Die Weltwirtschaft setzte im Jahr 2005 zwar ihren Aufwärtstrend fort, konnte dabei aber nicht mehr so schnell wachsen wie im Vorjahr. Mit Ausnahme des Euroraums war das Wachstum in allen Weltregionen solide bis stark. Insgesamt expandierte die globale Wirtschaftsleistung um 4¼ %. Der Welthandel konnte um beachtliche 7 % zulegen.
| Wachstumsindikatoren im Jahr 2005 | |||
|---|---|---|---|
| % | Bruttoinlands- produkt (BIP) |
Exporte | Binnen- nachfrage |
| Euroraum | 1,3 | 4,41) | 1,51) |
| Deutschland | 0,9 | 6,21) | 0,21) |
| USA | 3,5 | 6,7 | 3,8 |
| Japan | 2,8 | 6,7 | 2,6 |
| China | 9,9 | 28,4 | k.A. |
| 1) | geschätzt, Stand 15. Februar 2006 |
| Quelle: Postbank Research | |
Als stabil erwies sich die Konjunktur in den Vereinigten Staaten. Wachstumstreiber blieben die Anlageinvestitionen und auch der private Verbrauch. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs solide um 3½ %. Der Außenhandel belastete das Wirtschaftswachstum dagegen erneut. Das zuvor schon sehr hohe Leistungsbilanzdefizit weitete sich noch aus und betrug 790 Mrd US-$ oder 6,3 % des BIP.
Asien behauptete sich als Wachstumsregion Nummer eins, obwohl die wirtschaftliche Dynamik etwas nachließ. In Japan wuchs das BIP um 2,8 %. Herausragend blieb die Entwicklung in China: Triebfeder des Wachstums um fast 10 % war die Industrieproduktion.
Die Wirtschaft des Euroraums litt in der ersten Jahreshälfte unter dem starken Euro und dem hohen Ölpreis. Obwohl Ausfuhren, Investitionen und auch der private Verbrauch im weiteren Jahresverlauf wieder etwas stärker zulegten, wuchs das BIP nur um schwache 1,3 %.
In Deutschland erwiesen sich die Exporte als Wachstumsträger. Sie stiegen um 6,2 %, und der Außenbeitrag steuerte den größten Teil zum BIP-Wachstum von 0,9 % bei. Schwachpunkt blieb dagegen die Binnennachfrage. In der zweiten Jahreshälfte stieg das Vertrauen der Unternehmen in die wirtschaftliche Entwicklung deutlich.
Die Notierungen an den internationalen Rohölmärkten sind im Jahr 2005 weiter gestiegen. Rohöl der Sorte Brent wurde im Jahresdurchschnitt zu 54,5 Dollar je Barrel gehandelt, um mehr als 40 % über dem Preis des Vorjahrs!

Ende 2005 notierte der Euro bei 1,18 US-$ und wertete damit im Jahresverlauf um 13,4 % ab. Auch im Vergleich zum britischen Pfund tendierte er im Jahresverlauf leicht schwächer.
Die internationalen Aktienmärkte konnten im Jahr 2005 kräftige Kursgewinne verbuchen, obwohl sie vom hohen Ölpreis und von den anhaltenden Leitzinserhöhungen in den Vereinigten Staaten belastet wurden. Der EURO STOXX 50 legte im Jahresverlauf um 21,3 % und der DAX um 27,1 % zu. Der S&P 500 musste sich dagegen mit einem Plus von 3 % begnügen.
Die langfristigen Zinsen gaben im Euroraum im Jahresverlauf per saldo nach, obwohl die Europäische Zentralbank ihren Leitzins im Dezember erstmals seit fünf Jahren wieder erhöhte. In den Vereinigten Staaten stiegen die Renditen dagegen leicht an. Das weiterhin sehr niedrige Zinsniveau bildete ein unverändert günstiges Umfeld für Unternehmensanleihen.





