Die nachfolgenden Erläuterungen erfolgen aus der Perspektive „Postbank at Equity“, da sich die finanziellen Risiken der Deutschen Postbank Gruppe fundamental von den Risiken des übrigen Konzerns Deutsche Post World Net unterscheiden.
Als Folge seiner operativen Geschäftstätigkeit sieht sich der Konzern Deutsche Post World Net mit Finanzrisiken konfrontiert, die aus der Veränderung von Wechselkursen, Roh- und Treibstoffpreisen und Zinssätzen entstehen. Um diese Risiken zu begrenzen, nutzen wir originäre und derivative Finanzinstrumente, die sich sowohl auf Risiken aus fest kontrahierten als auch aus geplanten Transaktionen beziehen können. Die dafür erforderlichen Handlungsrahmen, Kompetenzen und Kontrollen sind in internen Richtlinien festgelegt. Alle Finanzinstrumente werden zentral mit einer Risikomanagement-Software erfasst, bewertet und abgewickelt. Finanzinstrumente werden nur mit Kontrahenten erstklassiger Bonität abgeschlossen, die dafür eingeräumten Kontrahentenlimite und ihre Ausnutzung werden ständig beobachtet und berichtet. Über die bestehenden Finanzrisiken und die zur Steuerung eingesetzten Finanzinstrumente wird der Vorstand regelmäßig informiert.
Im Folgenden werden die Charakteristika und Sicherungsziele für die einzelnen Finanzrisiken näher erläutert:
Währungsrisiken entstehen uns aus dem internationalen Geschäft der Unternehmensbereiche BRIEF, EXPRESS, LOGISTIK und SERVICES, das zu einem großen Teil in Fremdwährungen abgewickelt wird. Diese Risiken werden zentral gesteuert mit der Maßgabe, die Auswirkungen mit möglichst geringem internem Aufwand weitgehend zu begrenzen. Alle Gesellschaften melden ihre Fremdwährungspositionen an die Konzern-Treasury, die daraus eine konsolidierte Position je Währung ermittelt. Positionen von hoch korrelierten Währungen werden, wenn möglich, miteinander verrechnet. Die daraus entstehende Nettoposition wird je nach Risiko und Markteinschätzung extern mit Banken abgesichert. Gebuchte Währungsrisiken werden in der Regel zu 100 %, geplante bis zu 80 % für maximal 18 Monate abgesichert. Der größte geplante Netto-Bedarf besteht für US-Dollar und tschechische Krone. Die bedeutendsten Nettoüberschüsse plant der Konzern im britischen Pfund, chinesischen Yuan, japanischen Yen und koreanischen Won.
Rohstoffpreisrisiken resultieren aus dem geplanten Bezug von Flugzeugkerosin, Heizöl, Diesel- und Benzinkraftstoffen. Höhere Preise geben wir zunächst über Zuschläge und Vertragsklauseln so weit wie möglich an die Kunden weiter. Darüber hinaus werden die Risiken für einen Zeitraum von maximal 18 Monaten teilweise abgesichert, um die Auswirkungen der Rohstoffpreisschwankungen zu begrenzen.
Die Zinsänderungsrisiken für den Konzern werden zentral ermittelt, fortlaufend überwacht und aktiv gesteuert – entsprechend den Beschlüssen eines regelmäßig tagenden Gremiums. Wir erfassen alle wesentlichen verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten und ermitteln daraus die jeweiligen Positionen für die aus Konzernsicht entscheidenden Währungsblöcke Euro und US-Dollar. Darauf basierend setzen wir originäre und derivative Finanzinstrumente ein, um Finanzierungskosten zu minimieren und Zinsänderungsrisiken zu steuern, indem die Restlaufzeit der Gesamtposition angepasst wird.
