Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft wuchs in der ersten Hälfte des Jahres 2007 insgesamt robust, wenngleich unterschiedlich stark in den verschiedenen Regionen. Aufgrund der Finanzmarktturbulenzen, die im Sommer durch die Subprime-Krise in den Vereinigten Staaten ausbrachen, hat die konjunkturelle Unsicherheit im dritten Quartal spürbar zugenommen. Der massive Anstieg des Ölpreises im bisherigen Jahresverlauf hat die Entwicklung der Weltwirtschaft bislang noch nicht beeinträchtigt.
Während sich die US-Konjunktur zu Jahresbeginn sehr schwach zeigte, beschleunigte sich das BIP-Wachstum im zweiten Quartal kräftig. Spürbar beeinträchtigt wurde die Wirtschaft vom anhaltenden Abschwung am Markt für Wohnimmobilien, dessen Schwächephase sich durch die Subprime-Krise noch verlängern dürfte. Aufgrund der gestiegenen konjunkturellen Risiken senkte die US-Notenbank ihren Leitzins im September um 0,5 Prozentpunkte auf 4,75 %.
In Japan blieb der grundlegende Aufwärtstrend erhalten. Kräftige Impulse für das BIP-Wachstum gingen wiederum von den Exporten aus, auch der private Verbrauch wurde erneut ausgeweitet. In China beschleunigte sich das ohnehin bereits sehr hohe BIP-Wachstum, obwohl die Regierung versuchte, die Konjunktur zu bremsen.
Im Euroraum stand das Wirtschaftswachstum in der ersten Jahreshälfte auf einer sehr breiten Basis, wobei sich vor allem die Unternehmensinvestitionen überdurchschnittlich gut entwickelten. Die jüngsten Finanzmarktturbulenzen ließen das Vertrauen der Unternehmen in die konjunkturellen Perspektiven zuletzt jedoch spürbar sinken. Dies veranlasste die Europäische Zentralbank, auf eine weitere Leitzinserhöhung zu verzichten. Der Leitzins verharrte damit im dritten Quartal bei 4 %.
In Deutschland litt der private Verbrauch in der ersten Jahreshälfte unter der gestiegenen Mehrwertsteuer. Kräftige Impulse gingen dagegen von vermehrten Investitionen und gestiegenen Exporten aus. Hiervon profitierte vor allem die Industrie, die ihre Produktion bis zuletzt deutlich steigern konnte.
