Die konjunkturelle Unsicherheit ist außergewöhnlich hoch. Die Weltkonjunktur zeigt sich zwar bislang noch in einer soliden Verfassung. Das globale Wachstum dürfte sich aber in diesem Jahr aufgrund der anhaltenden Verspannungen an den Finanzmärkten und des hohen Ölpreises abschwächen; der IWF hat seine Prognose aktuell nochmals von 4,1 % auf 3,7 % reduziert.
In den Vereinigten Staaten wird die wirtschaftliche Entwicklung in der ersten Jahreshälfte schwach bleiben. Da es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, ob das Land eine ausgeprägte Wachstumsdelle durchläuft oder sich bereits in einer Rezession befindet, ist das Spektrum der BIP-Prognosen für 2008 derzeit ungewöhnlich breit: Der IWF rechnet nur noch mit einem Zuwachs um 0,5 % (Postbank Research: 2,2 %).
In Japan wird das BIP im Jahr 2008 wohl leicht langsamer wachsen; prognostiziert wird derzeit ein Plus zwischen 1,4 % (IWF) und 1,8 % (PB Research). In China gibt es keine Anzeichen für eine spürbare Abschwächung des rasanten Wirtschaftswachstums.
Der Aufschwung im Euroraum sollte sich mit geringerem Tempo fortsetzen. Die BIP-Prognosen bewegen sich zwischen 1,4 % (IWF) und 2,0 % (PB Research). Träger des Wachstums wird die Binnennachfrage sein, vom Außenhandel dürften dagegen keine Impulse mehr ausgehen.
Auch die deutsche Wirtschaft wird im Jahr 2008 weiter wachsen, dabei aber nicht mehr das hohe Niveau des Vorjahres erreichen. Die BIP-Prognosen reichen von +1,4 % (IWF) über +1,7 % (Bundesregierung) bis +2,1 % (PB Research). Die ausländische Nachfrage wird zwar weiter zunehmen, ihre Dynamik wird aber vom starken Euro gebremst. Die Investitionen sollten langsamer wachsen als im Vorjahr. Dafür dürfte sich der private Verbrauch dank steigender Beschäftigung und Einkommenszuwächsen beleben.


