Mit dem Aktienoptionsplan (AOP) 2000 wurden den Berechtigten in zwei jährlichen Tranchen Aktienoptionen eingeräumt. Erstmalig wurden am 15. März 2001 (Tranche 2001) bestimmten Beschäftigten (Konzernführungsebene 1 bis 3 sowie einigen Spezialisten) Aktienoptionen gewährt. Die zweite Tranche wurde am 1. Juli 2002 (Tranche 2002) begeben.
Aufgrund des in der Hauptversammlung vom 5. Juni 2003 beschlossenen AOP 2003 werden aus dem AOP 2000 keine Optionen mehr ausgegeben. Am 1. August 2003 wurden erstmals Optionen aus dem neuen AOP ausgegeben (Tranche 2003). Die zweite Tranche (Tranche 2004) wurde am 1. Juli 2004 an die Führungskräfte ausgegeben. Die Ausgabe der dritten – und letzten – Tranche aus diesem Plan (Tranche 2005) erfolgte am 1. Juli 2005.
Im Vergleich zum AOP 2000 sieht der AOP 2003, neben der Erhöhung der insgesamt auszugebenden Aktienoptionen, eine Erweiterung des Kreises der Bezugsberechtigten und eine veränderte prozentuale Aufteilung der auszugebenden Aktienoptionen unter den verschiedenen Gruppen von Bezugsberechtigten vor.
Für die Mitglieder des Vorstands und Führungskräfte der Konzernführungsebene 2 ist für die Optionsgewährung weiterhin ein Eigeninvestment in Aktien der Deutsche Post AG erforderlich. Kräfte der Konzernführungsebenen 3 und 4 erhalten Optionen, ohne eine Eigeninvestition tätigen zu müssen.
Die Aktienoptionen aus beiden Optionsplänen können frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von drei Jahren nach dem jeweiligen Ausgabetag innerhalb eines Zeitraumes von 2 Jahren ausgeübt werden. Optionen können nur dann ausgeübt werden, wenn am Ende der Wartezeit ein absolutes bzw. ein relatives Erfolgsziel erreicht wird. Nach Ablauf des Ausübungszeitraums verfallen nicht ausgeübte Optionen.
Um zu ermitteln, ob und wie die Erfolgsziele erreicht sind, werden der Durchschnittskurs bzw. der Durchschnittsindex während zwei Zeiträumen (Referenzzeitraum = Ausübungspreis; Performancezeitraum = Endpreis) miteinander verglichen. Bei dem Referenzzeitraum handelt es sich um die 20 aufeinander folgenden Handelstage vor dem Ausgabetag. Der Performancezeitraum betrifft die letzten 60 Handelstage vor Ablauf der Wartezeit. Der Durchschnittskurs wird aus dem Durchschnitt der Schlusskurse der Deutsche Post Aktie im XETRA-Handel der Deutsche Börse AG ermittelt.
Das absolute Erfolgsziel ist abhängig von der Kursentwicklung der Deutsche Post Aktie und gilt als erreicht, wenn die Kurssteigerung der Deutsche Post Aktie (Endpreis./.Ausübungspreis) mindestens 10, 15, 20 bzw. 25 % beträgt.
Das relative Erfolgsziel ist an die Kursentwicklung der Aktie im Verhältnis zu der des Dow Jones EURO STOXX Total Return Index gekoppelt. Das relative Erfolgsziel ist erreicht, wenn die Performance der Aktie während des o. g. Performancezeitraums der des Index entspricht, bzw. sie um mindestens 10 % übersteigt.
Von je sechs Optionen können maximal vier über das absolute Erfolgsziel verdient werden und maximal zwei über das relative Erfolgsziel. Wird zum Ablauf der Wartezeit kein Erfolgsziel erreicht, verfallen die darauf entfallenden Optionen der entsprechenden Tranche ersatzlos.
Jede Aktienoption berechtigt – je nach Entscheidung des Vorstands – zum Erwerb einer Aktie oder zum Barausgleich in Höhe der Differenz zwischen Ausübungspreis und dem Durchschnittskurs der Deutsche Post Aktie während der letzten fünf Tage vor dem Ausübungstag.
Informationen zu den einzelnen Tranchen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
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1) |
Noch nicht ausübbar |
Die nicht ausgeübten Optionen der Tranche 2001 sind am 15. März 2006, nach Ablauf der Ausübungsperiode, ersatz- und entschädigungslos verfallen.
Seit dem Geschäftsjahr 2002 wird die Bewertung des AOP anhand finanzmathematischer Methoden auf der Grundlage von Optionspreismodellen (Fair-Value-Bewertung) vorgenommen. Der auf das Geschäftsjahr 2006 entfallende Aufwand von 31 Mio € (Vorjahr: 40 Mio €), davon 29 Mio € (Vorjahr: 36 Mio €) für Optionen und 2 Mio € für SAR (Vorjahr: 4 Mio €), wurde als Personalaufwand ausgewiesen.
SAR-Plan 2006
Der SAR-Plan 2006 löst den oben beschriebenen AOP 2003 ab, aus dem im Jahr 2006 letztmalig Optionen ausgegeben werden durften. Zum 3. Juli 2006 erhielten ausgewählte Führungskräfte SAR aus dem neu aufgelegten Plan. Damit erhalten die Führungskräfte die Möglichkeit, nach Erfüllung von anspruchsvollen Erfolgszielen, innerhalb eines festgelegten Zeitraumes eine Barzahlung in Höhe der Differenz zwischen dem jeweiligen Schlusskurs der Deutsche Post Aktie des Vortages und dem festgelegten Ausgabepreis zu erhalten.
LTIP Vorstand 2006
Auch für die Mitglieder des Vorstands wurde ein Nachfolgeplan aufgelegt: Im Rahmen des neuen Long-Term-Incentive-Plans (LTIP 2006) wurden ihnen erstmals zum 1. Juli 2006 SAR gewährt. Der neue Plan ist materiell weitgehend identisch mit dem bisherigen AOP. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass er bar ausgezahlt wird und somit nicht mehr zu einer Verwässerung zu Lasten der Anteilseigner führt. Um SAR zu erhalten, müssen die Vorstandsmitglieder wie bisher ein Eigeninvestment in Deutsche Post Aktien leisten. Wie bei dem bisherigen Aktienoptionsprogramm ist eine Auszahlung auch nach dem LTIP 2006 frühestens nach einer dreijährigen Wartezeit möglich, wenn die vereinbarten, anspruchsvollen Erfolgsziele erreicht wurden. Nähere Angaben finden sich im Corporate-Governance-Bericht, dessen Vergütungsbericht in diesem Bereich Bestandteil des Anhangs ist.
Für die SAR aus dem SAR-Plan 2006 und dem LTIP 2006 wurde mit einem stochastischen Simulationsmodell ein Zeitwert ermittelt. Daraus ergab sich für das Geschäftsjahr 2006 ein Aufwand in Höhe von 14 Mio €, der gegen die Rückstellungen gebucht wurde.
Davon entfällt 1 Mio € auf SAR, die dem Vorstand gewährt wurden. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Mitglieder: Dr. Klaus Zumwinkel 212.625,00 €, Dr. Frank Appel, Prof. Dr. Edgar Ernst, John P. Mullen, Dr. Hans-Dieter Petram und Walter Scheurle je 141.750,00 €. Der zeitanteilige Wert der SAR von Dr. Peter Kruse bis zum 21. September 2006 beträgt 102.526,03 €.
