Unser vorrangiges Ziel ist es, finanzielle Risiken und Kapitalkosten zu minimieren und dabei die nachhaltige finanzielle Stabilität und Flexibilität des Konzerns zu wahren. Um auch in Zukunft ungehindert Zugang zu den Kapitalmärkten zu haben, strebt der Konzern weiterhin ein der Branche angemessenes Kreditrating an. Daher prüfen wir vor allem, wie sich unser operativer Cashflow im Verhältnis zur angepassten Verschuldung entwickelt. Diese entspricht den Nettofinanzverbindlichkeiten des Konzerns unter Berücksichtigung der nicht direkt mit Kapital unterlegten Pensionsverpflichtungen und Verbindlichkeiten aus operativem Leasing.
Das Cash- und Liquiditätsmanagement der weltweit tätigen Tochtergesellschaften erfolgt zentral über das Corporate Treasury. Über 80% des konzernexternen Umsatzes wird in Cash Pools konzentriert und zum internen Liquiditätsausgleich genutzt. In Ländern, in denen dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, werden interne oder externe Kredite und Anlagen zentral vom Corporate Treasury vermittelt. Dabei achten wir auf eine ausgeglichene Bankenpolitik, um eine Abhängigkeit von einzelnen Banken auszuschließen. Der konzerninterne Umsatz der Tochtergesellschaften wird ebenfalls konzentriert und über die Inhouse-Bank abgewickelt, um externe Bankgebühren und -margen zu vermeiden (Inter-Company Clearing). Der Zahlungsverkehr erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, mit standardisierten Prozessen und IT-Systemen.
Die fest zugesagten, unbesicherten Kreditlinien des Konzerns betragen rund 3,1 Mrd €, von denen 449 Mio € am 31. Dezember 2008 ausgenutzt waren. Bei unserer Bankenpolitik achten wir auf eine breite Streuung des Volumens und auf langfristige Geschäftsbeziehungen mit den Kreditinstituten. Neben den üblichen Gleichbehandlungsklauseln und Kündigungsrechten finden sich in den entsprechenden Kreditverträgen keine weiter gehenden Zusagen, was die Finanzkennziffern des Konzerns betrifft. 2008 lag die durchschnittliche Inanspruchnahme der Kreditlinien lediglich bei rund 17% (Vorjahr: 4,4%).
Um finanzwirtschaftliche Risiken zu steuern, setzt der Konzern originäre und derivative Finanzinstrumente ein. Zinsrisiken werden ausschließlich mit Hilfe von Zins-Swaps gesteuert. Im Währungsbereich kommen Termingeschäfte, Cross-Currency Swaps und Optionen zum Einsatz. Risiken aus Rohstoffpreisschwankungen geben wir dagegen überwiegend durch operative Maßnahmen an unsere Kunden weiter. Die für den Einsatz von Derivaten notwendigen Rahmenbedingungen, Kompetenzen und Kontrollen sind in internen Richtlinien festgelegt.
Der Konzern deckt seinen Finanzierungsbedarf durch ein ausgewogenes Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital. Dadurch werden sowohl die finanzielle Stabilität als auch eine hinreichende Flexibilität sichergestellt. Unsere wichtigste Finanzierungsquelle ist der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit. Den Fremdmittelbedarf decken wir über verschiedene unabhängige Finanzierungsquellen. Dazu zählen fest zugesagte bilaterale Kreditlinien, Anleihen und strukturierte Finanzierungen sowie operatives Leasing. Die Fremdmittel werden weitgehend zentral aufgenommen, um Größen- und Spezialisierungsvorteile zu nutzen und so die Kapitalkosten zu minimieren.