Chancen- und Risikocontrolling
Wir nutzen ein konzernweites Risikomanagementsystem, mit dem Chancen und Risiken früh erkannt, bewertet und gesteuert werden. Die Grundsätze dieses Systems sowie wesentliche Risiken für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage finden Sie im Geschäftsbericht 2007 sowie in den Zwischenberichten des Jahres 2008. Zu den Risiken der Postbank verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2007 der Deutsche Postbank AG sowie auf ihre Zwischenberichte des Jahres 2008.
Umfeld- und Branchenrisiken
Am 24. September 2008 hat das Bundeskabinett über einen Gesetzentwurf entschieden, mit dem ab dem 1. Januar 2010 die Mehrwertsteuerbefreiung der Deutsche Post AG reduziert werden soll. Der Entwurf sieht vor, nur noch bestimmte Universaldienstleistungen nach der EU-Postdiensterichtlinie von der Mehrwertsteuer zu befreien, die nicht auf der Grundlage individueller Vereinbarungen oder zu Sonderkonditionen, wie Rabatten, erbracht werden. Diese Mehrwertsteuerbefreiung soll für alle Unternehmen gelten, die sämtliche dieser Leistungen im gesamten Bundesgebiet anbieten. Über den Gesetzentwurf müssen noch der Deutsche Bundestag sowie der Bundesrat entscheiden.
Ebenso wie die Deutsche Post AG ist die Regulierungsbehörde der Auffassung, dass die von ihr genehmigten Entgelte keine Umsatzsteuer beinhalten und es sich vielmehr um Nettoentgelte handelt. Eine mögliche Umsatzsteuer könnte daher auf die genehmigten Entgelte aufgeschlagen werden. Dennoch lässt sich nicht ausschließen, dass sich aus einer Steuererhebung Umsatz- und Ergebniseinbußen ergeben.
Das Europäische Gericht erster Instanz (EuG) hat am 1. Juli 2008 die Entscheidung der EU-Kommission für nichtig erklärt, in der die Deutsche Post AG verpflichtet wurde, angeblich erhaltene staatliche Beihilfen zurückzuzahlen. Infolgedessen hat die Deutsche Post AG von der Bundesregierung am 1. August 2008 einen Betrag von 1,067 Mrd € zurückerhalten. Gegen das Urteil des EuG hat die EU-Kommission Berufung zum Europäischen Gerichtshof eingelegt.
Am 23. Juli 2008 hat die EU-Kommission das Prüfverfahren abgeschlossen, in dem es um angebliche staatliche Beihilfen im Zusammenhang mit dem Bau des Luftdrehkreuzes von DHL am Flughafen Leipzig/Halle ging. Danach sind die öffentlichen Investitionen mit europäischem Beihilferecht vereinbar, die durch das Land Sachsen gegebenen finanziellen Garantien jedoch unzulässig. Gegen diese Entscheidung haben DHL, der Flughafen Leipzig/Halle und der Freistaat Sachsen Rechtsmittel zum EuG eingelegt.
Sollten die weltweiten Turbulenzen an den Finanzmärkten anhalten und sollte sich dadurch die Konjunktur abschwächen, kann dies die wirtschaftliche Situation unserer Kunden und die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen negativ beeinflussen. Daraus können für uns entsprechende Umsatz- und Ergebnisrisiken entstehen.
Mit der eskalierenden Vertrauenskrise im Finanzsektor kam es in der Folge auf nationaler und internationaler Ebene zu zahlreichen Übernahmen und staatlichen Rettungsaktionen für Banken. Die Credit-Spreads haben sich in sämtlichen Asset-Klassen nochmals deutlich ausgeweitet, in einzelnen Marktsegmenten kam der Handel vollkommen zum Erliegen. Auch die Aktienmärkte reagierten auf die sich zuspitzende Finanzmarktkrise und die zunehmende konjunkturelle Eintrübung mit deutlichen Kursrückgängen. Dieser Entwicklung konnte sich auch die Deutsche Postbank AG nicht entziehen. Die Gesellschaft berichtet über die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf ihre Finanz-, Vermögens- und Ertragslage sowie die Risikotragfähigkeit in einem ausführlichen Risikobericht.
Unternehmensstrategische Risiken
Die Neuausrichtung des US-Express-Geschäfts wird weiterhin vorangetrieben. Auch wenn wir mit unseren derzeitigen Bestrebungen im Plan liegen, hat uns die ungünstige wirtschaftliche Lage veranlasst, drastischere Maßnahmen zu ergreifen. Am 10. November 2008 haben wir deshalb bekannt gegeben, uns aus dem nationalen US-Express-Geschäft zurückzuziehen und uns in den USA auf unser internationales Kerngeschäft zu konzentrieren. Auf Basis dieses Plans werden wir unsere Kostenbasis in den USA um mehr als 80 % reduzieren und damit unser Risiko in Zukunft begrenzen können.
Die hier benannten Risiken sind nicht notwendigerweise die einzigen, denen der Konzern ausgesetzt ist. Risiken, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder die wir jetzt noch nicht als wesentlich einschätzen, könnten unsere Geschäftstätigkeit ebenfalls beeinflussen.
Gesamtrisiko für das Unternehmen
Über die im Geschäftsbericht 2007, in den Zwischenberichten 2008 und hier dargestellten Themen hinaus sind uns keine weiteren erheblichen Risiken bekannt. Das Unternehmen schätzt ein, dass weder die Summe aller Risiken noch ein einzelnes Risiko den Fortbestand des Konzerns gefährden kann.


