49 Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung der fortgeführten Geschäftsbereiche wird gemäß IAS 7 (Cashflow-Statement) erstellt. Sie legt die Zahlungsströme offen, um Herkunft und Verwendung der flüssigen Mittel aufzuzeigen. Sie unterscheidet dabei zwischen Mittelveränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Die flüssigen Mittel beinhalten Kassenbestand, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten und entsprechen den flüssigen Mitteln laut Bilanz. Effekte der Währungsumrechnung sowie Änderungen des Konsolidierungskreises werden bei der Berechnung bereinigt. Da die Deutsche Postbank Gruppe nicht mehr Bestandteil der fortgeführten Geschäftsbereiche ist, wurden deren Mittelveränderungen in den einzelnen Tätigkeitsbereichen jeweils separat ausgewiesen.

Die im Januar vereinbarte Transaktion über den Verkauf von Postbank-Aktien an die Deutsche Bank war am 25. Februar 2009 wie geplant abgeschlossen worden. In Folge der anschließenden Entkonsolidierung umfasst die Kapitalflussrechnung für die aufgegebenen Geschäftsbereiche im Berichtszeitraum nur die Monate Januar und Februar. Da eine Vergleichbarkeit von Berichtsjahr und Vorjahr demnach nicht gegeben ist, wird auf die Kapitalflussrechnung der aufgegebenen Geschäftsbereiche im Folgenden nicht weiter eingegangen. 


49.1
Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit 

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wird ermittelt, indem zunächst das Ergebnis vor Steuern um das Finanzergebnis sowie nicht zahlungswirksame Größen bereinigt wird, ergänzt um die Steuerzahlungen, die Veränderungen der Rückstellungen sowie die Veränderungen der sonstigen langfristigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit vor Änderung des kurzfristigen Nettovermögens). Nach Berücksichtigung der Veränderungen der kurzfristigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (ohne Finanzschulden) ergibt sich ein Mittelzufluss/-abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit.

Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche vor Änderung des kurzfristigen Vermögens liegt mit 763 Mio € deutlich unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 2.714 Mio €). Dies ist vor allem auf den Verbrauch von Rückstellungen zurückzuführen, die vornehmlich für die Restrukturierung des US-Expressgeschäfts verwendet wurden. Die Reduzierung des Working Capital (kurzfristiges Nettovermögen) hat insgesamt zu einem Zufluss liquider Mittel von 481 Mio € geführt. Einem Mittelabfluss für Verbindlichkeiten und sonstige Posten in Höhe von 344 Mio € stand ein Mittelzufluss aus der Veränderung der Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte von 778 Mio € gegenüber. Per Saldo liegt der Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit mit 1.244 Mio € um 2.118 Mio € unter dem Vorjahresniveau.

Zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge
Mio € 
  2008
angepasst1)
2009

Aufwendungen aus Neubewertung Vermögenswerte 271 236
Erträge aus Neubewertung Verbindlichkeiten –137 –107
Personalaufwand Aktienoptionsprogramm 4 0
Sonstiges 64 –1
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen
und Erträge
202 128

49.2 Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ergibt sich im Wesentlichen aus dem Mittelzufluss aus Abgängen langfristiger Vermögenswerte und dem Mittelabfluss für Investitionen in langfristige Vermögenswerte. Daneben werden in diesem Tätigkeitsbereich erhaltene Zinsen und Dividenden sowie die Mittelzu- bzw. -abflüsse aus der Veränderung der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte berücksichtigt. Im Berichtsjahr lag der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit mit 1.469 Mio € um 555 Mio € über dem Wert des Vorjahres. Dies resultierte aus dem im Vorjahr getätigten Verkauf des Immobilienpakets an Lone Star, der zu einem Zufluss von Mitteln in Höhe von 942 Mio € geführt hat, sowie der Zinsrückerstattung in Höhe von 495 Mio € aus der Rückzahlung der EU-Beihilfe. Die Auszahlungen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte sind deutlich gesunken. Die Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sind unter anderem für die Modernisierung der Briefzentren und IT sowie für die Instandhaltung des globalen Flugzeugnetzwerkes angefallen. Im Vorjahr sind insbesondere erhebliche Mittel in den Aufbau der europäischen und asiatischen Luftdrehkreuze geflossen. Die Veränderung der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte hat per Saldo zu einem Mittelabfluss in Höhe von 659 Mio € geführt: Aus dem Verkauf der Deutsche-Bank-Aktien sind Mittel zugeflossen, die in Kapitalmarktanlagen investiert wurden. Die Auszahlungen für Investitionen in Tochterunternehmen und sonstige Geschäftseinheiten sind von 1.417 Mio € im Vorjahr auf 53 Mio € deutlich reduziert worden. Im Vorjahr sind Mittel vor allem für die Kapitalerhöhung der Deutsche Postbank AG aufgewendet worden.

 

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