Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Grundsätze
Das Finanzmanagement des Konzerns umfasst neben dem Cash- und Liquiditätsmanagement jenes von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken, die Konzernfinanzierung, die Vergabe von Bürgschaften und Patronatserklärungen sowie die Kommunikation mit den Rating-Agenturen. Da sich die Anforderungen und Prozesse der Deutschen Postbank Gruppe grundsätzlich von denen des übrigen Konzerns unterscheiden, beziehen sich die folgenden Erläuterungen auf die Betrachtung Postbank at Equity, die Zahlungsströme werden also ohne die Deutsche Postbank Gruppe dargestellt.
Unsere wesentlichen Grundsätze lauten: Risikokontrolle und zentrale Steuerung der Prozesse. Die Verantwortung dafür trägt Corporate Finance, unterstützt durch drei Regional Treasury Center in Bonn (Deutschland), Fort Lauderdale (USA) und Singapur. Sie bilden die Schnittstelle zwischen der Zentrale und den operativen Gesellschaften, beraten diese in allen Fragen des Finanzmanagements und stellen sicher, dass die konzernweiten Richtlinien umgesetzt werden. Diese Richtlinien und Prozesse stimmen mit dem Gesetz zur Kontrolle und Überwachung im Unternehmensbereich (KonTraG) vom 27. April 1998 überein.
Ziele
Unser vorrangiges Ziel ist es, Kapitalkosten und finanzielle Risiken zu minimieren und dabei die nachhaltige finanzielle Stabilität und Flexibilität des Konzerns zu wahren. Um auch in Zukunft ungehindert Zugang zu den Kapitalmärkten zu haben, strebt der Konzern weiterhin ein Kreditrating an, das für die Transport- und Logistikindustrie überdurchschnittlich ist. Im Rahmen dieser Zielsetzung betrachten wir vor allem, wie sich unser operativer Cashflow im Verhältnis zur angepassten Verschuldung entwickelt. Diese entspricht den Nettofinanzverbindlichkeiten des Konzerns unter Berücksichtigung der nicht direkt mit Kapital unterlegten Pensionsverpflichtungen und Verbindlichkeiten aus operativem Leasing.
Cash- und Liquiditätsmanagement
Das Cash- und Liquiditätsmanagement der weltweit tätigen Tochtergesellschaften erfolgt zentral über das Corporate Treasury. Über 80 % des konzernexternen Umsatzes wird in Cash-Pools konzentriert und zum internen Liquiditätsausgleich genutzt. In Ländern, in denen dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, werden interne oder externe Kredite und Anlagen zentral vom Corporate Treasury vermittelt. Dabei achten wir auf eine ausgeglichene Bankenpolitik, um eine Abhängigkeit von einzelnen Banken auszuschließen. Der interne Umsatz der Tochtergesellschaften wird ebenfalls konzentriert und über die Inhouse-Bank abgewickelt, um externe Bankgebühren und -margen zu vermeiden (Inter-Company-Clearing). Der Zahlungsverkehr erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, mit standardisierten Prozessen und IT-Systemen.
Die fest zugesagten, unbesicherten Kreditlinien des Konzerns betragen rund 4,2 Mrd €, von denen am 31. Dezember 398 Mio € ausgenutzt waren. Bei unserer Bankenpolitik achten wir auf eine breite Verteilung des Volumens und auf langfristige Geschäftsbeziehungen mit den Kreditinstituten. Neben den üblichen Gleichbehandlungsklauseln und Kündigungsrechten finden sich in den entsprechenden Kreditverträgen keine weiter gehenden Zusagen, was die Finanzkennziffern des Konzerns betrifft. Bei der Zwischenfinanzierung von Akquisitionen wurden in den letzten Jahren die Kreditlinien vorübergehend stärker ausgeschöpft. 2007 lag die durchschnittliche Inanspruchnahme der Kreditlinien lediglich bei rund 4,4 % (Vorjahr: 9,7 %).
Management von Marktpreisrisiken
Um finanzwirtschaftlichen Marktpreisrisiken zu begegnen, setzt der Konzern sowohl originäre als auch derivative Finanzinstrumente ein. Für das Management von Zinsrisiken werden Zins-Swaps eingesetzt. Währungsrisiken steuern wir mit Termingeschäften, Cross-Currency-Swaps und Optionen. Rohstoffpreisrisiken werden weitgehend über Zuschläge an unsere Kunden weitergegeben. Die für den Einsatz von Derivaten notwendigen Rahmenbedingungen, Kompetenzen und Kontrollen sind in internen Richtlinien festgelegt.
Konzernfinanzierung
Wir folgen dem Grundsatz, den Finanzbedarf des Konzerns durch ein ausgewogenes Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital zu decken. Der Konzern benötigt Mittel, um Finanzschulden zu tilgen, für Investitionen und zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit. Unsere wichtigste Finanzierungsquelle ist der Mittelzufluss aus laufender Geschäfts- und Investitionstätigkeit. Den Fremdmittelbedarf decken wir flexibel über fest zugesagte bilaterale Kreditlinien, Kapitalmarktmaßnahmen, strukturierte Finanzierungen und operatives Leasing als außerbilanzielle Finanzierungsform. Damit wollen wir breite Investorenkreise ansprechen und die Mittelaufnahmen zeitnah am jeweiligen Bedarf ausrichten. Die Fremdmittel werden weitgehend zentral und in Euro aufgenommen und konzernintern weitergereicht. Mit operativem Leasing finanzieren wir vor allem Immobilien und Flugzeuge, aber auch IT-Ausstattung, Fuhrparks und Lagerfahrzeuge.
Die wichtigste primäre Verschuldungswährung des Konzerns ist der Euro. Mittels derivativer Finanzinstrumente tauschen wir jedoch einen Teil davon in Fremdwährungen, um den jeweiligen Liquiditätsbedarf unserer operativen Gesellschaften zu decken. Berücksichtigt man diese Geschäfte, lag der Anteil des Euros an der Netto- Finanzverschuldung des Konzerns bei 60 % (Vorjahr: 40 %), der Anteil des US-Dollars betrug 28 % (Vorjahr: 27 %). Der Anteil des Euros ist vor allem gestiegen, weil Darlehensportfolios in Fremdwährungen bereinigt wurden.
Bürgschaften und Patronatserklärungen
Die Deutsche Post AG besichert bei Bedarf die von den Konzerngesellschaften abzuschließenden Kredit-, Leasing- oder Lieferantenverträge, indem sie Patronatserklärungen, Bürgschaften oder Garantien begibt. Dadurch lassen sich lokal bessere Konditionen durchsetzen. Die Herauslage und Überwachung der Besicherungen erfolgt zentral.
Kreditwürdigkeit des Konzerns
Kreditratings stellen ein unabhängiges und aktuelles Urteil über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens dar. Dazu werden Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie Kapitalflussrechnung quantitativ analysiert. Zusätzlich werden qualitative Faktoren, wie Branchenspezifika und Unternehmensstrategie, berücksichtigt. Unsere Bonität wird von den internationalen Rating-Agenturen Standard & Poor’s, Moody’s Investors Service (Moody’s) und Fitch Ratings regelmäßig überprüft. Mit dem aktuellen Rating der Kategorie A, das die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, als gut einstuft, sind wir in der Transport- und Logistikbranche überdurchschnittlich gut aufgestellt.
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Ratings |
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Moody‘s Investors Service |
Standard & Poor‘s |
Fitch Ratings | |||
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Langfristig |
A2 |
A– |
A | |||
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Ausblick |
Negative |
Negative |
Stable | |||
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Kurzfristig |
P–1 |
A–2 |
F1 | |||
Standard & Poor’s bewertet unsere langfristige Kreditqualität mit A− und einem negativen Ausblick. Damit liegen wir im unteren Bereich der Kategorie A, welche die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, als gut einschätzt. Der Ausblick beurteilt die Richtung, in die sich ein Rating mittelfristig voraussichtlich entwickeln wird. Unsere kurzfristige Kreditqualität bewertet Standard & Poor’s mit A−2, ähnlich dem langfristigen Rating eine gute Einschätzung.
Moody’s beurteilt uns langfristig mit A2, einem Rating im mittleren Bereich der Kategorie A. Der Ausblick wurde aktuell als negativ festgesetzt. Unsere kurzfristige Kreditwürdigkeit bewertet die Agentur mit P−1, der besten Einstufung.
Fitch hat für uns ein langfristiges Rating von A mit einem stabilen Ausblick vergeben, das unsere Bonität langfristig als gut einstuft; kurzfristig liegen wir auch hier in der höchsten Kategorie für diese Laufzeit.
Detaillierte Analysen der Rating-Agenturen sowie umfassende Informationen zu den Rating-Definitionen finden Sie auf unserer Internetseite.
