Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft in der Krise

Die globale Wirtschaft befand sich zu Beginn des Jahres 2009 in der schwersten Rezession seit Jahrzehnten. Die Finanzmarktkrise hat dazu geführt, dass Unternehmen erheblich weniger investiert haben, die Industrieproduktion ist so stark eingebrochen wie nie zuvor. Am schwersten aber hat es den internationalen Handel getroffen. Viele Staaten haben umfangreiche Konjunkturpakete aufgelegt, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Im Jahresverlauf zeigten diese Wirkung: Weltwirtschaft und Welthandel haben sich langsam erholt. Dennoch ist die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2009 um 0,8% geschrumpft, im Vorjahr war sie noch um 3% gewachsen. Der internationale Güteraustausch hat sogar um gut 12% (IWF: –12,3%, OECD: –12,5%) abgenommen. 

A03 Weltwirtschaft: Wachstumsindikatoren 2009A.03 Weltwirtschaft: Wachstumsindikatoren 2009
%
 
Bruttoinlands-
produkt
Exporte Binnen-
nachfrage
USA –2,4 –9,9 –3,4
Japan –5,1 –24,2 –3,2
China 8,7 –16,0 k.A.
Euroraum –4,0 –13,3 –2,91)
Deutschland –5,0 –14,7 –1,8

Die Vereinigten Staaten erlebten den schärfsten Konjunktureinbruch seit 60 Jahren. Die Bruttoanlageinvestitionen sind um 18,4% gesunken, Ex- und Importe ebenfalls massiv. Auch der private Verbrauch, in den Vereinigten Staaten die wichtigste Stütze der Konjunktur, ist unter das Vorjahresniveau gefallen. Die Konjunktur hat sich in der zweiten Jahreshälfte wieder erholt. Insgesamt ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aber um 2,4% zurückgegangen.

Asien wurde von der Krise auch getroffen, erholte sich aber wesentlich schneller als andere Regionen. Die Schwellenländer des Kontinents wiesen immer noch ein Wachstum von 6,5% auf – in den vorangegangenen acht Jahren waren die Zuwachsraten allerdings teilweise wesentlich höher ausgefallen. Nach wie vor behaupteten sie damit aber ihre globale Spitzenposition. Vorreiter war China, dessen Binnenwirtschaft durch ein massives Infrastrukturprogramm gestützt wurde. Das Wachstum des BIP fiel deshalb nur mäßig auf 8,7% (Vorjahr: 9,6%), obwohl die Exporte um 16% eingebrochen waren. Der Handelsbilanzüberschuss ist deutlich von 298 Mrd US-$ auf 196 Mrd US-$ gesunken. Die Direktinvestitionen behaupteten sich mit 90 Mrd US-$ auf hohem Niveau.

 

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