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Das Jahr 2006 war – vor allem in der ersten Hälfte – von einer konjunkturellen Dynamik gekennzeichnet, die sich über alle Weltregionen erstreckte. Die globale Wirtschaftsleistung ist mit rund 5 % noch etwas stärker als im Vorjahr gestiegen.

Wachstumsindikatoren im Jahr 2006

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%

 

Bruttoinlands-
produkt

 

Exporte

 

Binnen-
nachfrage

 

 

 

 

 

 

 

USA

 

3,4

 

8,9

 

3,2

Japan

 

2,2

 

9,7

 

1,4

China

 

10,7

 

27,2

 

k. A.

Euroraum

 

2,7

 

8,31)

 

2,51)

Deutschland

 

2,7

 

12,5

 

1,6

1)

Geschätzt, Stand: 22. Februar 2007

 

Quelle: Postbank Research, nationale Statistiken

In den Vereinigten Staaten wurde die Konjunktur vor allem von Unternehmensinvestitionen und dem privaten Verbrauch angekurbelt, während die Wohnungsbauinvestitionen kräftig zurückgegangen sind. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist mit 3,4 % etwas stärker als im Vorjahr gewachsen. Der Außenhandel bremste das Wachstum zwar anders als in den Vorjahren nicht mehr ab, das zuvor schon hohe Leistungsbilanzdefizit erreichte jedoch mit rund 880 Mrd US-Dollar oder 6,6 % des BIP einen Höchststand.

Auf den Konjunkturmotor Asien ist nach wie vor Verlass: Der Kontinent wies auch im Berichtszeitraum das mit Abstand höchste Wachstum auf. In Japan ist das BIP um 2,2 % gewachsen, angetrieben von kräftig steigenden Exporten und einer zunehmenden Binnennachfrage. Spitzenreiter ist weiter China: Das BIP wuchs um 10,7 %, die Industrieproduktion legte um 17 %, der Export sogar um 27,2 % zu.

Auch im Euroraum hat sich der Aufschwung spürbar beschleunigt, das BIP ist um 2,7 % gewachsen – so stark wie zuletzt im Boom-Jahr 2000. Die entscheidenden Impulse kamen von der deutlich lebhafteren Binnennachfrage, vor allem von den Investitionen.

In Deutschland hat die Wirtschaftsleistung um 2,7 % zugelegt und damit alle Erwartungen übertroffen. Besonders positiv entwickelten sich die Exporte (+12,5 %) und die Investitionen (+5,6 %). Sogar der private Verbrauch ist mit 0,8 % leicht gewachsen. Allerdings dürfte es sich hierbei zum Teil um vorgezogene Käufe angesichts der Mehrwertsteuererhöhung handeln.

Dank der guten Konjunktur verzeichneten die Aktienmärkte im Jahr 2006 erneut kräftige Kursgewinne. Die Notierungen sind im Gleichklang mit den Unternehmensgewinnen gestiegen. Der DAX hat im Jahresverlauf um 22 % zugelegt und damit den EURO STOXX 50 (+15,1 %) und den S&P 500 (+13,6 %) deutlich hinter sich gelassen.

Im Euroraum sind zwar die langfristigen Zinsen im Jahresverlauf saldiert um 0,6 % gestiegen, waren aber im historischen Vergleich immer noch sehr niedrig. In den Vereinigten Staaten lagen die Renditen am Jahresende 0,3 % über dem Niveau des Jahresbeginns. Das Umfeld für Unternehmensanleihen blieb damit günstig.

Die Notierungen an den internationalen Rohölmärkten sind im Jahr 2006 zunächst weiter gestiegen. Ein Fass der Sorte Brent wurde im August mit der bisherigen Höchstmarke von 78 US-Dollar notiert. Im weiteren Jahresverlauf gab der Ölpreis zwar wieder nach, lag aber im Jahresdurchschnitt immer noch rund 20 % über dem Vorjahr.

Ende 2006 wurde der Euro mit 1,32 US-Dollar gehandelt, seit Jahresbeginn wertete er damit um 11,5 % auf. Der sinkende Zinsvorsprung gegenüber dem Euroraum sowie die Angst vor einer längeren konjunkturellen Schwächephase haben den Dollar-Kurs gegen Jahresende deutlich gedrückt. Noch stärker als der Euro hat das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar an Wert gewonnen.

Internationale Handelsströme haben zugenommen

Mit der Weltwirtschaft ist im Verlauf des Jahres 2006 auch der Welthandel gewachsen, dem Prognoseinstitut Global Insight zufolge insgesamt um 7,25 %. Die Nachfrage der europäischen Volkswirtschaften nach Konsumgütern aus Asien ist weiter gestiegen. Die Vereinigten Staaten leiden zwar nach wie vor unter einem enormen Außenhandels- und Haushaltsdefizit – sind aber dennoch der größte Importeur geblieben. Gemessen an den Rohstoffpreisen von 1997 hat China Deutschland als weltweit größte Exportnation überholt. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich auch die Märkte für Express- und Logistikdienstleistungen positiv.

In Deutschland erwarten die Kunden einer aktuellen Studie der britischen Beratungsgesellschaft Triangle zufolge einen gebremsten Preisanstieg bei Paket- und Expressdiensten. Zusätzlich ist bei der Auswahl des Dienstleisters die Qualität nunmehr ein wichtigeres Kriterium als der Preis. Der nationale Briefmarkt ist durch eine steigende Wettbewerbsintensität gekennzeichnet; der Markt für Direktmarketing stagniert. Der deutsche Bankenmarkt hat, der Rating-Agentur Standard & Poor’s zufolge, im ersten Halbjahr 2006 seinen Höhepunkt erreicht, und ist danach wieder abgeflacht.

 

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