Flotte
Der Transport der verschiedenen Güter wird von den Unternehmensbereichen mit unterschiedlichen Verkehrsträgern erbracht. Die Auswertung unserer CO2-Kennzahlen ermöglicht es uns, gezielt Maßnahmen zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der Energieverwendung durchzuführen. Unsere Effizienzmaßnahmen tragen dazu bei, dass sich unser Kraftstoffverbrauch im Straßentransport kontinuierlich verringert. Dagegen führt die stark gestiegene Kundennachfrage im Expressbereich zu einem leicht höheren Verbrauch im Lufttransport. Diesem Effekt kann durch die Modernisierung unserer Flotte nicht vollständig entgegen gewirkt werden.
Fahrzeuge
Die Fahrzeugflotte von Deutsche Post DHL umfasst rund 80.000 Fahrzeuge und besteht überwiegend aus betrieblichen Nutzfahrzeugen in den drei Fahrzeugklassen "kleine Nutzfahrzeuge", "leichte Lkw" und "schwere Lkw". In 2012 wurde die Flotte um rund 4.000 Fahrzeuge mit innovativen, klimaschonenden Technologien erweitert. Damit umfasst unsere umweltschonende Flotte nun bereits 8.500 Fahrzeuge dieser Art - mit steigender Tendenz. Aus diesen Testbetrieben gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über die Eignung im Dauerbetrieb und den weiteren Ausbau unserer Technologiestrategie. Von unserem Know-how profitieren auch unsere Kunden, mit denen wir unsere Erfahrungen in den grünen Produkten teilen.
Schwere Lkw nutzen vier Fünftel unseres Kraftstoffs
Hauptverursacher für CO2-Emissionen im Straßentransport sind die "schweren Lkw", die auf Langstrecken eingesetzt werden und einen hohen Kraftstoffverbrauch haben. Durch Optimierungen der Aerodynamik, der Motorsteuerung, den Einsatz alternativer Antriebe und Kraftstoffe sowie durch spezielle Schulungen der Lkw-Fahrer konnten wir die CO2-Emissionen reduzieren. So sind in England beispielsweise bereits 1.001 Fahrzeuge mit aerodynamischen Teardrop-Anhängern ausgestattet. In den USA wurden 22 Erdgas-Lkw beschafft und die Nutzung von Gaskraftstoffen damit deutlich intensiviert.
Alternative Antriebe bei leichten Lkw erprobt
Leichte Lkw werden vorwiegend im Regionalverkehr eingesetzt. Kurzfristig kann deren CO2-Effizienz durch Optimierung der Aerodynamik, den Einsatz von kraftstoffeffizienten Automatikgetrieben oder durch die Begrenzung der maximalen Geschwindigkeit - in Deutschland und Großbritannien z. B. auf 85 km/h - optimiert werden. Vor allem in Deutschland sind diese Maßnahmen seit 2012 als Standard implementiert worden.
Mittelfristig bieten alternative Technologien wie Hybrid- oder Gasantriebe weitere Potenziale für Effizienzgewinne und werden bereits heute intensiv von Deutsche Post DHL in Zusammenarbeit mit Herstellern und Lieferanten entwickelt und erprobt. Ein Höhepunkt im Jahr 2012 war die Inbetriebnahme des weltweit ersten Range-Extender-Lkw. Durch den reinen Elektroantrieb und die Stromerzeugung über einen kleinen Dieselmotor konnten hierbei Kraftstoffeinsparungen von über 20 % erzielt werden.
Nicht konventionelle Antriebe im Einsatz auf Kurz- und Mittelstrecken
Kleine Nutzfahrzeuge (Transporter) setzen wir vor allem in der Zustellung ein. Obwohl sie zahlenmäßig den größten Anteil der Flotte bilden, führen die kurzen Fahrstrecken und der geringe Kraftstoffverbrauch zu einem vergleichsweise geringen Anteil unserer CO2-Emissionen. Aufgrund des überwiegend innerstädtischen Einsatzes und der allgemeinen Erwartung, lokale Abgas- und Lärmemissionen zu senken, ist die Einführung grüner Technologien in diesem Bereich ein wichtiger Baustein für nachhaltige Logistik.
Vor allem auf Kurzstrecken - bei der Zustellung in Deutschland und dem Expressgeschäft in globalen Ballungsräumen - treiben wir den Einsatz von Elektrofahrzeugen voran. Aufgrund der intensiven Start-Stopp-Zyklen eignet sich diese Antriebsart dafür ganz besonders. Unsere Elektrofahrzeuge werden mit Strom aus regenerativen Energien betrieben. In Kombination mit dem emissionsfreien Betrieb ist die Verwendung dieser Fahrzeuge besonders nachhaltig. Ein Meilenstein im Berichtsjahr war die Präsentation eines Elektro-Nutzfahrzeuges für die Verbundzustellung, das wir gemeinsam mit einem Konsortium mittelständischer Zulieferer, unter Führung der RWTH Aachen, entwickelt haben. Bereits im Jahr 2013 soll es in einer Kleinserie betrieblich erprobt werden.
Im Mittelstreckenbereich, vorrangig im globalen Expressgeschäft, streben wir die stärkere Nutzung von Gaskraftstoffen in unserer Flotte an. Biogas aus Rest- und Abfallstoffen bietet aus heutiger Sicht das höchste Potenzial. Ein besonderer Schritt für die Erweiterung unserer umweltfreundlichen Flotte war die Einführung von Erdgasfahrzeugen in Mexiko (15 Fahrzeuge) und LPG-Fahrzeugen im benzindominierten nordamerikanischen Markt (100 Fahrzeuge).
Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (gemäß Befragung)
| 2010 | 2011 | 2012 | |
|---|---|---|---|
| Elektroantrieb/Brennstoffzelle | 28 | 131 | 149 |
| Hybridantrieb | 46 | 112 | 197 |
| Flüssige Biokraftstoffe | 10 | 12 | 6 |
| CNG (Erdgas)/Biogas | 684 | 761 | 852 |
| LPG (Flüssiggas) | 256 | 179 | 279 |
| Ethanol/Bioethanol | 274 | 379 | 302 |
| Dual Fuel | – | 23 | 49 |
| Gesamtzahl | 1.298 | 1.597 | 1834 |
Flugzeuge
Im Unternehmensbereich EXPRESS betreiben wir ein eigenes Luftnetzwerk mit 168 Flugzeugen (Vorjahr: 155). Im Jahr 2012 haben wir die Kapazitäten im interkontinentalen Netzwerk weiter ausgebaut und konnten damit unser Angebot auf den wichtigsten Routen zwischen Europa, Asien und Amerika verbessern. Reichen unsere eigenen Ladekapazitäten nicht aus, greifen wir auch auf Drittanbieter zurück.
Wir betreiben unsere Flugzeugflotte nach ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten. So haben wir in den Vereinigten Staaten im Jahr 2012 die alten Maschinen des Typs Douglas DC-8 gegen neuere, verbrauchsärmere Maschinen des Typs Boeing 767 ausgetauscht.
Außerdem setzen wir auf der besonders transportstarken Strecke Hongkong - Cincinnati zwei Maschinen des Typs Boeing 747-800 ein. Dieses derzeit modernste Frachtflugzeug bietet mehr Raum als vergleichbare Maschinen und verbraucht dabei deutlich weniger Treibstoff.
Schiffe
Partnermanagement in der Seefracht
Das Seefrachtgeschäft wird in unserem Unternehmensbereich GLOBAL FORWARDING, FREIGHT erbracht. Dort wurde die "Green Carrier Scorecard" weiter ausgebaut. Diese gibt Auskunft über die Umweltbilanz der Reedereien, einschließlich der CO2-Daten und deren Netzwerkgestaltung. Die Green Carrier Scorecard ist ein wichtiger Bestandteil in der ökologischen Ausrichtung unseres Subunternehmermanagements.