das Disaster Response Team Americas im UN-Auftrag, indem es den Transport von Hilfsgütern koordinierte und das Lagermanagement am Flughafen David in der Provinz Chiriquí übernahm.
Zyklon – Myanmar, Mai 2008
Rund 2,4 Mio. Menschen waren im Mai 2008 vom Zyklon Nargis im Irrawady-Delta in Myanmar betroffen. Internationale Hilfsorganisationen stießen vor Ort auf erhebliche Probleme. Als anerkannter UN-Partner gelang es einem DHL Disaster Response Team dennoch, die Hilfslieferungen von 17 humanitären Organisationen und UN-Behörden zu koordinieren. 2.200 Tonnen Hilfsgüter konnten so für den Weitertransport in die überschwemmte Delta-Region vorbereitet werden.
Erdbeben – Peru, August 2007
Der Süden Perus wurde Mitte August 2007 von einem schweren Erdbeben erschüttert. Bereits drei Tage danach war das DHL Disaster Response Team Americas auf der Luftwaffenbasis Pisco im Einsatz. Unterstützt durch Mitarbeiter von DHL Peru und anderen Helfern vor Ort organisierte das DHL-Team die Lagerung und Verteilung großer Mengen von Hilfsgütern, die nationale und internationale Hilfsorganisationen, Regierungen, Kirchen, NGOs und private Spender nach Peru gesandt hatten. Zwei Wochen nach dem Erdbeben verließ das Disaster Response Team Pisco. Zuvor hatte das Team Mitglieder des peruanischen Zivilschutzes (INDECI) geschult, so dass sie das Management des Lagers und der Lagerbestände eigenständig übernehmen konnten.
Erdbeben – Indonesien, Mai 2006
Mehr als 6.200 Menschen starben, 30.000 wurden verletzt und beinahe 650.000 wurden obdachlos, als ein Erdbeben im Mai 2006 die indonesische Insel Java heimsuchte. Auf Anfrage der indonesischen Koordinierungsagentur für Katastrophenhilfe (Bakornas) und des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wurde das DRT Asia-Pacific auf Java am Flughafen Adisoemarmo in Solo eingesetzt. Innerhalb von drei Wochen schlug das 14-köpfige DHL-Team über 6.500 Sendungen mit rund 200 Tonnen Hilfsgütern um, in erster Linie Arzneimittel, Zelte, Decken und Nahrungsmittel. Darüber hinaus schulte es örtliche Arbeitskräfte, die eine Fortsetzung der Hilfslieferungen nach Abreise des Teams sicherstellen sollten.
Hurrikan – USA, August 2005
Wochenlang beherrschte im Spätsommer 2005 der Hurrikan Katrina, der die Golfküste der USA verwüstet hatte, die Schlagzeilen. Bis zum Ende seines zweiwöchigen Einsatzes sorgte das DHL Disaster Response Team vom Luftwaffenstützpunkt Little Rock (Arkansas) dafür, dass 2.370 Tonnen internationale Hilfsgüter aus 18 Ländern in der Katastrophenregion verteilt werden konnten. Deutsche Post DHL beteiligte sich mit mehr als 1 Mio. US-Dollar an den Hilfsaktionen. Allein die Transportdienstleistungen für die Soforthilfe und den Wiederaufbau des betroffenen Gebietes entsprachen einem Wert von rund 500.000 US-Dollar. Hinzu kamen zahlreiche weitere Sach- und Geldspenden des Unternehmens und seiner Mitarbeiter.
Erdbeben – Südostasien, Oktober 2005
Als im Oktober 2005 in Pakistan und Nordindien die Erde bebte, wurde das Ausmaß der Katastrophe erst langsam deutlich. Viele der etwa 50.000 Opfer lebten in abgelegenen und schwer erreichbaren Gebirgstälern. Millionen Menschen wurden obdachlos. Der Emergency Relief Coordinator der UNO, Jan Egeland, sprach im Chaos der ersten Hilfsbemühungen von einem „logistischen Albtraum“, wie ihn die UN noch nie erlebt hätten. DHL nutzte die logistische Erfahrung der freiwilligen Helfer, um zu gewährleisten, dass die mit Charterflügen eintreffenden internationalen Hilfsgüter so rasch und effizient wie möglich weitergeleitet wurden, um den Flughafen Islamabad für weitere Hilfslieferungen offen zu halten.
Tsunami – Küstengebiete am Indischen Ozean, 2004
Innerhalb weniger Stunden nach der verheerenden Flutkatastrophe 2004 an den Küstengebieten im Indischen Ozean begann Deutsche Post DHL mithilfe ihres weltumspannenden Netzes mit der Organisation der Logistik und des Transports von Hilfsgüterlieferungen. DHL-Fahrzeuge brachten Touristen im thailändischen Phuket in Sicherheit und halfen bei der Beförderung von Bundespolizeikräften in das Katastrophengebiet in Indien. Das Airport Emergency Team – der Vorläufer der heutigen Disaster Response Teams – wurde mobilisiert und zum Flughafen Colombo auf Sri Lanka entsandt. In den darauf folgenden Wochen leisteten Deutsche Post DHL und ihre Mitarbeiter weitere Beiträge, um die Not zu lindern. Das Unternehmen spendete beispielsweise 1 Mio. € in bar und unternahm unentgeltlich Sonderfrachtflüge in das Katastrophengebiet. Tausende Mitarbeiter spendeten aus eigener Kasse. Eine Gemeinschaftsaktion von Deutsche Post DHL und eBay erbrachte über 2 Mio. €.