Prognosebericht

Weltwirtschaft in der Rezession 

Zu Beginn des Jahres 2009 befindet sich die Weltwirtschaft in einer kräftigen Rezession. Regierungen und Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks haben zwar umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um den negativen Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Konjunktur zu begegnen. Die Unsicherheit bleibt aber außergewöhnlich hoch. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die globale Wirtschaftsleistung 2009 nur noch um 0,5% wächst – für die Weltwirtschaft wäre das Rezessionsniveau. In diesem Umfeld dürfte der Welthandel schrumpfen oder allenfalls schwach zulegen (IWF: –2,8%, OECD: 1,8%). 

Wachstumsprognosen
 
  2008 2009
Welthandelsvolumen 4,1 –2,8

Reales Bruttoinlandsprodukt
   
Welt 3,4 0,5
Industrieländer 1,0 –2,0
Emerging Markets 6,3 3,3
Zentral- und Osteuropa 3,2 –0,4
Ehemalige GUS-Staaten 6,0 –0,4
Emerging Markets in Asien 7,8 5,5
Mittlerer Osten 6,1 3,9
Lateinamerika und Karibik 4,6 1,1
Afrika 5,2 3,4

In den Vereinigten Staaten werden auch die geplanten staatlichen Konjunkturmaßnahmen den Rückgang des BIP wohl nicht vermeiden können (IWF: −1,6%, OECD: −0,9%, Postbank Research: −1,1%). 

Die japanische Wirtschaft dürfte durch ihre hohe Exportabhängigkeit stark unter dem globalen Abschwung leiden. Ihr droht ein Rückgang um −0,1% (OECD) bis −3,1% (Postbank Research). In China sollte das BIP weiter wachsen, mit 6,7% (IWF) allerdings deutlich schwächer als in den vergangenen Jahren. 

Der Abschwung im Euroraum wird sich wohl fortsetzen. Im Jahresverlauf sollten die kräftigen Zinssenkungen der EZB, der niedrigere Ölpreis, der schwächere Euro und die staatlichen Konjunkturmaßnahmen zwar allmählich Wirkung zeigen. Gleichwohl wird erwartet, dass das BIP erstmals seit Bestehen der Währungsunion sinkt (EU-Kommission: −1,9%, Postbank Research: −1,6%). 

Auch die deutsche Wirtschaft wird aller Voraussicht nach kräftig schrumpfen. Davon sind vor allem Exporte und Unternehmensinvestitionen betroffen und in ihrer Folge Arbeitsplätze und privater Verbrauch. Die Ansichten darüber, ob und wie stark das BIP sinken könnte, liegen weit auseinander (Bundesregierung: –2,25%, IFW Kiel: −2,7%, Postbank Research: −1,9%). 

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