Aufschwung der Weltwirtschaft schwächt sich ab
Die Weltwirtschaft blieb im Jahr 2007 auf robustem Wachstumskurs. Die Konjunkturrisiken haben zwar in der zweiten Jahreshälfte zugenommen. Die Wachstumsdynamik wurde dadurch aber nicht spürbar gedämpft. Die globale Wirtschaftsleistung stieg mit rund 5 % nur leicht schwächer als im Vorjahr. Der internationale Güteraustausch ist sogar um mehr als 6 % gewachsen.
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Wachstumsindikatoren im Jahr 2007 |
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% |
Bruttoinlands- |
Export |
Binnen- | |||||||||
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USA |
2,2 |
7,9 |
1,6 | |||||||||
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Japan |
2,1 |
8,7 |
1,0 | |||||||||
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China |
11,4 |
27,2 |
k.A. | |||||||||
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Euroraum |
2,7 |
6,31) |
2,21) | |||||||||
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Deutschland |
2,5 |
8,3 |
1,1 | |||||||||
In den Vereinigten Staaten litt die Konjunktur unter der ausgeprägten Schwäche des Marktes für Wohnimmobilien. Der private Verbrauch ist dagegen solide gewachsen, ebenso die Investitionsneigung der Unternehmen. Besonders Gewerbeimmobilien waren nachgefragt. Zudem beflügelten die robuste Weltkonjunktur und der schwache Dollar die Exporte. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist mit 2,2 % aber deutlich geringer gestiegen als im Vorjahr (2,9 %).
In Asien hat sich der Aufschwung fast ungebremst fortgesetzt. Mit einem Plus von mehr als 9 % wiesen die asiatischen Schwellenländer das höchste Wachstum auf. In China hat sich das BIP sogar um 11,4 % erhöht, die Exporte um rund 27 %. Der Handelsbilanzüberschuss ist auf mehr als 260 Mrd Dollar gestiegen. Auch für ausländische Investoren bleibt das Land attraktiv: die Direktinvestitionen sind auf rund 75 Mrd Dollar gestiegen. In Japan ließ die konjunkturelle Dynamik dagegen nach, das BIP wuchs nur um 2,1 % (Vorjahr: 2,4 %). Während vom Außenhandel – auch dank des schwachen Yen – weiterhin sehr positive Effekte ausgingen, expandierte die Binnennachfrage verhaltener.
Im Euroraum ließ die konjunkturelle Dynamik im Jahresverlauf etwas nach, das BIP wuchs mit 2,7 % dennoch fast so stark wie im Vorjahr. Die Wirtschaft profitierte erneut von einem steigenden Außenbeitrag. Getragen wurde das Wachstum aber von der Binnennachfrage. Besonders positiv entwickelten sich weiterhin die Bruttoanlageinvestitionen, während der private Verbrauch nicht so stark gewachsen ist wie im Vorjahr.
Auch in Deutschland schwächte sich der Aufschwung im Jahresverlauf ab. Dennoch hat das Wachstum mit 2,5 % alle Erwartungen übertroffen. Es stammt zu mehr als der Hälfte vom Außenhandel. Die Bruttoanlageinvestitionen legten um rund 5 % zu, was den Arbeitsmarkt positiv beeinflusst hat. Dennoch stockte der private Verbrauch. Ein Grund dafür war die kräftige Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 % auf 19 % zu Jahresbeginn.

Ölpreis stark gestiegen
Die Notierungen an den internationalen Rohölmärkten sind im Verlauf des Jahres 2007 massiv gestiegen. Der Preis für ein Fass der Sorte Brent, das zu Jahresbeginn zu weniger als 60 US-Dollar gehandelt wurde, erreichte in der Spitze fast 100 US-Dollar und lag am Jahresende nur leicht unter seinem Höchstwert. Im Durchschnitt lag der Ölpreis rund 10 % über dem Niveau des Vorjahres.
US-Dollar kräftig abgewertet
Nach einem verhaltenen Anstieg in der ersten Jahreshälfte legte der Euro massiv zu und wurde am Jahresende mit 1,46 US-Dollar gehandelt. Dies entspricht einer Aufwertung um 10,6 %. Treiber war die Krise auf dem Markt für Hypothekendarlehen minderer Bonität (Subprime). Sie hat die Finanzmärkte erheblich belastet. Die Angst vor einer Rezession in den USA wuchs und veranlasste die US-Notenbank ab September, ihren Leitzins bis auf 4,25 % zu senken. Da die Europäische Zentralbank ihren Leitzins in der ersten Jahreshälfte um 0,5 Prozentpunkte auf 4 % angehoben hatte und danach konstant hielt, verringerte sich der Zinsvorteil des Dollars im Jahresverlauf massiv. Gegenüber dem Britischen Pfund gewann der Euro 9,1 % an Wert.
Verunsicherte Finanzmärkte belasten Unternehmensanleihen
Wirtschaftsaufschwung und Leitzinserhöhungen ließen die Kapitalmarktrenditen in der ersten Jahreshälfte kräftig steigen. Danach galten Staatsanleihen durch die Hypotheken-Krise wieder als sicherer Hafen. Am Jahresende lag die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um rund 0,6 Prozentpunkte niedriger als Ende 2006. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist dagegen im gleichen Zeitraum um gut 0,3 Prozentpunkte auf 4,3 % gestiegen. Trotz der immer noch niedrigen langfristigen Zinsen ist das Umfeld für Unternehmensanleihen spürbar ungünstiger geworden. Die Verunsicherung an den Finanzmärkten machte die Anleger risikoscheuer. In der Folge stiegen die Risikoaufschläge selbst für Unternehmensanleihen hoher Bonität deutlich.
