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Chancen- und Risikocontrolling

Mit unserer unternehmerischen Tätigkeit sind Chancen und Risiken verbunden, die in einem konzernweiten Risikomanagementsystem kontinuierlich überwacht werden. Es unterstützt das Management dabei, chancen- und risikobezogene Sachverhalte früh zu erkennen und zu bewerten. Informationen zu diesem Frühwarnsystem sowie zu wesentlichen Risiken für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage finden Sie im Geschäftsbericht 2007 sowie im Zwischenbericht über das erste Quartal 2008. Weitere Informationen über die Risikosituation der Postbank finden Sie im Geschäftsbericht 2007 der Deutsche Postbank AG sowie in ihren Zwischenberichten.

Umfeld- und Branchenrisiken

Das Europäische Gericht erster Instanz (EuG) hat am 1. Juli 2008 geurteilt, dass die Entscheidung der EU-Kommission aus Juni 2002 nichtig ist, in der die Deutsche Post AG zur Rückzahlung angeblich erhaltener Beihilfen verpflichtet wurde. Als Folge jener Entscheidung der EU-Kommission hatte die Deutsche Post AG im Januar 2003 insgesamt 907 Mio € (572 Mio € angebliche Beihilfe zzgl. Zinsen) an die Bundesrepublik Deutschland zahlen müssen, obwohl sie gegen die Entscheidung unverzüglich Rechtsmittel eingelegt hatte. Nach dem Urteil des EuG wird dieser Betrag von der Bundesrepublik Deutschland ebenfalls verzinst an die Deutsche Post AG zurückgezahlt; er beläuft sich auf rund 1.065 Mio €. Gegen das Urteil des EuG können die unterlegene EU-Kommission sowie deren Streithelfer innerhalb einer Frist von zwei Monaten Rechtsmittel zum Europäischen Gerichtshof einlegen.

Mit ihrer Entscheidung vom 23. Juli 2008 hat die EU-Kommission das am 22. November 2006 eröffnete Prüfverfahren abgeschlossen, in dem es um mögliche staatliche Beihilfen im Zusammenhang mit der Errichtung des europäischen Luftdrehkreuzes von DHL am Flughafen Leipzig/Halle ging. Darin kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass die öffentlichen Investitionen in Höhe von rund 350 Mio € für die neue Start- und Landebahn Süd mit europäischem Beihilferecht vereinbar sind. Gleichzeitig erklärt sie die durch das Land Sachsen zugunsten von DHL gegebenen finanziellen Garantien für unzulässig. Soweit es sich dabei um unrechtmäßig gewährte Beihilfen handelt, müssen diese nach Ansicht der Kommission von DHL zurückgewährt werden. Die Deutsche Post AG und DHL werden die Entscheidung prüfen. Weder die Unwirksamkeit der Haftungsregelungen noch die möglicherweise bestehende begrenzte Rückzahlungsverpflichtung werden sich auf das operative Tagesgeschäft von DHL auswirken.

Aus dem Einkauf von Treibstoffen und Heizöl entstehen Rohstoffpreis-Risiken, die über Zuschläge und Verträge überwiegend an die Kunden weitergegeben werden. Angesichts der aktuellen Entwicklung des Ölpreises kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass unsere Kunden – vor allem im Expressgeschäft – statt Lufttransportprodukte vermehrt günstigere Landtransporte nachfragen.

Darüber hinaus kann der weitere Verlauf der sich abschwächenden US-Konjunktur Einfluss auf das nationale und internationale Transportvolumen haben, vor allem auf das Volumen von Express-Sendungen.

Unternehmensstrategische Risiken

Am 28. Mai 2008 haben Vorstand und Aufsichtsrat ein Programm zur Neuausrichtung des US-Express-Geschäfts verabschiedet, dessen Kernpunkte die Reduzierung von Kosten in der Bodeninfrastruktur und der geplante Abschluss einer Vereinbarung mit UPS im Bereich Lufttransport sind. Die Restrukturierung wird insgesamt bis zu 2 Mrd US-$ kosten. Im Ergebnis ist zu erwarten, dass sich die wirtschaftliche Situation von DHL Express USA ab dem Jahr 2010 nachhaltig verbessern wird. Ziel ist eine Kostenersparnis von rund 1 Mrd US-$ jährlich. Eine endgültige Entscheidung zum Resultat der derzeitigen Verhandlungen wird in nächster Zeit erwartet.

Die hier benannten Risiken sind nicht notwendigerweise die einzigen, denen der Konzern ausgesetzt ist. Risiken, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder die wir jetzt noch nicht als wesentlich einschätzen, könnten unsere Geschäftstätigkeit ebenfalls beeinflussen.

Gesamtrisiko für das Unternehmen

Neben den im Geschäftsbericht 2007, im Zwischenbericht über das erste Quartal 2008 und hier dargestellten Themen sind uns keine weiteren wesentlichen Risiken bekannt. Das Unternehmen schätzt ein, dass die vorhandenen Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit eine Gefahr für seinen Fortbestand darstellen.