Wir haben im bisherigen Jahresverlauf ein Nachlassen der Wachstumsraten verzeichnet. Die Bankenkrise wiegt schwerer und hält länger an als erwartet, der Ölpreis ist nochmals stark gestiegen. Trotz dieser erheblichen Risiken lässt sich zurzeit keine ausgeprägte globale Konjunkturschwäche ablesen, die Unsicherheit über die globalen Wachstumsperspektiven ist zur Jahresmitte 2008 aber weiterhin außergewöhnlich hoch.
In den Vereinigten Staaten hat die Wirtschaft ihre Schwäche zwar noch nicht überwunden, im weiteren Jahresverlauf dürften die aggressiven Zinssenkungen der US-Notenbank aber ihre konjunkturelle Wirkung entfalten. Die Wirtschaft dürfte sich dann leicht erholen. Dennoch prognostizieren Ökonomen, dass das BIP-Wachstum mit voraussichtlich +1,7 % (Postbank Research) wohl den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2002 erreichen wird.
In Japan wird das BIP mit +1,8 % (Postbank Research) wohl etwas schwächer wachsen als im Vorjahr. Die chinesische Wirtschaft zeigt bislang allenfalls leichte Anzeichen einer graduellen Abschwächung auf hohem Niveau. Das BIP-Wachstum sollte nach Einschätzung von Ökonomen im Jahr 2008 erneut im zweistelligen Prozentbereich liegen.
Nach Fachmeinung hat die Konjunktur des Euroraums ihren Höhepunkt deutlich überschritten. In der zweiten Jahreshälfte dürfte nur noch ein mäßiges Wachstum erzielt werden. Insgesamt dürfte das BIP-Wachstum mit +1,6 % (Postbank Research) spürbar niedriger ausfallen als im Vorjahr.
Das deutsche BIP dürfte im Jahr 2008 mit rund +2,3 % (Postbank Research) nur geringfügig schwächer wachsen als im Vorjahr. Positive Impulse sollten dabei weiterhin von den Exporten kommen, da die deutsche Wirtschaft den hohen Eurokurs offenbar besser verkraftet als andere Mitglieder des Euroraums. Der private Verbrauch dürfte sich nur moderat beleben; er wird von den gestiegenen Preisen vor allem für Energie gedämpft.


