Brief an die Aktionäre

Dr. Frank Appel

Vorsitzender des Vorstands
Deutsche Post AG

 

 

25. Februar 2009
Geschäftsjahr 2008

Dr. Frank Appel

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Ihr Konzern hat im ersten Jahr unter meiner Führung wichtige Weichen für den weiteren Erfolg gestellt: Wir haben den Verkauf der Postbank und die Restrukturierung unseres US-Expressgeschäfts eingeleitet, die „Roadmap to Value“ konsequent umgesetzt und uns gegen die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise gewappnet.

Für die Postbank haben wir in der Deutschen Bank den optimalen Partner gefunden. Gründliche Analysen und fundiert abgesicherte Entscheidungen haben sich bezahlt gemacht. Wir haben in einem schwierigen Markt attraktive Konditionen erzielt.

Die zweite Entscheidung von großer Tragweite betraf das US-Expressgeschäft. Um die nicht mehr hinnehmbaren Verluste zu verringern, haben wir im Mai begonnen, das Geschäft von Grund auf neu zu ordnen. Die anhaltend schwache US-Konjunktur sowie ein rückläufiges Sendungsaufkommen haben uns in der Folgezeit aber zu noch drastischeren Maßnahmen gezwungen. So haben wir uns im November entschieden, das Expressgeschäft in den USA auf die internationalen Produkte und Dienstleistungen zu konzentrieren und das Inlandsgeschäft aufzugeben. Dies war sicher eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich in meiner Managerkarriere bisher zu treffen hatte.

Eines lehrt uns die jetzige Wirtschaftskrise: Wir müssen mehr tun, um die Zukunft unseres Konzerns zu sichern. Mit dem Kapitalmarktprogramm „Roadmap to Value“ sind wir bereits gut unterwegs: So wachsen wir in den Schwellenländern mit erfreulich hohen Zuwachsraten und haben Einsparungen und operative Verbesserungen erzielt. Die Transparenz unserer Berichterstattung hat sich mit dem nun getrennten Ausweis der Logistik-Geschäftsfelder erhöht. Unsere Finanzlage ist stabil: Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit wurde deutlich gesteigert, das Umlaufvermögen verringert.

Dank dieser Maßnahmen haben wir unser unterjährig angepasstes Gewinnziel erreicht: Das Ergebnis vor Einmaleffekten (ohne Postbank) lag leicht über den geplanten 2,4 Mrd €. Allerdings haben Einmaleffekte das Ergebnis beeinflusst: Positiv war eine Rückzahlung der Bundesregierung aus dem gewonnenen Beihilfeverfahren, negativ wirkten unter anderem Restrukturierungskosten für das US-Expressgeschäft und eine Wertberichtigung auf den Firmenwert von SUPPLY CHAIN/CIS. Einschließlich der Einmaleffekte weisen wir einen Verlust aus. Das EBIT (ohne Postbank) ist auf −567 Mio € gesunken, das Konzernjahresergebnis ist deutlich
auf −1,98 Mrd € zurückgegangen.

 

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