Künftige Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft: Der Aufschwung setzt sich fort

Für das Jahr 2011 zeichnet sich ab, dass der globale Aufschwung anhält, aber anfällig für Rückschläge bleibt. Nach wie vor bestehen Unsicherheiten an den Finanzmärkten. Zudem dürften die fiskalischen Impulse besonders in den Industrieländern nachlassen. Das Wachstum wird deshalb wahrscheinlich etwas niedriger ausfallen als im Vorjahr. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2011 um 4,4% zunimmt. Auch der Welthandel dürfte weiter wachsen, wenn auch nicht mehr ganz so stark (IWF: 7,1%, OECD: 8,3%).

A.69 Weltwirtschaft: Wachstumsprognosen

 %

 

2010

2011

 

Welthandelsvolumen

12,0

7,1

 

Reales Bruttoinlandsprodukt

   

Welt

5,0

4,4

Industrieländer

3,0

2,5

Emerging Markets

7,1

6,5

Zentral- und Osteuropa

4,2

3,6

GUS-Staaten

4,2

4,7

Emerging Markets in Asien

9,3

8,4

Mittlerer Osten und Nordafrika

3,9

4,6

Lateinamerika und Karibik

5,9

4,3

Afrika südlich der Sahara

5,0

5,5

In China ist die Regierung bestrebt, eine konjunkturelle Überhitzung zu vermeiden. Die Wirtschaft sollte daher etwas langsamer wachsen (IWF: 9,6%).

In Japan dürfte sich der konjunkturelle Aufschwung spürbar abschwächen. Da der Welthandel nicht mehr so dynamisch wachsen wird, werden vom Export weniger Impulse ausgehen, was die binnenwirtschaftliche Nachfrage wohl nicht ausgleichen wird. Das BIP dürfte deshalb nur verhalten wachsen (IWF: 1,6%, OECD: 1,7%, Postbank Research: 1,3%).

In den Vereinigten Staaten wird die Konjunktur gespalten bleiben: Privater Verbrauch und Ausrüstungsinvestitionen werden sich beleben. Von den Bauinvestitionen und vom Außenhandel dürften dagegen kaum Impulse ausgehen. Insgesamt wird das BIP etwa so wachsen wie im Vorjahr (IWF: 3,0%, OECD: 2,2%, Postbank Research: 2,9%).

Die Konjunktur im Euroraum dürfte ihren verhaltenen Aufwärtstrend fortsetzen. Positiv sind die Perspektiven für den privaten Verbrauch und die Ausrüstungsinvestitionen. Wenn die Weltwirtschaft solide wachsen und die Binnennachfrage leicht steigen sollten, könnte die Ausfuhr stärker als die Einfuhr zulegen. Insgesamt dürfte das BIP aber verhalten wachsen (EZB: 1,4%, Postbank Research: 1,7%).

Die breite Basis, auf der die deutsche Konjunktur zum Jahreswechsel steht, verspricht einen anhaltenden Aufschwung. Die Ausfuhren sollten weiter zulegen, ebenso wie die Binnennachfrage. Die Bruttoanlageinvestitionen dürften erneut höher ausfallen, wovon der Arbeitsmarkt profitieren wird. Vor diesem Hintergrund sollte auch der private Verbrauch kräftig zulegen. Das BIP dürfte zwar nicht so stark wachsen wie im Jahr 2010, aber immer noch stärker als im Euroraum (Sachverständigenrat: 2,2%, Postbank Research: 2,4%).

Rohöl wird sich voraussichtlich im Jahresdurchschnitt weiter verteuern. Sollte der konjunkturelle Aufschwung deutlich stärker ausfallen als erwartet, könnten die Notierungen im Jahresverlauf sogar spürbar anziehen.

Die US-Notenbank dürfte den Leitzins im Jahr 2011 auf seinem extrem niedrigen Niveau halten. Auch die EZB wird ihn wohl für längere Zeit noch bei 1% belassen und erst im späteren Jahresverlauf leicht anheben, sofern sich die konjunkturelle Erholung fortsetzt und die europäische Staatsschuldenkrise abebbt.

Die Kapitalmarktzinsen dürften leicht steigen. Die Renditeaufschläge sollten sich aber bei weiterhin geringem Inflationsdruck in sehr engen Grenzen halten.