Startseite arrow Weitere Informationen arrow Intelligent planen – Effizienz steigern

Intelligent planen – Effizienz steigern

Dynamische Tourenplanung – das ist es, was den SmartTruck „smart“ macht. Durch den immer aktuell errechneten besten Routenverlauf spart das moderne Zustellfahrzeug Zeit, Geld und Emissionen.

Bangalore: drittgrößte Stadt Indiens, Verwaltungs-, Industrie-, Handels- und Dienstleistungszentrum, kurz: das „indische Silicon Valley“. Wer sich hier zurechtfinden und den schnellsten Weg von A nach B finden will, muss sich in dem Gewirr der Straßen und Gassen gut auskennen. Und die Staus umfahren. Kein Leichtes in einer Metropole, über deren Verkehrswege sich rund 4,2 Millionen Fahrzeuge quälen – bei wachsender Tendenz. Stillstand und Verzögerungen sind an der Tagesordnung. Die Luft ist stark von Abgasen belastet.

(links) Dank GPS-gesteuerter Routenplanung finden die Zusteller immer den schnellsten Weg durch die Staus. (rechts oben) Jede Fahrzeugbewegung wird in Echtzeit verfolgt. (unten) Freie Fahrt: das GPS-System ermittelt die optimale Route für den SmartTruck.
(links) Dank GPS-gesteuerter Routenplanung finden die Zusteller immer den schnellsten Weg durch die Staus.
(rechts oben) Jede Fahrzeugbewegung wird in Echtzeit verfolgt. (unten) Freie Fahrt: das GPS-System ermittelt die optimale Route für den SmartTruck.

Mit GPS durch den Stau

Einige der Paketzusteller der 80-prozentigen DHL-Tochtergesellschaft Blue Dart haben es mit ihren SmartTrucks nun einfacher, den schnellsten Weg durch die Straßen von Bangalore zu finden. Seit Sommer 2011 nimmt der größte Luftexpressanbieter Indiens am Praxistest für die intelligenten Fahrzeuge teil. Was aber macht den SmartTruck aus? „Das Sortieren der Sendungen erfolgt automatisch, bevor die Fahrzeuge das Umschlagzentrum verlassen“, erläutert Anil Khanna, Managing Director, Blue Dart Express Ltd. Einmal sortiert und verladen, werden die Pakete mit Hilfe des SmartTrucks auf schnellstem Weg ans Ziel gebracht. Die Fahrzeuge sind mit einem computergesteuerten, dynamischen Routenplaner ausgestattet, der unter Rückgriff auf GPS-Daten für jede Tour die einzelnen Zustellungstermine berücksichtigt und so die optimale Reihenfolge für die Auslieferung errechnet. Jede Fahrzeugbewegung wird dabei über GPS in Echtzeit verfolgt. Das System reagiert auf aktuelle Staumeldungen ebenso wie auf neue Lieferaufträge.

Von Berlin nach Bangalore

Nach der erfolgreichen Pilotphase in Berlin, Bonn und Köln soll das System nun in die globalen IT-Systeme integriert und der SmartTruck in einer Megacity außerhalb Europas erprobt werden. Bangalore ist ein idealer Standort: Die Stadt mit ihren 8,5 Millionen Einwohnern ist wirtschaftlich äußerst erfolgreich. Blue Dart betreibt am 40 Kilometer entfernten Flughafen der Stadt ein 84.000 m2 großes Logistikzentrum. Die Wege in die Stadt sind lang, die Straßen fast immer überlastet.

Das in Deutschland entwickelte System musste jedoch erheblich modifiziert werden, bevor es in Bangalore funktionierte. Denn so manches ist in einer indischen Megastadt völlig anders als in einer deutschen Großstadt. So tragen viele Straßen in Bangalore keine Namen, Hausnummern gibt es nicht, die Zustelladressen sind häufig unvollständig und Postleitzahlen fehlen. Teams von Blue Dart und DHL arbeiteten intensiv zusammen, um Unterschiede zwischen der Situation in Deutschland und Indien herauszuarbeiten und Lösungen zu entwickeln, die zu einem für den indischen Markt maßgeschneiderten SmartTruck-Konzept führten.

Größere Effizienz, besserer Service

Bis Mai 2012 sollen die SmartTrucks auf fünf verschiedenen innerstädtischen Strecken alle in Bangalore aus der Asien-Pazifik-Region ankommenden Sendungen ausliefern. Aber schon jetzt können sich die Ergebnisse sehen lassen. Anil Khanna: „Wir haben einen erhöhten Sendungsdurchlauf, kürzere Umschlagzeiten, eine synchrone Abwicklung von Brief- und Paketsendungen und auch eine günstigere Kilometerleistung pro Fahrzeug erzielt.“ Für den Kunden heißt das: besserer Service. Damit bietet der SmartTruck einen Lösungsansatz für eine der wichtigsten künftigen Herausforderungen des Expressgeschäfts: die wachsende Komplexität der Auslieferung, vor allem in den chronisch überlasteten Groß- und Megastädten. Das ist ein erheblicher Wettbewerbsvorteil. Anil Khanna: „Für unsere Kunden ist das wichtigste Kriterium, dass ihre Sendungen pünktlich abgeholt und zugestellt werden.“

(links oben) Die DHL-Tochter Blue Dart ist der größte Luftexpressanbieter Indiens. (links unten) Unter Rückgriff auf GPS-Daten wird für jede Tour die optimale Route berechnet. (rechts) Blue Dart ist eine 80-prozentige DHL-Tochtergesellschaft.
(links oben) Die DHL-Tochter Blue Dart ist der größte Luftexpressanbieter Indiens. (links unten) Unter Rückgriff auf GPS-Daten wird für jede Tour die optimale Route berechnet. (rechts) Blue Dart ist eine 80-prozentige DHL-Tochtergesellschaft.

Auch die Umwelt profitiert

Doch der SmartTruck erfüllt noch einen weiteren, nicht minder wichtigen Zweck: Er hilft CO2 zu sparen. Mit dem Umweltschutzprogramm „GoGreen“ hat sich Deutsche Post DHL bereits 2008 als erster globaler Logistikdienstleister ein klar beziffertes Ziel gesetzt: Bis 2020 will der Konzern die CO2-Effizienz seiner eigenen Geschäftsaktivitäten und die seiner Subunternehmer um 30 Prozent verbessern. Katharina Tomoff, Abteilungsleiterin GoGreen Deutsche Post DHL, weist auf die Bedeutung gerade für die asiatische Region hin: „In aufstrebenden Märkten wie Indien müssen wir unbedingt Lösungen suchen, um umweltfreundlich zu wachsen.“

Der SmartTruck ist hier eine der Lösungen, CO2 im täglichen Betrieb zu reduzieren. Für das laufende Pilotprojekt in Bangalore lassen sich die Einsparungen derzeit noch nicht quantifizieren, doch die Ergebnisse aus der Pilotphase in Deutschland sind ermutigend. In Berlin beispielsweise legten die intelligenten Lieferwagen im Schnitt 15 Prozent weniger Kilometer zurück und die Dauer der Touren verkürzte sich um acht Prozent. Kürzere Touren bedeuten geringeren Treibstoffverbrauch und verminderten Schadstoffausstoß. Katharina Tomoff: „Maßnahmen wie der SmartTruck dienen dazu, unseren Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und darüber hinaus unsere Vorreiterrolle im Umweltschutz zu unterstreichen.“

Der SmartTruck

Erstmals vorgestellt wurde das Pilotprojekt im März 2009. Zwei mit der dynamischen Tourenplanung ausgestattete Fahrzeuge nahmen den Zustellbetrieb im Berliner Bezirk Mitte auf. Seit Oktober 2010 setzt der Konzern die SmartTrucks auch bei der Express-Zustellung in der Region Köln/Bonn ein. Bangalore folgte als erste Testregion außerhalb Europas im Sommer 2011. Auch auf der Expo 2010 in Schanghai präsentierte DHL das intelligente Zustellfahrzeug bereits.