Chancen- und Risikocontrolling
Das Unternehmen verfügt über ein konzernweites Risikomanagementsystem. Die aus der unternehmerischen Tätigkeit erwachsenden Chancen und Risiken werden nach einheitlichen Standards systematisch identifiziert, bewertet, gesteuert und überwacht. Informationen zu diesem Frühwarnsystem sowie zu wesentlichen Risiken für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage finden Sie im Geschäftsbericht 2007. Weitere Informationen über die Risikosituation der Postbank finden Sie im Geschäftsbericht 2007 der Deutsche Postbank AG sowie in ihrem aktuellen Zwischenbericht.
Umfeld- und Branchenrisiken
Im ersten Quartal 2008 ist das europäische Gesetzgebungsverfahren für die dritte Postdienstrichtlinie durch die Einigung zwischen Rat und Parlament beendet worden, die Richtlinie ist verabschiedet worden und am 27. Februar 2008 in Kraft getreten. Sie schreibt den Mitgliedsstaaten der EU die grundsätzliche Marktöffnung für das Jahr 2011 vor und eröffnet einigen – neun neuen Mitgliedstaaten, Griechenland und Luxemburg – die Möglichkeit, die Marktöffnung bis 2013 zu verschieben. Bis dahin gelten in Europa die bisherigen Grenzen für den reservierbaren Bereich: Briefe bis 50 Gramm bzw. das Zweieinhalbfache des Standardbriefpreises. Nunmehr besteht Planungssicherheit darüber, wann in Europa alle nationalen Monopole enden.
Es wird weiterhin darüber diskutiert, inwieweit Postdienstleistungen von der Mehrwertsteuer befreit werden dürfen. In der Bundesrepublik Deutschland wird eine Änderung des Umsatzsteuergesetzes erwogen. Zu der Frage, ob und inwieweit die Mehrwertsteuerbefreiung darin geändert wird, hat die Bundesregierung bislang keine einheitliche Position bezogen.
Die Deutsche Post AG ist dazu verpflichtet, Kunden und Wettbewerbern Zugang zu Teilleistungen aufgrund regulatorisch festgesetzter Bedingungen zu gewähren. Gegen die entsprechenden Entscheidungen der Regulierungsbehörde sind weiterhin Verfahren vor den Verwaltungsgerichten anhängig. Daraus können sich je nach Ausgang der Verfahren weitere Umsatz- und Ergebniseinbußen ergeben. Zu der speziellen Problematik des Zugangs zu Teilleistungen für sogenannte Konsolidierer hat der Europäische Gerichtshof am 6. März 2008 abschließend entschieden, dass der Zugang nach europäischem Recht gewährt werden muss. Die Deutsche Post AG hatte den Konsolidierern aufgrund einer vollziehbaren Anordnung des Bundeskartellamts bereits seit 2005 den Zugang eingeräumt. Mit Auslaufen der Exklusivlizenz stellt sich die Zugangsproblematik insoweit nicht mehr, so dass sich daraus keine weiteren Umsatz- und Ergebniseinbußen ergeben können.
Dies sind jedoch nicht notwendigerweise die einzigen Risiken, denen der Konzern ausgesetzt ist. Risiken, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder die wir jetzt noch nicht als wesentlich einschätzen, könnten unsere Geschäftstätigkeit ebenfalls beeinflussen.
Gesamtrisiko für das Unternehmen
Im Berichtszeitraum haben sich über die im Geschäftsbericht 2007 und hier dargestellten Risiken hinaus für den Konzern keine weiteren wesentlichen Risiken ergeben. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens gefährden.


