Struktur der Konzernbilanz verändert
Die Struktur der Konzernbilanz zum 30. September 2008 ist grundlegend durch den geplanten Verkauf der Postbank beeinflusst. Alle Vermögenswerte und Schulden dieses Segments sind umgegliedert worden in die Positionen „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“. Die Bilanz zum 31. Dezember 2007 blieb dagegen unverändert.
Zum 30. September 2008 betrug die Bilanzsumme 251.526 Mio € und lag damit um 6,8 % über dem Wert zum 31. Dezember 2007 (235.466 Mio €). Hauptgrund hierfür sind die erfolgreichen Vertriebsaktivitäten der Postbank, die sich in den oben benannten Positionen niederschlagen.
Die langfristigen Vermögenswerte sind von 25.744 Mio € auf 21.542 Mio € gesunken, vor allem weil das langfristige Postbank-Vermögen umklassifiziert wurde. Darüber hinaus hat der zum 1. Juli vollzogene Verkauf von Immobilien an den US-Investor Lone Star die Sachanlagen um 962 Mio € verringert. Er ist auch Hauptgrund für den Rückgang der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien von 187 Mio € auf 30 Mio €. Die aktiven latenten Steuern haben sich von 1.020 Mio € auf 371 Mio € reduziert, primär durch die Umgliederung der Postbank.
Der Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte um 9,7 % auf 229.984 Mio € (Vorjahr: 209.722 Mio €) ist ebenfalls maßgeblich bedingt durch die Umgliederung der Vermögenswerte der Postbank. Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte haben sich um 591 Mio € auf 10.397 Mio € erhöht, vor allem weil der Kaufpreis aus der Veräußerung des Immobilienpakets teilweise noch aussteht. Vermindert hat sich diese Position hingegen durch die Umgliederung des Postbank-Vermögens. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten ist von 4.683 Mio € am 31. Dezember 2007 auf 1.245 Mio € zum Bilanzstichtag gesunken, in erster Linie weil die Barreserve der Postbank umgegliedert wurde.
Das den Aktionären der Deutsche Post AG zustehende Eigenkapital lag mit 10.769 Mio € leicht unter dem Niveau zum 31. Dezember 2007 (11.058 Mio €). Die Eigenkapitalbasis wurde durch die höhere Dividende für das Geschäftsjahr 2007 (1.087 Mio €) und die angepasste Neubewertungsrücklage (668 Mio €) geschwächt, aber durch das Konzernperiodenergebnis (1.466 Mio €) gestärkt.
Der Anstieg der lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten um 20.839 Mio € auf 229.836 Mio € zum 30. September 2008 ist überwiegend auf die Postbank zurückzuführen. Sie hat ihr Geschäft weiter ausgebaut, wodurch sich die „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ erhöht haben. Darüber hinaus beinhaltet diese Position auch die umgegliederten Rückstellungen aus aufgegebenen Geschäftsbereichen. Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen sind entsprechend von 12.610 Mio € auf 8.979 Mio € gesunken. Deutlich reduziert wurden die Finanzschulden, und zwar von 10.181 Mio € am Jahresende 2007 auf nunmehr 4.467 Mio €. Von dem Rückgang betreffen 5.406 Mio € die umgegliederten Finanzschulden der Postbank. Des Weiteren wurden Darlehensverpflichtungen getilgt und die Finanzschulden gegenüber den Minderheitsaktionären von Williams Lea reduziert. Die lang- und kurzfristigen anderen Verbindlichkeiten sind von 5.462 Mio € auf 5.099 Mio € gesunken, vor allem weil wir die aufgegebenen Geschäftsbereiche umgegliedert haben.


