Prävention durch "Get Airports Ready for Disaster (GARD)"
Extreme Naturereignisse wie Erdbeben oder Tsunamis werden zur Katastrophe, wenn Gesellschaft und Infrastruktur nicht darauf vorbereitet sind. Vor allem lokale Flughäfen erweisen sich oft als Engpass. Dort können die großen Mengen eintreffender Hilfsgüter meist nicht mehr bewältigt werden und der Weitertransport lebenswichtiger Hilfsgüter verzögert sich oder wird sogar unmöglich. Um diese Situationen zu vermeiden, haben wir gemeinsam mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) im Jahr 2009 das Schulungsprogramm "Get Airports Ready for Disaster" (GARD) ins Leben gerufen.
Durch die besondere Methodik und das einzigartige Konzept hilft GARD den Menschen vor Ort, sich selbst zu helfen.
GARD
- bietet professionelle Luftfahrtexperten von DHL, die die Workshops durchführen
- richtet sich an Flughafenmanager und Mitarbeiter von Katastrophenvorsorgeorganisationen und bringt wichtige Stakeholder zusammen
- vermittelt in dem 3-5tägigen Kurs einen praxisorientierten Ansatz der Katastrophenvorsorge durch eine Mischung aus Workshop und Risikoanalyse der vorhandenen Infrastruktur
- liefert einen Aktionsplan zur Steigerung der Spitzenkapazität des Flughafens (Airport Assessment Report)
GARD-Workshop in Istanbul
Effiziente Logistik an den Flughäfen ist entscheidend, um den Menschen in Not schnell zu helfen.
Partnerschaft mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen
Wir sind mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) eine langfristige, strategische Partnerschaft eingegangen und kooperieren darüber eng mit lokalen Behörden und Ministerien der Länder in denen GARD-Workshops stattfinden. Dadurch wird uns die Koordination und die Durchführung der Workshops sowie die Umsetzung der Folgemaßnahmen erleichtert. Außerdem wird GARD dadurch auch zu einer Plattform, über die sich Experten der humanitären Logistik und des Katastrophenmanagements austauschen können.
GARD Fußabdruck und Ausblick
GARD wurde bereits in 18 Flughäfen durchgeführt und soll weiter ausgeweitet werden.
Das GARD Konzept wird kontinuierlich weiterentwickelt. Seit dem Pilotworkshop 2009 wurde GARD an 18 Flughäfen in 7 verschieden Ländern durchgeführt, welche besonders anfällig für Naturkatastrophen sind. Insgesamt erhielten über 235 lokale Flughafenmitarbeiter und Vertreter von Katastrophenschutzbehörden GARD Workshops. Für die Zukunft planen wir weitere GARD Workshops in drei verschiedenen Regionen und GARD plus Auffrischungskurse.
Neuer Auffrischungskurs "GARD plus" fördert Nachhaltigkeit des Programms
Unsere Trainer haben außerdem das Nachfolgeprogramm GARD plus entwickelt, welches eine Wiederholung und Anwendung der Workshopinhalte 6-12 Monate nach dem GARD Workshop erlaubt. Dadurch trägt es zu einer nachhaltigen Umsetzung der Katastrophenvorsorgemaßnahmen bei. Der erste GARD plus Workshop fand im Dezember 2012 in Beirut, Libanon statt, nachdem die Teilnehmer ein GARD-Komitee ins Leben gerufen hatten, um alle Inhalte von GARD in das libanesische Katastrophenvorsorgeprogramm zu integrieren.
Workshop und Methodik
Lokale Flughafenmitarbeiter und Vertreter von Katastrophenschutzeinrichtungen teilen in den GARD Workshops ihre Kompetenzen, um Flughäfen auf potentielle Naturkatastrophen vorzubereiten und werden hierbei von unseren GARD Trainern beratend unterstützt. Um den Erfolg sicherzustellen wird der drei- bis fünftägige Workshop immer am jeweiligen Flughafen selbst durchgeführt. Die Teilnehmer erarbeiten Maßnahmen, mit welchen sich die Kapazitäten im Katastrophenfall steigern lassen und wie viele Güter und Passagiere am Flughafen maximal abgefertigt werden können. Der Workshop besteht aus einer Mischung von Theorie und Praxis: in Workshops wird das Wissen über die Herausforderungen, denen sich ein Flughafen nach einer Naturkatastrophe stellen muss, erarbeitet. Darauf aufbauend analysieren die Workshop Teilnehmer zusammen mit den Trainern mögliche Engpässe am Flughafen und erarbeiten konkrete Maßnahmen. Das Ziel ist, einen GARD Evaluierungsbericht und einen Notfallplan zu erstellen, um die Katastrophenmanagement-Logistik am Flughafen zu verbessern.