CO2-Emissionen messen
In der Reduzierung der CO2-Emissionen sehen wir den größtmöglichen positiven Einfluss auf die Umwelt. Mit unserer Umweltstrategie setzen wir auf eine kontinuierliche Verbesserung der Transparenz unserer CO2-Emissionen und befassen uns damit, weitere Lösungen zu identifizieren, mit denen wir unsere Effizienz verbessern können. Im Folgenden berichten wir über unsere Messverfahren der direkten (Scope 1) und indirekten (Scopes 2 und 3) CO2-Emissionen und unsere Maßnahmen zur Effizienzverbesserung.
Grundlagen unserer Berechnung
Wir ermitteln die CO2-Emissionen nach dem international anerkannten GHG Protocol sowie in Übereinstimmung mit den Anforderungen des europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS) und den Vorgaben der ISO 14064. Auf dieser Grundlage erfassen wir folgende Emissionsarten:
- Direkte Emissionen (Scope 1), die durch Verbrennung von Kraftstoffen in eigenen Anlagen entstehen.
- Indirekte Emissionen (Scope 2), die aus der Erzeugung eingekaufter Energie, z. B. Strom, entstehen.
- Weitere indirekte Emissionen, z. B. aus den Transportdienstleistungen Dritter (Scope 3).
Datenqualität verbessert und Fortschritte in der Steuerung erzielt
Fortschritte in unserem Carbon-Accounting-System und in der Kennzahlenstruktur haben im Jahr 2012 dazu geführt, die Herkunft der CO2-Emissionen transparenter zu machen. Dadurch konnten wir noch gezielter Maßnahmen ergreifen und nachhaltig zu einer CO2-Reduktion beitragen. Dies gilt auch für die CO2-Emissionen unserer Transport-Subunternehmer.
Die Daten der Scopes 1 und 2 berechnen wir über das interne Finanzsystem anhand monatlich erhobener Energiedaten und anhand des Kraftstoffverbrauchs sowie von Daten aus Flugberichten ("Flight Log Data"). Für die Berechnung der Scope-3-Emissionen können wir in der Regel nicht auf Verbrauchsdaten zurückgreifen. Daher wenden wir zusätzlich Modellrechnungen an, die auf eigenen Betriebsdaten basieren und adäquate Emissionsfaktoren für die Transportmodi berücksichtigen.
Green Freight Europe (GFE) wird die Transparenz im Scope 3 verbessern
Ein effektives Management der Scope-3-Daten ist von großer Bedeutung für unsere Effizienzverbesserung. Durch die sehr hohe Anzahl an Vertragspartnern und die komplexe Eigentümerstruktur ist der Straßenverkehr in diesem Zusammenhang im Vergleich zur Luft- und Seefracht eine große Herausforderung. Im Jahr 2012 wurde in Zusammenarbeit mit GFE ein System zur Erfassung und Auswertung der Scope-3-Daten entwickelt und in einer Pilotphase getestet. Bereits seit Jahresbeginn 2013 nutzen wir es - wie auch einige Partner - für den Datenaustausch.
Neue Berechnungsmethoden getestet und bereit für Implementierung
Die neuen Standards des GHG Protocol zur strukturierten Berechnung von Wertschöpfungsketten und Produktlebenszyklen sowie die Einführung der DIN EN 16258 erweitern den Umfang der CO2-Bilanzierung. Nun wird auch die Kraftstoff-Vorkette in die Berechnung einbezogen. Zusätzlich müssen durch den Corporate-Value-Chain-Standard des GHG Protocol weitere indirekte Emissionen einbezogen werden, z. B. aus Anlagegütern oder der Abfallentsorgung. Diese neuen Komponenten wurden im Jahr 2012 erfolgreich in einer manuellen Berechnung getestet.
- Erweiterung auf CO2-Äquivalente: Sowohl die GHG-Protocol-Standards als auch die DIN EN 16258 erweitern den Bilanzierungsrahmen von CO2 auf CO2-Äquivalente (CO2e). Daher erfassen wir auch andere Treibhausgase wie Methan und Lachgas. Die Erweiterung von CO2 auf CO2-Äquivalente wird den Umfang unserer Treibhausgasemissionen um etwa 2 % (0,5 Mio. Tonnen CO2e) erhöhen.
- Berücksichtigung der Kraftstoff-Vorkette: Zusätzlich zu den durch die Verbrennung von Kraftstoffen entstehenden Emissionen werden nun auch die Emissionen einbezogen, die im Vorfeld bei unseren Kraftstofflieferanten bei der Förderung, Herstellung und dem Transport der Kraftstoffe entstehen. Eine konzernintern erstellte Studie bestätigt, dass die bisher erfassten Emissionen in den Scopes 1 und 2 sowie in den Scope-3-Kategorien "fremdvergebene Transporte" und "Geschäftsreisen" 75 % unserer gesamten Treibhausgasemissionen ausmachen. Durch die zusätzliche Erfassung der vorher genannten Faktoren wird sich dieser Anteil auf 90 % erhöhen.
Im Jahr 2013 werden wir die Berechnung dieser Aspekte in unserem Carbon-Accounting-System automatisieren.
Trotz starken Geschäftswachstums bleiben die Emissionen stabil
Im Jahr 2012 beliefen sich unsere Emissionen in den Scopes 1 und 2 auf 5,37 Mio. Tonnen CO2 (Vorjahr: 5,30 Mio. Tonnen CO2). Obwohl in den Gebäuden weniger Energie genutzt und im Straßentransport weniger Kraftstoff verbraucht wurden, nahmen die direkten CO2-Emissionen leicht zu. Dieser Effekt ist vor allem auf die stark gestiegene Kundennachfrage für Lufttransporte im Unternehmensbereich EXPRESS zurückzuführen, die wir in hohem Maße selbst durchführen.
Außerdem wirkte sich unser neuer Standard Forwarding Service in den USA, der eine umfangreiche Fahrzeugflotte betreibt, auf unsere Emissionen aus. Die Entwicklung der Kraftstoffdaten berichten wir unter den Effizienzmaßnahmen in der Flotte, die Energiedaten im Abschnitt zu den Gebäuden.
Die Scope-3-Emissionen betrugen im Jahr 2012 22,67 Mio. Tonnen CO2 (Vorjahr: 22,61 Mio. Tonnen CO2). Die Vorjahreszahl wurde aufgrund einer präziseren Berechnungsmethode angepasst. Darin enthalten sind 0,05 Mio. Tonnen CO2 (Vorjahr: 0,05 Mio. Tonnen CO2) für die Durchführung von Geschäftsreisen unserer Mitarbeiter.
Neue Darstellung der Emissionen getrennt nach Scopes und Divisionen
Im Jahr 2012 sind unsere CO2-Emissionen in allen drei Scopes trotz unseres geschäftlichen Wachstums im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,5 % gestiegen. In den Unternehmensbereichen BRIEF und EXPRESS nahmen die Emissionen zu, während sie in den Bereichen GLOBAL FORWARDING, FREIGHT und SUPPLY CHAIN abnahmen. Die Gründe erläutern wir im Absatz zu unserem Effizienzindex.
Insgesamt verzeichnen wir einen Anstieg unserer Emissionen um 0,13 Mio. Tonnen CO2 auf 28,04 Mio. Tonnen CO2 (Vorjahr: 27,91 Mio. Tonnen CO2). Die Vorjahreszahl wurde aufgrund einer präziseren Berechnungsmethode angepasst. Die Gesamtmenge unserer CO2-Emissionen stammt im Wesentlichen aus dem Kraftstoffverbrauch unserer Flotte und unserer Subunternehmer sowie aus dem Energieverbrauch in unseren Gebäuden.
Bereits 16 % CO2-Effizienzverbesserung erreicht
In 2012 haben wir unsere CO2-Effizienz auf 84 Indexpunkte verbessern können (Vorjahr: 86). Im Vergleich zum Referenzjahr 2007 haben wir so unsere CO2-Effizienz um 16 % gesteigert. Damit sind wir auf einem sehr guten Weg, um unser 30-%-Ziel im Jahr 2020 zu erreichen.
Ein bedeutender Faktor für die Effizienzsteigerung waren die Verbesserungen in unserem EXPRESS Netzwerk, die vor allem in der Modernisierung unserer eigenen Flugzeugflotte und der unserer Partner durchgeführt wurden.
Auch der Unternehmensbereich SUPPLY CHAIN setzte im Jahr 2012 verschiedene Maßnahmen erfolgreich um. Außerdem kommen Effekte aus der Veräußerung von Transportgeschäft in Nordamerika hinzu, die im zweiten Quartal 2011 stattfand.
Im Unternehmensbereich BRIEF konnte die CO2-Effizienz durch Maßnahmen im Straßen- und Lufttransport leicht verbessert werden.
GLOBAL FORWARDING, FREIGHT konnte seinen Indexwert trotz allgemeiner Effizienzverluste im Luftfrachtsektor stabil halten. Diese Verluste konnten durch wesentliche Fortschritte im Seefrachtbereich sowie Verbesserungen bei der Straßenfracht ausgeglichen werden. Die Verbesserungen im Seefrachtbereich wurden durch "Slow Steaming" und den Einsatz neuerer Schiffe erzielt.
Entwicklung der CO2-Effizienz
| Effizienz-Indexpunkte |
2007 |
2008 |
2009 |
2010 |
2011 |
2012 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Konzern1 | 100 | 98 | 93 | 88 | 86 | 84 |
| BRIEF2 | 100 | 84 | 90 | 91 | 88 | 76 |
| EXPRESS3 | 100 | 92 | 80 | 74 | 72 | 70 |
| GLOBAL FORWARDING, FREIGHT4 | 100 | 100 | 98 | 93 | 93 | 93 |
| SUPPLY CHAIN5 | 100 | 103 | 105 | 90 | 816 | 746 |
- 1
- Da die CO2-Effizienz Scope-übergreifend gesteuert wird, entfällt die Aufteilung des CO2-Effizienz-Indexes nach Scopes.
- 2
- Veränderte Hauptbezugsgröße: Statt CO2 je Brief/Paket berechnen wir CO2 je Liter (physisches Volumen). Durch die neue Berechnungsgrundlage wurde die Zeitreihe angepasst.
- 3
- Hauptbezugsgröße: CO2 je Tonnen-km oder TEU (20-Fuß-Container-Einheit)-km.
- 4
- Insgesamt verzeichnen wir einen Anstieg unserer Emissionen um 0,13 Mio. Tonnen CO2 auf Hauptbezugsgröße: CO2 je Tonnen-km oder Tonnen abgefertigter Sendungen.
- 5
- Hauptbezugsgröße: CO2 je Umsatz nach Bereinigung um Inflationseffekte.
- 6
- Beinhaltet Effekte aus der Veräußerung des Transportgeschäfts in Nordamerika, die im zweiten Quartal 2011 erfolgte.